WorldSkills
Kärntner Quintett kämpft um den Weltmeistertitel
Von 10. bis 15. September 2024 finden in Lyon die WorldSkills statt. Florian Dörfler, Georg Kelih, Simon Wieland, Florian Napetschnig und Dominik Ruhdorfer wollen Gold für Kärnten erobern.
© WKK/Foto Horst
Im September verwandelt sich das Messe- und Kongresszentrum Euroxpo Lyon zur Bühne für die besten „Young Professionals“ der Welt. Inmitten des Schaulaufs der Kompetenzen: ein junges Quintett aus Kärnten, das in der „Grande Nation“ Großes vollbringen will. Bau- und Möbeltischler Florian Dörfler aus Weitensfeld, Elektroniker Georg Kelih aus Ferlach und Restaurantfachmann Simon Wieland aus Krumpfendorf sowie das Mechatroniker-Duo Florian Napetschnig aus Diex und Dominik Ruhdorfer aus Micheldorf greifen nach Edelmetall.
„Botschafter unseres Landes“
Für Jürgen Mandl, Präsident der WKO-Kärnten, ist bei der Vorstellung Medaillenhoffnungen schon jetzt klar: „Dieses Fachkräfte sind die Botschafter unseres Landes und Pioniere der beruflichen Zukunft! Sie reisen zu den Berufsweltmeisterschaften, um zu demonstrieren, dass Kärnten nicht nur für Traditionen, sondern auch für Fortschritt, Innovation und herausragende Berufsausbildung steht. Mehr noch: Als inspirierende Vorbilder zeigen sie anderen jungen Menschen, dass berufliche Ausbildung, Wille und Leistung der Schlüssel zum Erfolg sind.”
Quintett ist top vorbereitet
Bereits seit Monaten trainiert das Quintett — unter Anleitung von eigenen Coaches — jeden Handgriff, geht jedes Szenario durch und sammelt auch internationale Wettkampferfahrungen. „Neben Wochenend- und Abend-Trainings in meinem Betrieb habe ich auch eine internationale Competition mit Vertretern aus sechs Ländern in der Schweiz absolviert“, erzählt etwa Florian Dörfler. Peter Leopold Preinig, Landesinnungsmeister der Tischler, betont: „Unsere Tischler sind nicht nur in der Lage, anspruchsvolle und kreative Projekte umzusetzen, sondern sie stehen auch für Präzision, Innovationskraft und handwerkliches Können.”
Elektroniker hat Gold im Visier
Unter Strom steht auch bereits Georg Kelih. Den HTL-Schüler, der im „Skill“ Elektronik antritt, zog es zur Vorbereitung gar nach Abu Dhabi. „Ich muss noch schneller werden, die Handgriffe müssen in Fleisch und Blut übergehen — das ist derzeit mein Hauptfokus und habe ich beim Auslandstraining auch wahrgenommen“, zeigt sich der „Young Professional“ selbstkritisch. Ob er das noch hinbekommt? „Klar, ich reise ja nach Lyon, um Gold zu holen“, lässt Kelih keine Zweifel aufkommen.
Tourismus-Land Kärnten
In Lyon abräumen will auch Restaurantfachmann Simon Wieland. „Falls ich gewinne, möchte ich mir gemeinsam mit einem Freund einen Traum verwirklichen: Ich will der jüngste selbstständige Gastronom Kärntens werden.“ Der WM-Teilnehmer könnte eine stolze Serie fortsetzen, wie der zuständige Spartenobmann für Tourismus, Josef Petritsch, betont. „Die österreichischen Leistungen bei Berufsweltmeisterschaften sind nahezu märchenhaft. Seit 1979 haben wir in den Tourismus- und Gastroberufen stets mindestens ein ‚Medallion for Excellence’, die für tolle Leistungen nach den Podestplätzen vergeben wird, gewonnen.” Tatsächlich geht das Gros der erzielten Medaillen in diesem Bereich auf das Bundesland zurück. Zuletzt konnte etwa Bettina Veratschnig bei den Berufs-Europameisterschaften die Tourismus-Bilanz weiter aufpolieren.

Starke Industrie aus Kärnten
Keine Nervosität lassen auch Florian Napetschnig und Dominik Ruhdorfer aufkommen: „Zurzeit kann ich noch nicht meinen gesamten Fokus darauf richten, aber Mitte August sieht das Spannungslevel bestimmt schon anders aus”, meint Napetschnig, der im Moment mit der letzten Prüfungswelle der Berufsschule okkupiert ist. „Aber wir freuen uns schon sehr auf diese Erfahrung — die Konkurrenz ist stark und der Wettkampf auf hohem Niveau“, ergänzt Ruhdorfer.
Exzellente Ausbildung in Österreich
Michael Velmeden, Spartenobmann für Industrie, sagt, dass die Teilnahme der jungen Fachkräfte an den Berufsweltmeisterschaften in Lyon ein beeindruckendes Zeugnis für die exzellente Ausbildung und das hohe Niveau der beruflichen Qualifikation in Österreich sei. Jürgen Kraft, Geschäftsführer von SkillsAustria, meint, dass die Teilnehmer bereits bewiesen haben, Meister ihres Fachs zu sein. “Durch das Überstehen nationaler Wettbewerbe und Staatsmeisterschaften haben sie sich für die Weltbühne qualifiziert. Wir sehen in ihnen nicht nur Teilnehmer, sondern echte Helden des beruflichen Könnens.”
Wissenswert
Die bisher 32 Beteiligungen von österreichischen Teams bei WorldSkills brachten viele hervorragenden Leistungen hervor: Kärnten hat bis dato fünf Gold‑, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen bei WorldSkills erobert. An der Spitze ist Vorarlberg (20 x Gold, 15 x Silber und zehn Mal Bronze) vor Oberösterreich (19 x Gold, 15 x Silber und 18 x Bronze) und der Steiermark (13 x Gold, elf Mal Silber und 13 x Bronze).

