25,5 Prozent

FPÖ gewinnt EU-Wahl in Öster­reich

Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) hat bei der EU-Wahl die Mehrheit der Stimmen für sich gewonnen. Dies geht aus den neuesten Ergebnissen hervor, die vom ORF veröffentlicht wurden.

FPÖ gewinnt EU-Wahl in Öster­reich Die Wahlbeteiligung lag mit 49,20 Prozent der Wahlberechtigten in Kärnten klar unter jener von 2019, als 52,06 Prozent zur Wahl gingen.

© Daniel Kattnig

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Die Frei­heit­li­che Par­tei Öster­reichs (FPÖ) konn­te bei der EU-Wahl am Sonn­tag­abend einen his­to­ri­schen Erfolg ver­zeich­nen. Mit 25,5 Pro­zent der Stim­men, inklu­si­ve Wahl­kar­ten­pro­gno­se, erober­te die FPÖ erst­mals den ers­ten Platz bei einer bun­des­wei­ten Wahl und sicher­te sich sechs Man­da­te im EU-Par­la­ment. Das Ergeb­nis bedeu­tet einen deut­li­chen Zuwachs von 8,3 Pro­zent­punk­ten im Ver­gleich zur letz­ten Wahl.

Enge Ent­schei­dung um Platz zwei und drei

Auf dem zwei­ten Platz lan­de­te die Öster­rei­chi­sche Volks­par­tei (ÖVP) mit 24,7 Pro­zent der Stim­men, was einem Minus von 9,9 Pro­zent­punk­ten ent­spricht. Damit ver­lor die ÖVP zwei ihrer bis­he­ri­gen sie­ben Sit­ze. Die Sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Par­tei Öster­reichs (SPÖ) erreich­te 23,3 Pro­zent und bleibt mit fünf Sit­zen im EU-Par­la­ment ver­tre­ten, trotz eines leich­ten Rück­gangs um 0,6 Pro­zent­punk­te.

Grü­ne vor NEOS

Das enge Ren­nen um den vier­ten Platz ent­schie­den die Grü­nen mit 10,9 Pro­zent der Stim­men für sich, gefolgt von NEOS mit 10,1 Pro­zent. Die Grü­nen ver­lo­ren 3,2 Pro­zent­punk­te und ein Man­dat, wäh­rend NEOS ein Plus von 1,6 Pro­zent­punk­ten ver­zeich­ne­te und ein zusätz­li­ches Man­dat gewann. Bei­de Par­tei­en haben nun jeweils zwei Man­da­te im EU-Par­la­ment.

KPÖ und DNA schei­tern an Hür­de

Die KPÖ erreich­te 2,9 Pro­zent der Stim­men, was einem Plus von 2,1 Pro­zent­punk­ten ent­spricht, und die erst­mals ange­tre­te­ne Lis­te DNA kam auf 2,7 Pro­zent. Bei­de Par­tei­en ver­fehl­ten die für den Ein­zug in das EU-Par­la­ment not­wen­di­ge Hür­de von vier Pro­zent.

Wahl­be­tei­li­gung und Pro­gno­sen

Die Wahl­be­tei­li­gung lag bei 54,1 Pro­zent. Von den knapp 6,4 Mil­lio­nen Wahl­be­rech­tig­ten gaben rund 3,4 Mil­lio­nen ihre Stim­me ab. Der Wahl­abend gestal­te­te sich wie bei EU-Wah­len üblich lan­ge span­nend, da die Ergeb­nis­se erst nach Schlie­ßung der letz­ten Wahl­lo­ka­le in Ita­li­en um 23.00 Uhr ver­öf­fent­licht wer­den durf­ten. Bis dahin basier­ten die Ein­schät­zun­gen auf einer gemein­sa­men Trend­pro­gno­se von Fore­sight, ARGE Wah­len und Peter Hajek für APA, ORF und Puls 4.

Schwie­ri­ge Her­aus­for­de­run­gen für die SPÖ

Die SPÖ Kärn­ten stellt sich kämp­fe­risch den Ergeb­nis­sen der EU-Wahl. Par­tei­chef Peter Kai­ser hebt die beson­de­ren Her­aus­for­de­run­gen her­vor, mit denen pro­gres­si­ve und libe­ra­le Par­tei­en wie die SPÖ kon­fron­tiert waren. “Der EU-Wahl­kampf war ange­sichts des Krie­ges in der Ukrai­ne, wach­sen­dem Ego­is­mus, Natio­na­lis­mus und von rech­ten Popu­lis­ten geschür­tem Neid und Zwie­tracht eine schwie­ri­ge Her­aus­for­de­rung”, erklärt Kai­ser. Die­se Bedin­gun­gen hät­ten rech­ten Kräf­ten Auf­trieb gege­ben, doch die SPÖ wer­de bes­se­re Ant­wor­ten und Rezep­te fin­den.

Rich­ti­ge Schlüs­se für die Zukunft zie­hen

Lan­des­ge­schäfts­füh­rer Andre­as Sucher betont die Bedeu­tung der EU-Wahl als weg­wei­send für die kom­men­den Her­aus­for­de­run­gen. “Am Ende müs­sen wir die rich­ti­gen Schlüs­se aus dem Ergeb­nis zie­hen. Das war jetzt sowas wie das Qua­li­fy­ing. Im Herbst geht’s dann bei der Natio­nal­rats­wahl um alles”, sagt Sucher. Ziel sei es, die SPÖ mit Andi Babler in Regie­rungs­ver­ant­wor­tung zu brin­gen und Öster­reich fai­rer und gerech­ter zu machen. Bis dahin müs­se das Team kon­ti­nu­ier­lich ver­bes­sert wer­den.

Enga­ge­ment und Dank­bar­keit

Clau­dia Arpa, Spit­zen­kan­di­da­tin der SPÖ Kärn­ten, ana­ly­siert die Wahl ähn­lich. “Es war eine schwie­ri­ge Wahl­aus­ein­an­der­set­zung. Per­sön­lich und sei­tens der SPÖ haben wir mit Lei­den­schaft ver­sucht, die Men­schen von den Vor­tei­len der EU zu über­zeu­gen”, sagt Arpa. In kri­sen­haf­ten Zei­ten sei dies schwie­ri­ger, wäh­rend es den radi­ka­len Rech­ten leich­ter fal­le, Angst, Neid und Zwie­tracht zu säen. Das Ergeb­nis sei daher ein Auf­trag, die rich­ti­gen Schlüs­se zu zie­hen und das Ver­trau­en der Men­schen zurück­zu­ge­win­nen.

 

10.06.2024 09:00
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FPÖ gewinnt EU-Wahl in Öster­reich Die Wahlbeteiligung lag mit 49,20 Prozent der Wahlberechtigten in Kärnten klar unter jener von 2019, als 52,06 Prozent zur Wahl gingen.

© Daniel Kattnig