KLiCK-Porträt

Was macht eigent­lich Box-Legen­de Fer­di­nand Pach­ler?

Der gebürtige Lavanttaler Ferdinand Pachler (63) kam über das Boxen in Wien zur Gastronomie. „KLiCK Kärnten“ stattete ihm einen Besuch ab.

Was macht eigent­lich Box-Legen­de Fer­di­nand Pach­ler? Ferdinand Pachler vor der Glasvitrinen mit seinen Trophäen

© kope

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Wir sit­zen im „Sport­treff Pach­ler“ in Inzers­dorf in Wien dem ehe­ma­li­gen Boxer Fer­di­nand Pach­ler gegen­über und glau­ben, ein Eben­bild sei­nes berühm­ten Bru­ders Joe „Tiger“ Pach­ler, dem ehe­ma­li­gen Euro­pa­meis­ter im Boxen, vor uns zu haben. Das Gesicht, die Stim­me, selbst die Red­se­lig­keit – alles ähnelt sei­nem Bru­der. Das weit­hin bekann­te Lokal über­nahm Pach­ler vor 25 Jah­ren und mach­te es zu einem Treff­punkt für Sport­ler aus allen Berei­chen. Doch alles der Rei­he nach.

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Fer­di­nand Pach­ler mit dem Pla­kat sei­nes letz­ten Kamp­fes am 17. Febru­ar 1989
© kope

Der Hei­mat­ort

Im Mai 1958 kam Pach­ler am Wei­ßen­berg im Lavant­tal zur Welt. Sei­ne Mut­ter ver­starb ein Jahr nach sei­ner Geburt. Der Vater bewirt­schaf­te­te das Gast­haus „Morold“ und eine klei­ne Land­wirt­schaft. Pach­ler erzählt: „Unse­rem Vater war es sehr wich­tig, dass sei­ne sie­ben Kin­der einen anstän­di­gen Beruf erler­nen. Ich woll­te sehr früh nach Wien. Mein Vater ver­hin­der­te das mit den Wor­ten: ‚Du erlernst zuerst einen Beruf, dann kannst du das Haus ver­las­sen.‘ Also wur­de ich Bäcker. Wir muss­ten auch alle ein Instru­ment beherr­schen – ich das Wald­horn und die Trom­pe­te, Joe das Bass­flü­gel­horn. Wir spiel­ten in der Trach­ten­ka­pel­le Etten­dorf.“ Wäh­rend sei­ner Lehr­zeit trai­nier­te er in St. Veit Boxen. „Nach der abge­schlos­se­nen Leh­re fuhr ich sofort nach Wien, um Boxer zu wer­den“, erin­nert er sich. Bru­der Joe war stets ein Vor­bild.

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Fer­di­nand mit 13 Jah­ren am elter­li­chen Hof
© pri­vat

Kar­rie­re als Boxer

In Josef Kova­rik fand der jun­ge Kärnt­ner in Wien bald einen Top-Trai­ner. Sehr schnell wur­de Fer­di­nand Pach­ler Junio­ren­meis­ter und Staats­meis­ter im Mit­tel- und Wel­ter­ge­wicht. „Ich zähl­te mit 23 Jah­ren als Pro­fi in mei­ner Gewichts­klas­se zu den zehn Bes­ten in Euro­pa. Lei­der war die Kar­rie­re wegen zwei­er Schul­ter­knor­pel­brü­chen schnell zu Ende“, schil­dert Pach­ler. In 25 Pro­fi-Kämp­fen gab es 19 Sie­ge, nur drei Nie­der­la­gen und drei Unent­schie­den. Der letz­te Kampf fand 1989 gegen Patrick Boon in Wolfs­berg statt. „Mein schöns­ter Kampf war am 30. April 1983 gegen den dama­li­gen jugo­sla­wi­schen Meis­ter Stan­ko Suha­dol­nik in Dubrov­nik. Ich gewann mit tech­ni­schem K. o.“, freut sich Pach­ler noch heu­te.

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Ein altes Fami­li­en­fo­to mit den Pach­ler-Kin­dern: Fer­di­nand, Tho­mas, Bri­git­te, Maxi­mi­li­an, Mar­lies, Joe und Hubert (von links)
© pri­vat

Die beruf­li­che Lauf­bahn

Als gelern­ter Bäcker fand der Kärnt­ner auch schnell Arbeit. „Wir mach­ten damals noch hand­ge­mach­te Sem­meln, das gibt es heu­te nicht mehr“, sagt Pach­ler. Was weni­ger bekannt ist: Pach­ler wag­te sich auch auf das glat­te Ter­rain. Er war beim ASKÖ Süd­ring in Wien Eis­meis­ter. „Ich mach­te das Eis für Olym­pia­sie­ge­rin Eme­se Hun­ya­dy. Ein Paar Eis­schu­he hat sie mir gewid­met. Sie sind in der Glas­vi­tri­ne in mei­nem Sport­treff zu bewun­dern“, ver­rät Pach­ler vol­ler Stolz. Vor 25 Jah­ren über­nahm der Ex-Box­pro­fi das Sport­zen­trum Süd Lie­sing mit sechs Ten­nis­plät­zen und einem Fuß­ball­platz. „1999 grün­de­te ich den FC Inzers­dorf und führ­te ihn als Obmann. Wir sind ver­gan­ge­ne Sai­son in die Wie­ner Ober­li­ga auf­ge­stie­gen“, betont Pach­ler. Der „Sport­treff Pach­ler“ wur­de schnell zu einem kuli­na­ri­schen Geheim­tipp auf­ge­baut: „Die ers­te Tages­lo­sung betrug 150 Schil­ling. Damals sag­ten die Leu­te: Das geht nicht lan­ge gut! Das Lokal geht heu­te bes­ser denn je, es ist das süd­lichs­te Restau­rant in Wien.“ Der Hei­mat war und ist Pach­ler immer eng ver­bun­den, des­halb dür­fen die Kärnt­ner Kas­nu­deln auf der Spei­se­kar­te nicht feh­len.

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Fer­di­nand Pach­ler mit den gewid­me­ten Eis­schu­hen von Olym­pia-Sie­ge­rin Eme­se Hun­ya­dy
© kope

Die Über­ga­be

Pach­ler lebt in einer Patch­work-Fami­lie, hat zwei Söh­ne und zwei Stief­töch­ter. „Jen­ny über­nahm heu­er den Betrieb und den FC Inzers­dorf als Obfrau, ich arbei­te nur noch im Hin­ter­grund“, berich­tet der gebür­ti­ge Lavant­ta­ler. Zu sei­nen Hob­bys zählt der Neo-Pen­sio­nist Fischen, Ski­fah­ren und das Foto­gra­fie­ren von Tie­ren.

Am Wei­ßen­berg in der Gemein­de Lava­münd bau­te sich der Wahl-Wie­ner ein Holz­haus auf 1.300 Metern See­hö­he. „Dort wer­de ich mich in eini­gen Jah­ren mit mei­ner Frau zurück­zie­hen. Seit 20 Jah­ren ver­brin­ge ich mei­nen Urlaub aus­schließ­lich in Kärn­ten. Da bin ich daheim, hier füh­le ich mich wohl. Ich habe nie mei­ne Iden­ti­tät ver­lo­ren“, meint Pach­ler.

 

30.08.2021 18:30
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Was macht eigent­lich Box-Legen­de Fer­di­nand Pach­ler? Ferdinand Pachler vor der Glasvitrinen mit seinen Trophäen

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