Kärnten

Ärz­te-Marsch: Ein unnö­ti­ger Spa­zier­gang?

Am Montag marschierten in Klagenfurt 300 Menschen im weißen Kittel vor die Landesregierung, um angebliche Ungleichbehandlungen aufzuzeigen. Insider sprechen allerdings von einem völlig unnötigen Kraftakt der Kärntner Ärztekammer?

Ärz­te-Marsch: Ein unnö­ti­ger Spa­zier­gang?In Kärnten stehen derzeit die Krankenhaus-Mediziner im Blickpunkt der Öffentlichkeit.

© Markus Galli

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Zu ihnen schaut man auf. Sie ver­fü­gen über ein äußerst posi­ti­ves Image, weil sie Leben ret­ten, Schmer­zen lin­dern und Krank­hei­ten ver­schwin­den las­sen: Unse­re Medi­zi­ner, die nach einer lan­gen Aus­bil­dung in den ver­schie­dens­ten Berei­chen oft wah­re Wun­der voll­brin­gen. Und Pati­en­ten, die behan­delt wer­den, sind froh, wenn ihnen Exper­ten mit pas­sen­den Medi­ka­men­ten zur Sei­te ste­hen oder mit einem schar­fen Skal­pell Ein­grif­fe wagen. Ob in Pra­xen, bei Haus­be­su­chen oder in Spi­tä­lern. In Kärn­ten ste­hen der­zeit die Kran­ken­haus-Medi­zi­ner im Blick­punkt der Öffent­lich­keit. Es geht, wie immer, ums lie­be Geld. Eines vor­weg – wer unter schwie­ri­gen Bedin­gun­gen im OP-Saal Pati­en­ten ver­sorgt, hat ein Anrecht auf ein ent­spre­chen­des Gehalt. Aber genau in die­sem Punkt herrscht Unei­nig­keit.

Und so mar­schier­ten am Mon­tag in Kla­gen­furt 300 Men­schen im wei­ßen Kit­tel vor die Lan­des­re­gie­rung, um angeb­li­che Ungleich­be­hand­lun­gen auf­zu­zei­gen. Insi­der spre­chen aller­dings von einem völ­lig unnö­ti­gen Kraft­akt der Kärnt­ner Ärz­te­kam­mer. Selbst­ver­ständ­lich haben auch Jün­ger Hip­po­kra­tes das Recht auf die Stra­ße zu gehen. Doch wäh­rend lau­fen­der Ver­hand­lun­gen mit dem Arbeit­ge­ber? Und ein ange­kün­dig­ter Streit soll­te immer als letz­tes Mit­tel gel­ten – nicht zuletzt im Sin­ne der Pati­en­ten­ver­sor­gung. „Auf­hö­ren mit Schön­re­den“, stand auf Pla­ka­ten. Wer redet schön, wer spricht nach­voll­zieh­bar? Was man sei­tens der ger­ne pol­tern­den Stan­des­ver­tre­tung ver­schweigt – etli­che Ver­bes­se­run­gen für Spi­tals­ärz­te sind bereits vor­ge­nom­men wor­den.  „Luft nach oben“ gibt es immer. Der Ärz­te­marsch stand unter dem Mot­to „Stil­les Gehen“, was in wei­ßer Mon­tur und mit beschrif­te­ten Schil­dern ziem­lich deplat­ziert wirk­te. Und war­um? Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser und Spi­tals­re­fe­ren­tin Bea­te Prett­ner befin­den sich auf einer län­ger geplan­ten Stu­di­en­rei­se.

Viel­leicht hät­te sich die abge­wähl­te Ärz­te­kam­mer­prä­si­den­tin Petra Preiss zuvor erkun­di­gen sol­len, ob sie an die­sem Tag die rich­ti­gen Ansprech­part­ner in der Regie­rung fin­det. Zudem hält Prett­ner fest, dass man Gesprä­che für wei­te­re mit­tel- und lang­fris­ti­ge Maß­nah­men fort­set­zen wür­de. Im Lau­fe der Berufs­jah­re bis Kar­rie­re­en­de wür­den die Gehäl­ter der Kärnt­ner Kran­ken­an­stal­ten-Betriebs­ge­sell­schaft öster­reich­weit sogar an ers­ter Stel­le ste­hen, heißt es aus dem Büro der Refe­ren­tin, die selbst Ärz­tin ist und der man ein stän­di­ges Bemü­hen um sinn­vol­le Lösun­gen nicht abspre­chen kann. Auch wür­den Ver­hand­lun­gen kei­nes­falls unter Aus­schluss der Ärz­te­kam­mer lau­fen, ließ Prett­ner wis­sen. War­um also das Skal­pell-Ras­seln? Man­che sind ver­wun­det, weil „Ruhe­ständ­le­rin“ Petra Preiss trotz des gemein­sa­men Bekennt­nis­ses, wei­ter­hin mit Gewerk­schaft und Kam­mer an Ver­bes­se­run­gen zu arbei­ten, lust­voll zum Pro­test „wegen sto­cken­der Gehalts­ver­hand­lun­gen“ auf­ge­ru­fen hat. Kam­mer­prä­si­dent Mar­kus Opriess­nig mar­schier­te natür­lich tap­fer mit.

Der stän­di­ge Vor­wurf, die Spi­tals­re­fe­ren­tin wol­le nicht mit der Ärz­te­kam­mer ver­han­deln, geht also ins Lee­re! So ist zwi­schen Land und der Berufs­ver­tre­tung am 16. Juni ein Gespräch geplant. War­um war Frau Preiss in den letz­ten Tagen für Gesund­heits­re­fe­ren­tin Prett­ner laut deren Anga­ben tele­fo­nisch nicht erreich­bar? Sieht so eine aus­ge­steck­te Hand aus? Der Ver­such einer gemein­sa­men Lösung? Es gibt kei­ne Mogel­pa­ckun­gen, son­dern Mil­lio­nen-Zuschüs­se aus dem ohne­hin nicht prall gefüll­ten Steu­er­topf. Für Kuri­e­nob­frau Preiss, die frei­wil­lig in Pen­si­on gegan­gen ist, sitzt längst eine enga­gier­te Ver­tre­te­rin am Ver­hand­lungs­tisch, Viel­leicht soll­te sich Preiss ein Herz neh­men und sich bei ihrer Nach­fol­ge­rin über den aktu­el­len Stand der Din­ge infor­mie­ren? Dann müss­ten nicht Hun­der­te Ärz­te durch Kla­gen­furt pil­gern.  

-mg

Gehäl­ter der Kran­ken­an­stal­ten im Bun­des­län­der­ver­gleich

Assis­tenz­ärz­te mit 30 Jah­ren

117.810 Euro

111.426 Euro

109.080 Euro (KABEG)

107.358 Euro

102.112 Euro

100.342 Euro

99.511 Euro

94.690 Euro

84.438 Euro

Fach­ärz­te mit 31 Jah­ren

148.060 Euro

144.882 Euro

141.028 Euro

133.554 Euro (KABEG)

127.011 Euro

126.992 Euro

125.426 Euro

120.933 Euro

115.602 Euro

Fach­ärz­te mit 65 Jah­ren

223.396 Euro

223.318 Euro (KABEG)

195.996 Euro

192.528 Euro

191.681 Euro

181.772 Euro

169.258 Euro

168.998 Euro

148.320 Euro

08.05.2024 12:00 - Update am: 08.05.2024 17:31
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Ärz­te-Marsch: Ein unnö­ti­ger Spa­zier­gang?In Kärnten stehen derzeit die Krankenhaus-Mediziner im Blickpunkt der Öffentlichkeit.

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