Bad Eisenkappel | Peršmanhof
Polizeieinsatz bei Gedenkstätte – Land reagiert
Ein Camp beim Peršmanhof ist am Sonntag durch die Polizei beendet worden. Das Land Kärnten hat erste Schritte gesetzt, um solche Vorfälle künftig zu verhindern.
Camp durch Polizei beendet
Am Sonntag (27.08.) ist ein Camp auf dem Gelände der Gedenkstätte Peršmanhof in der Gemeinde Bad Eisenkappel durch einen Polizeieinsatz aufgelöst worden.
Vorläufige Bilanz des Einsatzes
Beim Polizeieinsatz am Peršmanhof sind laut aktuellem Stand folgende Maßnahmen gesetzt worden:
- 62 Verwaltungsübertretungen angezeigt
- 2 Anzeigen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt
- 32 Identitätsfeststellungen
- 2 Personsdurchsuchungen
Im Einsatz waren neben Beamt:innen des Landesamts für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung auch Vertreter:innen der Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt, des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl sowie drei Polizeistreifen des BPK Völkermarkt.
Weil sich die Lage vor Ort rasch entwickelt hat, wurden zusätzlich ein Polizeihubschrauber zur Dokumentation, eine Diensthundeführerin und drei Beamte der Schnellen Interventionsgruppe (SIG) angefordert.
Landespolizeidirektor-Stellvertreter Markus Plazer hat betont, dass Orte wie der Peršmanhof besondere Sensibilität erfordern. Man werde den Einsatz genau aufarbeiten – den von Landeshauptmann Peter Kaiser angeregten Runden Tisch unterstütze man ausdrücklich.
Gesprächsinitiative angekündigt
Landeshauptmann Peter Kaiser hat in einer ersten Reaktion zur Zusammenarbeit aufgerufen. Er will Vertreter der Museumsleitung, des Verfassungsschutzes, der Bezirkshauptmannschaft und der Gemeinde zu einem gemeinsamen Gesprächstermin einladen.
Ort des Gedenkens bewahren
„Der Peršmanhof ist ein Ort des Gedenkens“, so Kaiser. Es sei wichtig, dass Hass und Gewalt dort keinen Platz hätten. Die Gedenkstätte solle in ihrer Bedeutung respektiert und geschützt werden – im Einklang mit den geltenden Gesetzen.
Deeskalation im Vordergrund
Kaiser betonte, dass ihm derzeit noch keine vollständigen Informationen zum Polizeieinsatz vorlägen. Der Vorfall zeige jedoch, wie wichtig es sei, rechtzeitig aufeinander zuzugehen, um Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen.
Land setzt erste Schritte
Das Land Kärnten will mit der angekündigten Gesprächsrunde erste Maßnahmen setzen, um ähnliche Situationen in Zukunft zu vermeiden. Ziel sei es, gemeinsam tragfähige Lösungen zu erarbeiten, um die Gedenkkultur am Peršmanhof dauerhaft zu sichern.