Attentat
Bürgerwehr in Villach geplant
Nach Messerattacke in Villach gründet 63-jähriger Veldener eigene Bürgerwehr in der Draustadt. Polizei dagegen.
© Daniel Kattnig
Ein aktueller Exklusivbericht in der Kleinen Zeitung lässt aufhorchen. Nach dem brutalen Messerattentat eines mutmaßlichen Islamisten plant der 63-jährige Veldener Manfred Berger die Aufstellung einer eigenen Bürgerwehr in Villach. „Ich gründe eine klassische Bürgerwehr. Die Idee gibt es schon lange, aufgrund des tragischen Anlassfalles gehen wir jetzt in die Umsetzung. Wir werden mit Patrouillen in enger Zusammenarbeit mit der Polizei für Sicherheit sorgen“, sagt Berger in der Online-Ausgabe der KLZ. Berger, dessen Kinder in Villach wohnen, ist seit über 20 Jahren als Sicherheitschef mit 40 Mitarbeitern für den reibungslosen Ablauf der Hahnenkamm-Skirennen auf der Kitzbühler Streif verantwortlich.

Gründer sucht Freiwillige
Zeitnah will Manfred Berger auf Facebook mit der Seite „Bürgerwehr Villach“ online gehen und freiwillige, ehrenamtliche Mitarbeiter suchen. Diese sollen mit einheitlichen Warnwesten ausgestattet werden. „Sie sind in dunklem Türkis gehalten, damit man uns von Straßenarbeitern unterscheiden kann“, so Berger weiter. „Die Bürgerwehr soll Gefahrensituationen in Ansätzen erkennen und Täter festhalten. Solche Initiativen gibt es seit dem 19. Jahrhundert, um das Volk zu schützen. Es geht um Patrouillen primär während der Öffnungszeiten der Geschäfte und in der frühen Nachtstunden.”

Selbstschutz
Das zukünftige Securitypersonal wird laut Berger mit Funkgeräten, Pfefferspray und Elektroschockern versehen. „Zum Selbstschutz“, wie er betont. Finanziert werden sollen die Ausrüstung und ein kleines Büro vorerst aus Eigenmitteln. In der Folge hofft Berger auf freiwillige Spenden und Unternehmen, die das Projekt unterstützen. Nach Villach soll auch eine Bürgerwehr in Klagenfurt ausgerollt werden. Lässt sich genügend freiwilliges Personal finden, ist eine Ausweitung auf weitere Kärntner Städte an gedacht.
Polizei dagegen
Die Polizei hält von diesen Bestrebungen nichts. „Eine Bürgerwehr hätte diesen Anschlag nicht verhindert. Es besteht definitiv keine Notwendigkeit für Maßnahmen durch private Personen“, betont Polizeisprecher Rainer Dionisio ebenfalls gegenüber der Kleinen Zeitung. Es sei Aufgabe der Polizei, für die Sicherheit zu sorgen. Wir sind dafür ausgebildet und trainieren derartige Zugriffe. Es braucht keine Bürgerwehr“, so der Polizeisprecher.