Im Jahr 2024 wurden in Kärnten 26.398 Straftaten angezeigt – um 813 mehr als 2023. Das entspricht einem Anstieg von 3,2 Prozent. Zugleich konnte die Polizei 18.900 Tatverdächtige ausforschen, ein Plus von 5,1 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg auf 61,6 Prozent – der beste Wert seit 2021.
Anstieg bei Suchtmittel- und Eigentumsdelikten
Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei den Suchtmitteldelikten aus: plus 15 Prozent auf 2.676 Anzeigen. Auch Eigentumsdelikte wie Fahrraddiebstähle (+145 Fälle) oder Sachbeschädigungen (+151) nahmen zu. Insgesamt wurden 6.290 Eigentumsdelikte zur Anzeige gebracht, das sind 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
Internetkriminalität erstmals rückläufig
Erstmals seit zehn Jahren ist die Internetkriminalität rückläufig – sie sank um 3,5 Prozent auf 3.100 Delikte. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote in diesem Bereich deutlich auf 42,4 Prozent. Der Rückgang betraf vor allem Internetbetrug, der um 4,5 Prozent abnahm.
Gewalt bleibt konstant, Raub nimmt zu
Bei Gewaltverbrechen blieb das Niveau mit 4.232 Anzeigen nahezu stabil. Rückgänge gab es bei Gewalt in der Privatsphäre (minus 7,2 Prozent) und bei Delikten mit Stichwaffen. Zunahmen wurden hingegen bei Raubdelikten registriert: plus 20,7 Prozent, vor allem durch Straßenraub im Suchtgiftmilieu.
Weniger Einbrüche in Wohnungen
Ein deutlicher Rückgang war bei Einbrüchen in Wohnräume zu verzeichnen – minus 12,9 Prozent auf 276 Anzeigen. Dabei sanken sowohl Einbrüche in Wohnungen als auch in Wohnhäuser.
Trickbetrug halbiert, Cyberabwehr gestärkt
Bei der Wirtschaftskriminalität sank die Zahl der angezeigten Delikte leicht auf 4.738. Auffällig: Trickbetrug ging im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent zurück. Mit einem neuen Cybercrime-Training-Center bereitet die Polizei ihre Beamtinnen und Beamten auf die Herausforderungen der digitalen Kriminalität vor.
Mehr Verkehrsdelikte – aber weniger Tote
Im Straßenverkehr starben 2024 insgesamt 29 Menschen – einer weniger als 2023. Dafür stiegen die Anzeigen wegen Drogenlenkens, Abstandsvergehen und Geschwindigkeit. Die Zahl der Anzeigen wegen Alkohol am Steuer sank hingegen leicht.
Polizei setzt auf Ausbildung
Mit Jahresende standen in Kärnten 2.247 Exekutivbedienstete im Dienst, 580 davon Frauen. Aktuell befinden sich 266 Polizeischülerinnen und ‑schüler in Ausbildung. Weitere Grundausbildungskurse sind bereits geplant.