Zu Ostern schweigen in katholischen Gegenden ab Gründonnerstag um 21.15 Uhr die Kirchenglocken – als Zeichen der Trauer um den Tod Jesu Christi. Doch damit es im Ort nicht still bleibt, kommen die traditionellen Ratschen zum Einsatz. In Gurnitz übernimmt dabei ein echtes Unikat den „Glockendienst“: die historische Osterratsche der Propstei.
Kulturerbe mit Motor
Die mächtige Holzkonstruktion, die mit ihrem knatternden Klang durch das Glantal hallt, steht seit über 120 Jahren im Einsatz. Diözesankonservatorin Rosmarie Schiestl datierte das Stück bei einer Begehung ins 19. Jahrhundert. Ein elektrischer Antrieb, der in den 1960er Jahren ergänzt wurde, sorgt seither für den regelmäßigen Einsatz – pünktlich zur Karwoche.
Die Gurnitzer Ratsche gehört zur ältesten Martinskirche Kärntens und ist damit nicht nur ein funktionales Werkzeug, sondern auch ein Zeugnis lebendiger Volksfrömmigkeit. Jedes Jahr erinnert ihr Lärm an das bevorstehende Hochfest der Auferstehung und an eine Zeit, in der Technik und Glaube noch Hand in Hand gingen.
Ein Klang, der Gänsehaut macht
Auch heuer wird die „Gurnitz-Ratschn“ wieder vom Turm der Propstei zu hören sein – als lautes Zeichen der Verbundenheit mit einer der ältesten kirchlichen Traditionen Kärntens.
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