Leserbrief

Tanz­de­mo in Kla­gen­furt — aber mit Fein­ge­fühl?

Mit Verwunderung und Befremden bot sich am Donnerstag (20. Februar) auf dem Neuen Platz in Klagenfurt ein irritierendes Bild.

Tanz­de­mo in Kla­gen­furt — aber mit Fein­ge­fühl? Tanz als Protest gegen Gewalt – doch kurz nach einer Tragödie wirft das Event Fragen auf.

© Red/KK

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Mit Ver­wun­de­rung habe ich die Tanz­de­mo „One Bil­li­on Rising“ auf dem Neu­en Platz in Kla­gen­furt gese­hen – nur weni­ge Tage nach dem unfass­ba­ren Ter­ror-Atten­tat in Vil­lach, bei dem ein 14-Jäh­ri­ger auf offe­ner Stra­ße getö­tet wur­de. Gewalt gegen Frau­en und Mäd­chen ist ein enor­mes Pro­blem, und jede Initia­ti­ve dage­gen ist wich­tig. Doch die Fra­ge ist nicht, ob man ein Zei­chen setzt, son­dern wie und wann.

Wäh­rend vie­le Men­schen noch um Fas­sung rin­gen, trau­ern und ver­su­chen, das Gesche­he­ne zu ver­ar­bei­ten, wird in der Lan­des­haupt­stadt mit fröh­li­cher Musik und ein­stu­dier­ten Bewe­gun­gen getanzt. Das wirk­te weni­ger wie eine kraft­vol­le Demons­tra­ti­on als viel­mehr wie eine unpas­sen­de Insze­nie­rung. Ist das wirk­lich die rich­ti­ge Form des Pro­tests? Wird der Ernst der Lage so erfasst? Oder um es auf kärnt­ne­risch zu sagen: „Spi­ats ia eich noch?!“

Gera­de in Zei­ten der Trau­er braucht es mehr Fein­ge­fühl. Eine Tanz­per­for­mance mag gut gemeint sein, doch sie darf die Rea­li­tät nicht über­tün­chen. Wer Gewalt ablehnt, soll­te nicht nur laut sein, son­dern auch zuhö­ren – vor allem dann, wenn ein gan­zes Land sprach­los ist.

21.02.2025 09:01 - Update am: 21.02.2025 09:05
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Tanz­de­mo in Kla­gen­furt — aber mit Fein­ge­fühl? Tanz als Protest gegen Gewalt – doch kurz nach einer Tragödie wirft das Event Fragen auf.

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