Skisport

Mar­cel Hir­scher gibt sen­sa­tio­nel­les Come­back

Der ehemalige ÖSV-Superstar Marcel Hirscher kehrt mit einem Sensationscomeback in den alpinen Skiweltcup zurück. Im kommenden Winter wird der mittlerweile 35-Jährige für eine Saison im Skizirkus an den Start gehen - jedoch nicht für Österreich, sondern für die Niederlande, das Geburtsland seiner Mutter. Diese unerwartete Entscheidung wurde vom Österreichischen Skiverband (ÖSV) am Mittwoch bestätigt.

Mar­cel Hir­scher gibt sen­sa­tio­nel­les Come­back Sollte Hirscher tatsächlich ins Weltcup-Geschehen zurückkehren, wäre er der erste Läufer für die Niederlande seit Maarten Meiners im März 2022.

© APA

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

“Natür­lich bedau­ern wir sei­ne Ent­schei­dung, zu den Nie­der­län­di­schen Ski­ver­band zu wech­seln, sehr. Den­noch haben wir sie letzt­end­lich unter­stützt”, sag­te ÖSV-Gene­ral­se­kre­tär Chris­ti­an Sche­rer in einem kurz­fris­tig anbe­raum­ten Video­call am Mitt­woch. In den letz­ten Tagen fan­den Gesprä­che mit ver­schie­de­nen Par­tei­en statt, in denen Hir­schers Inter­es­se an einem Come­back im inter­na­tio­na­len Ski­sport deut­lich wur­de, so Sche­rer wei­ter.

Eine Legen­de erwacht

Der ÖSV habe sich bemüht, Hir­scher im Fal­le einer Rück­kehr opti­ma­le Rah­men­be­din­gun­gen zu bie­ten, konn­te ihm die­se auch in per­sön­li­chen Gesprä­chen nahe­brin­gen. Doch als Aner­ken­nung sei­ner bis­he­ri­gen Leis­tun­gen für den Ski­sport habe man sei­nem Wunsch nach einem Ver­bands­wech­sel ein­stim­mig ent­spro­chen.

Hir­scher hat­te im Sep­tem­ber 2019 sei­ne glanz­vol­le Kar­rie­re been­det. Mit ins­ge­samt acht gro­ßen Kris­tall­ku­geln im Gesamt­welt­cup, sie­ben WM- und zwei Olym­pia­gold­me­dail­len sowie 67 Welt­cup-Ein­zel­sie­gen gehört er zu den erfolg­reichs­ten Ski­renn­läu­fern aller Zei­ten.

Der lan­ge Weg zurück

Der Weg zurück ist jedoch weit, Hir­scher steht der­zeit auf Platz 850 der Welt­rang­lis­te. Im Som­mer plant er FIS-Ren­nen in Neu­see­land zu bestrei­ten, um die not­wen­di­gen Punk­te für einen Welt­cup­start zu sam­meln. Berich­ten zufol­ge konn­te er im Rie­sen­sla­lom­trai­ning bereits gut mit den aktu­el­len ÖSV-Assen mit­hal­ten. Den­noch warnt Van-Deer-Renn­di­rek­tor Anton Giger davor, zu hohe Erwar­tun­gen zu haben: “Man darf kei­ne über­zo­ge­nen Erwar­tun­gen haben, da es sich um den Ein­stieg auf FIS-Ebe­ne han­delt. Nicht mehr und nicht weni­ger.”

Ein Come­back mit Poten­zi­al

Soll­te Hir­scher tat­säch­lich ins Welt­cup-Gesche­hen zurück­keh­ren, wäre er der ers­te Läu­fer für die Nie­der­lan­de seit Maar­ten Mei­ners im März 2022. Die bis­her bes­ten Ergeb­nis­se für die Nie­der­lan­de erziel­te Mar­vin van Heek 2021 mit einem ach­ten Platz in der Abfahrt von Grö­den. Bei den Damen war zuletzt 1987 eine nie­der­län­di­sche Läu­fe­rin am Start — die gebür­ti­ge Deut­sche Chris­ta Kin­s­ho­fer-Güth­lein, eben­so wie Hir­scher eine Natio­nen­wechs­le­rin.

Neue Her­aus­for­de­run­gen

Die Mög­lich­keit, sei­ne Mar­ke Van Deer wei­ter zu bewer­ben und im Renn­be­trieb zu tes­ten und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, ist ein mög­li­cher Anreiz für Hir­schers Come­back. Hin­zu kommt die alpi­ne Ski-WM, die in der kom­men­den Sai­son in Saal­bach-Hin­ter­glemm (4. bis 16. Febru­ar) statt­fin­det, der Hei­mat­stadt Hir­schers.

Seit sei­nem Rück­tritt war Hir­scher im Welt­cup eher im Hin­ter­grund tätig. Der 35-Jäh­ri­ge grün­de­te mit Unter­stüt­zung sei­nes lang­jäh­ri­gen Spon­sors Red Bull die Ski­fir­ma Van Deer, die mit den Nor­we­gern Hen­rik Kris­toff­er­sen und Timon Hau­gan zwei Welt­klas­se­ath­le­ten aus­stat­tet. Ein Come­back des Fir­men­chefs wäre mar­ke­ting­tech­nisch ein Coup für das Pro­jekt.

Rück­kehr zur Tra­di­ti­on

Hir­scher hat­te nur sel­ten gro­ße öffent­li­che Auf­trit­te. 2022 leg­te er als Vor­läu­fer bei den Hah­nen­kamm-Ren­nen eine Fahrt auf der Streif hin. Zudem nahm der pas­sio­nier­te Moto­cross­fah­rer an den jüngs­ten Aus­ga­ben des Erz­berg-Rodeo teil.

Beweg­te Geschich­te

Hir­schers Natio­nen­wech­sel ist nicht der ers­te sei­ner Art, auch Bra­si­li­en hat in der kom­men­den Sai­son mit Lucas Bra­at­hen einen poten­zi­el­len Sie­ges­läu­fer im alpi­nen Ski­welt­cup. Anfang März hat­te Sla­lom-Star Bra­at­hen sein Come­back ver­kün­det, nach­dem er zu Sai­son­be­ginn über­ra­schend zurück­ge­tre­ten war.

24.04.2024 13:30
Anzeige
Mar­cel Hir­scher gibt sen­sa­tio­nel­les Come­back Sollte Hirscher tatsächlich ins Weltcup-Geschehen zurückkehren, wäre er der erste Läufer für die Niederlande seit Maarten Meiners im März 2022.

© APA