Stephanie Venier
Interview: “Frauenpolitik braucht klare Ziele”
Mit großer Mehrheit wurde Stephanie Venier zur Nachfolgerin von Sigrid-Anna Leitmann gewählt. Die Kultur- und Sozialwissenschaftlerin setzt sich seit Jahren für soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und die Stärkung von Frauen in der Gesellschaft ein.
Stephanie Venier übernimmt als neue SPÖ-Frauen-Vorsitzende in Klagenfurt-Land und setzt sich für Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit ein.© Markus Galli
“KLiCK”-Kärnten: Frau Venier, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer neuen Funktion! Was hat Sie motiviert, diese Verantwortung zu übernehmen?
Ich glaube daran, dass wir ein Bild der Frauen abbilden sollen, welches auch alle Lebenswelten vereinbart, und ich bin davon überzeugt, dass mir das gut gelingen wird. Die Zusammenarbeit mit Sigrid Leitmann und dem gesamten Vorstand war schon in der Vergangenheit sehr gut, und gemeinsam werden wir nun noch mehr gestalten.
“KLiCK”-Kärnten: Sie sprechen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an. Wo sehen Sie hier die größten Herausforderungen?
In den schon erwähnten Lebenswelten. Wir befinden uns in einer Zeit, wo es verschiedene Lebensmodelle gibt, sich dennoch fast nur Frauen dem Druck der Vereinbarkeit auf verschiedenen Ebenen stellen müssen. Die Infrastruktur der Kinderbetreuung, aber auch aller anderen Pflege- und Betreuungsthemen spielt sich ausschließlich auf dem Rücken der Frauen ab. Hier müssen wir konsensorientiert an unserer gemeinsamen Haltung arbeiten und laut gegen jedwede Ungerechtigkeiten aufstehen.
“KLiCK”-Kärnten: Gewalt gegen Frauen ist ein großes gesellschaftliches Problem. Welche Maßnahmen sind Ihnen hier besonders wichtig?
Informationen und niederschwellige Zugänge schaffen, um Frauen punktuell zu erreichen. Natürlich geht das auch nur, wenn wir es schaffen Burschen und Männer zu stärken, um Gewaltschutz auf allen Seiten zu beleuchten.
“KLiCK”-Kärnten: Sie möchten die Anliegen der Frauen im Bezirk Klagenfurt-Land stärker in den Mittelpunkt rücken. Wie wollen Sie das konkret umsetzen?
Wir stellen uns nicht mehr in die zweite Reihe, sondern werden gemeinsam Impulse setzen, um unsere Ziele zu erreichen.
Wir beginnen aber bei uns, um eine gemeinsame Haltung zu definieren, und so schnellstmöglich den Frauen im Bezirk unterstützenden Halt zu geben.
“KLiCK”-Kärnten: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Frauenpolitik in Kärnten?
Diversität. Finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit, um die Kernthemen von Frauenpolitik langfristig und nachhaltig abzusichern.
Idealerweise ein Bekenntnis dazu, dass es die Frauen sind, die die Care- Arbeit tragen und dennoch nicht in der Lage sind ein gutes Leben ohne Abhängigkeiten zu leben.