Katastrophenschutz
Start für Hochwasserschutz in Fürnitz
Bei strömendem Regen fand die heutige Spatenstichfeier zum Hochwasserschutzprojekt Fürnitz-Gail/Fretterbach statt.
Spatenstich: Die Investitionskosten für den Hochwasserschutz in Fürnitz belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro.© Stadt Villach/Karin Wernig
Bei strömendem Regen fand die heutige Spatenstichfeier zum Hochwasserschutzprojekt Fürnitz-Gail/Fretterbach, in der Marktgemeinde Finkenstein am Faaker See statt. Verbaut wird der Bereich am Fretterbach zum Schutz des Industrie- und Gewerbeparks Fürnitz und des Siedlungsbereiches „Alte Rosentalstraße“. Ein höchst „wichtiges und notwendiges“ Projekt, wie Kärntens Katastrophenschutzreferent Landesrat Daniel Fellner und Finkensteins Bürgermeister Christian Poglitsch vor Ort unisono betonten.
Viel mehr, als nur Schutz
„Bei diesen Verbauungen geht es ja um viel mehr, als Schutz. Es geht darum, den Menschen ein Gefühl der Sicherheit wiederzugeben, eines das ihnen vielleicht in den vergangenen Katastrophenjahren abhandengekommen ist“, betonte der Katastrophenschutzreferent in seinen Grußworten. „Die Bedeutung solcher Schutzbauten wird einem oftmals erst dann bewusst, wenn ein Hochwasser unmittelbar bevorsteht. Doch auch in sicheren Zeiten geben diese Verbauungen jedem Menschen, der hier lebt, ein besseres Gefühl. Ein Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens”, so Fellner weiter.
Betriebe sollen sich ansiedeln können
Bürgermeister Christian Poglitsch geht ergänzend auf die Wichtigkeit des Hochwasserschutzes als Standortfaktor ein. „Der Hochwasserschutz ist hier ein ganz entscheidender Faktor. Wenn sich trotz passendem Grund und Widmung die Betriebe aufgrund der Hochwassergefahr nicht ansiedeln können, ist das einfach tragisch. So soll es nicht sein. Dieses Projekt ist absolut wichtig.“ Der Fretterbach mündet als rechtsufriger Zubringer in die Gail. Bei Hochwasserführung der Gail kommt es zu einem Rückstau in den Fretterbach und in weiterer Folge zu Überflutungen des Industrie- und Gewerbeparks Fürnitz, wobei 67 Gewerbeobjekte von 14 Betrieben betroffen sind. Auch durch den Fretterbach selbst bestehen Hochwassergefährdungen im Industrie- und Gewerbegebiet sowie im Siedlungsbereich „Alte Rosentalstraße“.
Umfassende Verbauungsmaßnahmen
Im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts am Fretterbach werden rund 230 Laufmeter Spundwände und rund 480 Laufmeter Hochwasserschutzdämme errichtet. Auf einer Länge von rund 120 Metern wird der Fretterbach nach Westen verschwenkt, um Platz für eine ökologische Aufwertung des Uferbereichs zu schaffen. Die Uferböschungen werden dabei mittels einer begrünten Grobsteinschlichtung neu gesichert. Im Osten des Industriegebiets werden 12.000 Kubikmeter Material abgetragen, um Retentionsraum für die Gail zu schaffen. Im Hochwasserfall wird dieser Retentionsraum über den Rückstau der Gail in den Neufeldbach geflutet. So kann ein Teil der Hochwasserwelle der Gail in diesem Bereich zurückgehalten werden. Nach Abschluss des Geländeabtrags wird der Retentionsraum mit standortgerechten, einheimischen Gehölzen wieder aufgeforstet und durch Anlegen von Flachwassertümpeln ökologisch gestaltet.
Fertigstellung bis Jahresende geplant
Die Fertigstellung des Bauvorhabens ist bis Jahresende geplant. Danach werden das Industrie- und Gewerbegebiet Fürnitz und der Siedlungsbereich „Alte Rosentalstraße“ bis zu einem 100-jährlichen Hochwasserereignis der Gail — und teilweise vor Überflutungen des Fretterbaches — geschützt sein. Ergänzende Maßnahmen am Oberlauf des Fretterbachs befinden sich derzeit in Planung und werden in einem weiteren Bauabschnitt umgesetzt.
1,8 Millionen Euro Investitionskosten
Die Investitionskosten für den Hochwasserschutz in Fürnitz belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro, wobei der Großteil davon vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft finanziert wird. Die Marktgemeinde Marktgemeinde Finkenstein am Faaker See, die Gemeinden des Gailtales, die ÖBB, die ASFINAG und die Straßenverwaltung des Landes Kärnten beteiligten sich ebenfalls an den Kosten. Nicht zu vergessen sind die Arbeitsplätze für zahlreiche Menschen in der Region.

