Zehn Betroffene
Fälschungs-Vorwürfe bei WK-Wahl
Die Vorwürfe über Fälschungen bei der Wirtschaftskammerwahl weiten sich aus. Die Freiheitliche Wirtschaft (FW) soll Unternehmer ohne Zustimmung auf Wahllisten gesetzt haben. Die Hauptwahlkommission prüft eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft.
© Andreas Walcher
Noch am Montag war von fünf betroffenen Unternehmern die Rede, doch bis Dienstag stieg die Zahl bereits auf zehn in insgesamt 15 Fachgruppen, wie Horst Kandutsch vom Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband erklärte. Diese Unternehmer seien für die FW auf der Wahlliste aufgeschienen, ohne davon gewusst oder zugestimmt zu haben.
Ein besonders auffälliger Fall ist jener von Stefan Valentin, Inhaber eines Maler- und Raumausstatterbetriebs mit Farbenhandel in Ferlach. Erst durch einen Kollegen erfuhr er, dass er in sieben Fachgruppen als Kandidat angeführt wird. Laut eigenen Angaben hatte er bei einem Betriebsbesuch eine Unterstützungserklärung unterschrieben, jedoch eine Kandidatur eindeutig abgelehnt. Zudem wurde ihm erst jetzt bekannt, dass er bereits 2020 in drei Fachgruppen nominiert war.
Staatsanwaltschaft wird eingeschaltet
Die externe Hauptwahlkommission der Wirtschaftskammerwahl in Kärnten, unter der Leitung von Gerhard Pucher vom Amt der Kärntner Landesregierung, stellte nach einer Sitzung am Dienstag fest: “Die eingereichten Wahlvorschläge und Formulare erfüllten die formalen Anforderungen, und die Kandidaten wurden rechtskräftig verlautbart. Ob jedoch eine vorsätzliche Täuschung der Wahlbehörde vorliegt, muss untersucht werden.”
Aus diesem Grund beschloss die Hauptwahlkommission, eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Klagenfurt zu übermitteln, um eine rechtliche Klärung herbeizuführen.
Wahlen finden dennoch statt
Günter Burger, Obmann der Freiheitlichen Wirtschaft, erklärte, dass er seine Funktion in der Hauptwahlkommission für die Dauer der Untersuchungen ruhen lasse. Die Wahlbehörde betonte, dass jegliches rechtswidrige Verhalten, das das Vertrauen in den Wahlprozess gefährden könnte, nicht geduldet werde.
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