Bis 1. September

Edwin Wie­ge­le blickt auf das Licht sei­ner Jah­re

„Das bewegte Licht der Jahre“ versucht eine Retrospektive auf das Werk des Künstlers Edwin Wiegele zu geben. Und das gelingt der Ausstellung (3. Juli bis 1. September) auf außerordentliche Weise.

Edwin Wie­ge­le blickt auf das Licht sei­ner Jah­re Stadtrat Franz Petritz, Künstler Edwin Wiegele, Kultur-Ressortleiterin der Kärntner Kronen Zeitung Irina Lino und Alexander Gerdanovits, Leiter der Kulturabteilung der Stadt Klagenfurt (von links).

© KLiCK Kärnten/Grayer

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Geord­ne­te Mal­werk­zeu­ge, Res­te, die von ver­gan­ge­nen Arbeits­stun­den zeu­gen und voll­ende­te Wer­ke ange­ord­net: Als er im Früh­jahr „KLiCK Kärn­ten“ durch sein Ate­lier in Haim­burg bei Völ­ker­markt führ­te, sprach Edwin Wie­ge­le schon mit gro­ßen Erwar­tun­gen von sei­ner Aus­stel­lung in der Kla­gen­fur­ter Alpen-Adria-Gale­rie (3. Juli bis 1. Sep­tem­ber 2024) anläss­lich sei­nes heu­ri­gen 70. Geburts­tags. Es gel­te eine Retro­spek­ti­ve zu schaf­fen, mein­te Wie­ge­le damals. Eini­ge Mona­te ver­gin­gen, der Raum ist ein ande­rer, noch grö­ßer und wei­ter. An den Wän­den sind nun aus­ge­wähl­te Bil­der sei­ner wuchern­den Schaf­fens­kraft der letz­ten Jahr­zehn­te zu sehen. Mehr als 400 Besu­cher, Freun­de und Weg­ge­fähr­te folg­ten der Ein­la­dung Edwin Wie­ge­les zur sei­ner Aus­stel­lungs­er­öff­nung in die Lan­des­haupt­stadt. Und es war ein vol­ler Erfolg.

Ein Werk, das in Haim­burg ent­steht

Wäh­rend sich der Raum mit immer mehr Men­schen füll­te, ergriff Alex­an­der Gerd­a­no­vits, Lei­ter der Kul­tur­ab­tei­lung der Stadt Kla­gen­furt, das Wort: „Die Aus­stel­lung ist Anlass, auf ein 45-jäh­ri­ges Schaf­fen zurück­zu­schau­en. Wie es eine Retro­spek­ti­ve übli­cher­wei­se tut, haben wir Arbei­ten aus sei­ner Früh­zeit, Aqua­rel­le über die Hin­ter-Glas-Male­rei und Zeich­nun­gen bis hin zu den letz­ten Arbei­ten.“ Es sei ein schö­ner Quer­schnitt durch Wie­ge­les Werk, das haupt­säch­lich in Haim­burg bei Völ­ker­markt ent­stand und fort­wäh­rend ent­steht. Rund 120 Wer­ke zeigt die Alpen-Adria-Gale­rie.

„Vie­le Künst­ler im der Alpen-Adria-Regi­on wur­den von Wie­ge­le und sei­nen Wer­ken beein­flusst und berei­chert. Es ist eine gro­ße Freu­de, dass wir ihm eine eige­ne Aus­stel­lung wid­men dür­fen.“

Franz Petritz

„Mit dem Stau­nen eines Kin­des“

Zum Künst­ler und Mensch Edwin Wie­ge­le sprach Iri­na Lino, Kul­tur-Res­sort­lei­te­rin der Kärnt­ner Kro­nen Zei­tung. Für sie bedeu­te die­se Schau der unzäh­li­gen Wer­ke Wie­ge­les eine Beson­der­heit. „Was ist die Trieb­fe­der, die die­ses alles bestim­men­de Jetzt durch die Jahr­zehn­te hin­durch zum Inhalts­trä­ger macht und mit allen Mit­teln der Kunst ins Arti­fi­zi­el­le treibt? Es ist die pure, blan­ke Emo­ti­on. Sie ist Wie­ge­les beweg­tes Licht, das glüht, leuch­tet, irr­lich­tert, brennt und ver­brennt.“ Das Licht der Krea­ti­vi­tät leuch­te jeden ein­zel­nen Moment bei Wie­ge­le aus, egal wel­che Kon­tur ihr das Leben ein­schrei­be. Die Lebens­en­er­gie sei in sei­nen Kunst­wer­ken spür- und sicht­bar. Die­se Schaf­fens­kraft habe auch in 45 Jah­ren sei­nes Tuns nichts an Inten­si­tät ver­lo­ren, „trotz vie­ler Schick­sals­schlä­ge oder viel­leicht gera­de wegen ihnen.“ Edwin Wie­ge­le schaf­fe aus Leben Kunst, deren Bild­spra­che nicht erklärt wer­den möch­te, sie wol­le mit allen Sin­nen getrun­ken wer­den.

Blick auf Wie­ge­les Werk

Kommt man in die Gale­rie, so fin­den die Besu­cher im ers­ten Raum eine Aus­wahl an Aqua­rel­len. „Außer­dem gibt es mei­nen Film ‚500 Meter Luft­li­nie‘ zu sehen, der im August 2022 auf ORF 3 gesen­det wur­de.“ Mit die­sem Dorf­por­trät, in dem Wie­ge­le mit Men­schen im engs­ten Umkreis sei­nes Hau­ses sprach, brach­ten ihm inter­na­tio­nal schon 13 Awards ein. Dar­an schließt sich ein fil­mi­sches Por­trät über Wie­ge­le von Mario Zaun­schirm an. „Der Titel der Aus­stel­lung ent­stand mit der Schrift­stel­le­rin Moni­ka Grill. Ich habe mein Leben betref­fen­de Schlag­wör­ter genannt und so sind wir auf den Titel ‚Das beweg­te Licht der Jah­re‘ gekom­men.“ Der Haupt­raum bil­det sodann den Kern der Aus­stel­lung, die gemein­sam mit Stadt­ga­le­rie-Direk­to­rin Bea­trix Ober­nos­ter­er kura­tiert wur­de.

Gruß­wor­te von Stadt­rat Petritz

Stadt­rat Franz Petritz freu­te sich, dass eine so aus­drucks­vol­le und aus­sa­ge­kräf­ti­ge Aus­stel­lung in der Alpen-Adria-Gale­rie bis Sep­tem­ber zu sehen ist. „Eine Aus­stel­lung muss auch wir­ken, des­we­gen hof­fe ich, dass vie­le auch ein wei­te­res Mal kom­men. Es ist Sinn und Zweck der Ver­nis­sa­ge, dass wir zusam­men­blei­ben und das Gesel­li­ge wie den Aus­tausch pfle­gen.“ Über den gan­zen Abend hin­weg such­ten die Besu­cher das Gespräch mit Edwin Wie­ge­le und er wird das auch wei­ter­hin blei­ben — nicht nur hier in Kärn­ten.

Die Aus­stel­lung

  • Dau­er: 3. Juli bis 1. Sep­tem­ber 2024
  • Ort: Alpen-Adria-Gale­rie Kla­gen­furt
  • Online-Tipp: stadtgalerie.net

Wis­sens­wert

Die Aus­stel­lung des 1954 in Vil­lach gebo­re­nen Malers, Gra­fi­kers, Kunst­er­zie­hers, Gale­rist und Musi­ker ist bis 1. Sep­tem­ber im Stadt­haus zu sehen. Durch sei­ne Her­kunft aus Feis­tritz an der Gail kam er schon sehr früh mit der rei­chen Tra­di­ti­on der Klas­si­schen Moder­ne rund um den Nötscher Kreis in Kon­takt, was ihn nach­hal­tig geprägt hat. Wie­ge­le stu­dier­te Kunst­er­zie­hung an der Päd­ago­gi­schen Hoch­schu­le in Kla­gen­furt und am Päd­ago­gi­schen Insti­tut Graz. Er unter­rich­te­te von 1983 bis 2007 an ver­schie­de­nen Höhe­ren Schu­len, wie im BRG Klagenfurt/Viktring und im Alpen-Adria Gym­na­si­um Völ­ker­markt Bild­ne­ri­sche Erzie­hung. 2007 wur­de Edwin Wie­ge­le vom Bun­des­prä­si­den­ten Öster­reichs der Pro­fes­so­ren­ti­tel ver­lie­hen.

06.07.2024 11:31 - Update am: 06.07.2024 12:30
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Edwin Wie­ge­le blickt auf das Licht sei­ner Jah­re Stadtrat Franz Petritz, Künstler Edwin Wiegele, Kultur-Ressortleiterin der Kärntner Kronen Zeitung Irina Lino und Alexander Gerdanovits, Leiter der Kulturabteilung der Stadt Klagenfurt (von links).

© KLiCK Kärnten/Grayer