Tourismus

Feld­kir­chen schließt sich der Nock­re­gi­on an

Landesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) und Bürgermeister Martin Treffner (ÖVP) legten fest, dass die Stadt Feldkirchen der neuen Tourismusregion Nockberge angehören wird. Aus der Stadtpolitik gibt es Reaktionen aus der Opposition (SPÖ und Grüne). Alle sind mit dem Ergebnis zufrieden, den zuständigen Stadtrat Christoph Gräfling (Grüne) stößt jedoch die Vorgangsweise sauer auf. Er übt Kritik am Bürgermeister.

Tourismusregion Landesrat Sebastian Schuschnig (rechts) und Bürgermeister Martin Treffner trafen eine Entscheidung.

© Büro LR Schuschnig/Taltavull

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Mit Jah­res­an­fang tritt die neue Ver­ord­nung für Tou­ris­mus­re­gio­nen in Kraft. Damit ein­her geht eine lan­ge dis­ku­tier­te Struk­tur­re­form. Die bis­her 14 Tou­ris­mus­re­gio­nen in Kärn­ten wer­den zu nun­mehr neun fusio­niert. Die Stadt­ge­mein­de Feld­kir­chen zeig­te bis­her unter­schied­li­che Prä­fe­ren­zen, in wel­cher Regi­on ihre Betrie­be künf­tig am bes­ten auf­ge­ho­ben wären. In der aktu­el­len Ver­ord­nung wur­de zunächst eine Zuord­nung zur Regi­on „Kärn­ten Mit­te“ getrof­fen.

Zur „Chef­sa­che“ erklärt

Der zustän­di­ge Lan­des­rat Sebas­ti­an Schu­sch­nig (ÖVP) sagt aber: „Die Vor­be­rei­tungs­ar­bei­ten haben deut­lich gemacht, dass die Zusam­men­ar­beit nicht opti­mal läuft. Das darf nicht zu Las­ten der Betrie­be gehen.“ Er betont, man habe dem Tou­ris­mus­ver­ant­wort­li­chen der Stadt­ge­mein­de und der Regi­on aus­rei­chend Zeit gege­ben, eine Lösung im Sin­ne der Betrie­be zu fin­den. Nach­dem die Gesprä­che jedoch ins Sto­cken gera­ten waren und die regio­nal Ver­ant­wort­li­chen kei­nen Weg einer Koope­ra­ti­on fan­den, habe er, Schu­sch­nig, die Sache nun gemein­sam mit Bür­ger­meis­ter Mar­tin Treff­ner (ÖVP) zur „Chef­sa­che“ erklärt.

Lan­des­re­gie­rung beschließt Ver­ord­nung

„Wir haben in vie­len Gesprä­che sach­lich und in aller Ruhe gemein­sam mit der Stadt nach der bes­ten Lösung für die Feld­kirch­ner Tou­ris­mus­be­trie­be gesucht. Es geht dar­um, in wel­cher Tou­ris­mus­re­gi­on die Betrie­be am bes­ten auf­ge­ho­ben sind und der Tou­ris­mus die bes­te Unter­stüt­zung erhält“, erklärt Schu­sch­nig. Der bis­he­ri­ge Gesprächs­ver­lauf mit den Ver­ant­wort­li­chen auf regio­na­ler Ebe­ne habe gezeigt, dass das nicht die Regi­on „Kärn­ten Mit­te“ ist. Nun ist fix: Feld­kir­chen wird der neu­en Tou­ris­mus­re­gi­on Nock­ber­ge ange­hö­ren. Das ver­ein­bar­ten Schu­sch­nig und Treff­ner am gest­ri­gen Mitt­woch. Eine ent­spre­chen­de Ände­rung der Ver­ord­nung wird in der Regie­rungs­sit­zung am kom­men­den Diens­tag in der Lan­des­re­gie­rung beschlos­sen.

Reak­ti­on der SPÖ Feld­kir­chen

Was sagen die ande­ren poli­ti­schen Frak­tio­nen in Feld­kir­chen zu die­ser Ent­schei­dung? „Die Regi­on Nock­ber­ge wird von den Feld­kirch­ner Betrie­ben prä­fe­riert, des­halb bin ich froh über das spä­te Ein­len­ken von Lan­des­rat Schu­sch­nig“, kom­men­tiert Vize­bür­ger­meis­ter Alex­an­der Kröll (SPÖ) die­se Ent­schei­dung. Aber: „Ich stel­le mir die Fra­ge, war­um Bür­ger­meis­ter Treff­ner als vor­he­ri­ger Tou­ris­mus­re­fe­rent die Stim­mungs­la­ge der Betrie­be nicht zur Kennt­nis genom­men hat. So hät­te sich das Pro­blem nicht so auf­ge­schau­kelt und Feld­kir­chen wäre von Haus aus in der Regi­on Nock­ber­ge ver­blie­ben, statt der Regi­on ‚Kärn­ten Mit­te‘ zuge­wie­sen zu wer­den.“

Reak­ti­on der Grü­nen

Ähn­lich beur­teilt die Situa­ti­on Stadt­rat Chris­toph Gräf­ling (Grü­ne), zustän­di­ger Tou­ris­mus­re­fe­rent der Stadt­ge­mein­de Feld­kir­chen. „Mich freut es sehr, dass Feld­kir­chen der Tou­ris­mus­re­gi­on Nock­ber­ge ange­hö­ren wird“, betont er. Ihn über­rascht jedoch die Vor­gangs­wei­se des Lan­des­rats und des Bür­ger­meis­ters, die ihn zugleicht ent­täuscht. „Ich war vor allem mit jenen neun Betrie­ben, die für 90 Pro­zent der Näch­ti­gun­gen in Feld­kir­chen sor­gen, inten­siv in Gesprä­chen. In einem Schrei­ben an den Lan­des­rat haben wir uns dann für die Zuge­hö­rig­keit zur Regi­on Nock­ber­ge aus­ge­spro­chen. Die­ses Schrei­ben ist bis heu­te unbe­ant­wor­tet geblie­ben“, kri­ti­siert er. Pikan­tes Detail am Ran­de: „Der Sach­be­ar­bei­ter im Rat­haus hat noch ges­tern tele­fo­nisch im Büro des Lan­des­rats wegen des aus­ste­hen­den Ter­mins nach­ge­fragt, aber kei­ne Ant­wort erhal­ten.“ Nach­satz: „Jetzt rühmt sich der Bür­ger­meis­ter mit einer Lösung, zu der er nichts bei­getra­gen hat.“ Wie Vize­bür­ger­meis­ter Kröll ruft er in Erin­ne­rung: „Feld­kir­chen war bereits in der Regi­on Nock­ber­ge, ehe der Lan­des­rat uns plötz­lich der Regi­on ‚Kärn­ten Mit­te‘ zuge­ord­net hat.“

 

Wis­sens­wert

Nach den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen muss eine Tou­ris­mus­re­gi­on zumin­dest über 500.000 Näch­ti­gun­gen oder über ein Bud­get von min­des­tens 800.000 Euro ver­fü­gen. In den letz­ten drei Jah­ren erreich­te die Stadt­ge­mein­de Feld­kir­chen einen Schnitt von 107.215 Näch­ti­gun­gen.

23.09.2021 11:27 - Update am: 23.09.2021 15:03
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Tourismusregion Landesrat Sebastian Schuschnig (rechts) und Bürgermeister Martin Treffner trafen eine Entscheidung.

© Büro LR Schuschnig/Taltavull