Kärnten
WKK-Wahl: „Sozial denken, wirtschaftlich handeln“
Am 12. und 13. März 2025 wählt Kärnten die Wirtschaftskammer. SWV-Landespräsident Fredy Trey erklärt, warum diese Wahl entscheidend ist und welche Veränderungen kleine und mittlere Unternehmen brauchen.
Die Kärntner Wirtschaftskammer-Wahl findet am 12. und 13. März 2026 statt. Wer verhindert ist, kann bis zum 3. März eine Wahlkarte beantragen und bequem per Briefwahl abstimmen.© KK
„KLiCK“-Kärnten: Herr Trey, warum ist die Wirtschaftskammerwahl 2025 für Kärntens Unternehmerinnen und Unternehmer so wichtig?
Fredy Trey: Wir müssen hier zwei Ansätze betrachten, einen politischen und einen pragmatischen. Politisch betrachtet ist die einzige Möglichkeit – wie die jüngste Vergangenheit zeigt – einen Kanzler Kickl zu verhindern Rot zu stärken, auf allen Ebenen, auch auf Ebene der Wirtschaftskammer. Pragmatisch betrachtet bilden unsere Reihen mittlere und kleine (Familien-)Betriebe und wir wissen ganz genau wofür wir uns in der Kärntner Wirtschaft einsetzen müssen! Egal ob es um das Mitarbeiten der Familie im Betrieb geht, oder um Bürokratie-Hürden in Genehmigungsprozessen, wir haben das alles am eigenen Leib mit erfahren und sind bereit dagegen vorzugehen – gestärkt mit den Stimmen unserer Wählerinnen und Wähler natürlich mit mehr Aussicht auf Erfolg!
„KLiCK“-Kärnten: Welche konkreten Maßnahmen wollen Sie umsetzen, wenn der SWV gestärkt aus der Wahl hervorgeht?
Fredy Trey: Mit entsprechendem Gewicht durch viele Stimmen lässt es sich besser dort verhandeln, wo Bürokratiehürden abgebaut werden müssen – schon längst! Wir wollen Gründern und solchen die ihren Betrieb erweitern wollen die Steine aus dem Weg räumen, die Förderlandschaft auf die kleinstrukturierten Betriebe in Kärnten umarbeiten und für Krisenzeiten vorsorgen! Wir sind aus den 2020er Jahren alle noch gezeichnet, es braucht – auch wenn es hoffentlich nie mehr eintritt – für diesen Fall bessere, fairere finanzielle Hilfen, eine bessere Informationslage für Unternehmen und bessere Beratung.
„KLiCK“-Kärnten: Inwiefern unterscheidet sich der SWV von anderen Fraktionen in der Wirtschaftskammer?
Fredy Trey: Unsere Wirtschaftspolitik und Maßnahmen sind immer solche, die für alle eine Verbesserung bringen und nicht punktuell gerade ein Klientel bevorzugen. Wenn wir zum Beispiel eine tonnenkilometerbezogene Förderung für unsere Frächter fordern, dann stärkt das den gesamten Wirtschaftsraum und schadet in Österreich niemandem. Wenn wir über die Belegpflicht unter einem Mindestbetrag beraten, dann haben wir nicht nur alle Betriebe, sondern auch die Umwelt im Auge. Unser Antrag hinsichtlich Kinderbetreuung provoziert sowohl die Stärkung der betroffenen Gewerbe als auch des Bildungssystems. Wir zeichnen uns durch Wirtschaftspolitik für die vielen Betriebe und nicht für die wenigen extrem großen aus.
„KLiCK“-Kärnten: Welche Rolle spielt soziale Verantwortung in der Wirtschaft?
Fredy Trey: Das ist ein Thema, das in unseren Kreisen gelebte Praxis bereits ist. Wir übernehmen als Betrieb im Kärntner Wirtschafts-Ökosystem tagtäglich eine Rolle ein, die unser gesamtes Umfeld positiv beeinflusst. Sei es die Unterstützung der Mitarbeiter:innen, der direkten Nachbarschaft, sowie der Region. Es ist unseren Mitgliedern und Entscheidern bewusst, dass wir Arbeitsplätze schaffen, Steuern generieren, durch Erfolg und Wachstum letztendlich sogar zum Versorgungsangebot in der Region beitragen. Denken Sie zum Beispiel an das letzte Gasthaus, den letzten Greissler, oder die letzte Trafik in einem Ort…
„KLiCK“-Kärnten: Die Wahlbeteiligung bei Wirtschaftskammerwahlen ist oft niedrig. Warum sollten Unternehmerinnen und Unternehmer unbedingt ihre Stimme abgeben?
Fredy Trey: Die Wahlbeteiligung stärkt nicht nur die Legitimation der Wirtschaftskammer – sie ist ein klares Signal für die Bedeutung einer starken Interessenvertretung der Unternehmen in Österreich.
Über die Höhe der Kammerumlage können wir gerne diskutieren. Doch die Abschaffung der Wirtschaftskammer selbst wäre ein fataler Fehler. Das wäre, als würde man Airbags und Sicherheitsgurte aus einem Auto entfernen: Es mag weiterhin fahren – scheinbar problemlos. Doch schon ein kleiner Zwischenfall kann verheerende Folgen haben. Eine starke Wirtschaft braucht eine starke Stimme. Wir müssen durch die Teilnahme an der Wahl ein klares Zeichen für den Erhalt und die Stärkung unserer gemeinsamen Interessenvertretung setzen!
