Nach Vorfall beim Peršmanhof

Peter Kai­ser gibt Pres­se­state­ment

Nach dem umstrittenen Polizeieinsatz am Peršmanhof am vergangenen Sonntag hat Landeshauptmann Peter Kaiser bei einer Pressekonferenz Stellung bezogen. Im Mittelpunkt stand der Wille zur Aufklärung und die Sicherung des Gedenkortes.

Peter Kai­ser gibt Pres­se­state­ment Der Polizeieinsatz am Peršmanhof im Juli wurde laut Analysekommission in mehreren Punkten als rechtswidrig und unverhältnismäßig eingestuft.

© Wikimedia/Emil Zajic

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Was pas­siert ist

Am Sonn­tag (27.07.) ist ein Camp auf dem Gelän­de der Gedenk­stät­te Perš­m­an­hof in Bad Eisen­kap­pel durch einen Poli­zei­ein­satz been­det wor­den. Dabei wur­den laut Poli­zei 62 Ver­wal­tungs­über­tre­tun­gen, zwei Anzei­gen wegen Wider­stands gegen die Staats­ge­walt, 32 Iden­ti­täts­fest­stel­lun­gen und zwei Per­sons­durch­su­chun­gen ver­zeich­net. Im Ein­satz stan­den unter ande­rem Staats­schutz-Beam­te, das BFA, die Bezirks­haupt­mann­schaft und Kräf­te der SIG. Ein Poli­zei­hub­schrau­ber doku­men­tier­te das Gesche­hen.

Dia­log fort­set­zen, Feh­ler ver­mei­den

Ziel sei es, die Dia­log­fä­hig­keit auf­recht­zu­er­hal­ten, so Kai­ser. Es brau­che Gesprä­che, Aus­tausch – und das kla­re Bekennt­nis, Fehl­ent­wick­lun­gen künf­tig zu ver­mei­den. Der Lan­des­haupt­mann kün­dig­te eine enge Zusam­men­ar­beit zwi­schen allen rele­van­ten Stel­len an, um Leh­ren aus dem Vor­fall zu zie­hen.

Kom­mis­si­on prüft Vor­ge­hen

Eine mul­ti­pro­fes­sio­nel­le Kom­mis­si­on unter dem Dach des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Inne­res wer­de nun ein­ge­setzt. Die­se soll gemein­sam mit Vertreter:innen der Gedenk­kul­tur, der slo­we­ni­schen Volks­grup­pe sowie behörd­li­chen Fach­stel­len den Ablauf des Ein­sat­zes prü­fen. Ziel sei eine voll­stän­di­ge und umfas­sen­de Auf­klä­rung auf Bun­des­ebe­ne – mög­lichst rasch. Auch inner­halb der Kärnt­ner Poli­zei wer­de eine inter­ne Prü­fung statt­fin­den.

Rück­blick auf den Run­den Tisch

Kai­ser bedau­er­te erneut, dass es zu einem der­ar­ti­gen Vor­fall an einem Ort des Geden­kens kom­men konn­te. Beson­ders hob er her­vor, dass sich Mag. Mar­kus Pla­zer, stell­ver­tre­ten­der Lan­des­po­li­zei­di­rek­tor, beim Run­den Tisch klar geäu­ßert und sein Bedau­ern aus­ge­drückt habe. Die Zusam­men­ar­beit zwi­schen der Bür­ger­meis­te­rin von Bad Eisen­kap­pel, dem ver­ant­wort­li­chen Trä­ger­ver­ein, der Bezirks­haupt­mann­schaft und dem Land funk­tio­nie­re gut.

Gesetz­li­che Absi­che­rung für Gedenk­stät­ten

Ange­sichts des Vor­falls wer­de nun geprüft, inwie­fern Gedenk­stät­ten wie der Perš­m­an­hof einen beson­de­ren recht­li­chen Schutz benö­ti­gen. Kai­ser reg­te eine Über­ar­bei­tung des Ver­an­stal­tungs­ge­set­zes an – ent­we­der auf Lan­des- oder Bun­des­ebe­ne –, um sol­che Ein­sät­ze künf­tig zu ver­mei­den. Auch die rechts­po­li­ti­sche Bedeu­tung sol­cher Orte sol­le im Land­tag oder Par­la­ment the­ma­ti­siert wer­den.

Inter­na­tio­na­le Reak­tio­nen und Gesprä­che

Kai­ser beton­te die inter­na­tio­na­le Bedeu­tung des Perš­m­an­hofs. Die öster­rei­chi­sche Bot­schaft in Ljublja­na sei ein­ge­bun­den wor­den, es habe ein Gespräch mit der slo­we­ni­schen Außen­mi­nis­te­rin Tan­ja Fajon gege­ben. Auch der öster­rei­chi­sche Bun­des­prä­si­dent habe sich tele­fo­nisch gemel­det und sei­ne vol­le Unter­stüt­zung für die Auf­klä­rung zuge­sagt. Innen­mi­nis­ter Ger­hard Kar­ner sei ein­ge­bun­den, und es wer­de geklärt, wel­che Rol­le ein­zel­ne Per­so­nen wie der Poli­zei­of­fi­zier Klösch gespielt hät­ten.

Psy­cho­lo­gi­sche Hil­fe für Betrof­fe­ne

Auf die Fra­ge, ob es psy­cho­lo­gi­sche Hil­fe für betrof­fe­ne Nach­kom­men der Opfer gebe, sag­te Kai­ser: „Wenn Hil­fe gebraucht wird, wer­den wir sie selbst­ver­ständ­lich zur Ver­fü­gung stel­len.“ Man neh­me das The­ma ernst, auch im Hin­blick auf mög­li­che Trau­ma­ti­sie­run­gen.

„Vie­le Men­schen – ins­be­son­de­re jun­ge – haben ein ver­zerr­tes Bild erhal­ten. Ich bit­te um Ver­trau­en in die Repu­blik und unse­re Demo­kra­tie. Feh­ler sind pas­siert. In Zukunft müs­sen wir noch bewuss­ter han­deln“, so Kai­ser.

Wei­te­re Schrit­te fol­gen

Die Ergeb­nis­se der Unter­su­chun­gen sol­len so rasch wie mög­lich prä­sen­tiert wer­den. Es wer­de wei­te­re Gesprä­che mit allen Betei­lig­ten geben. Die Volks­grup­pen­ver­tre­tung rund um Ber­nard Sadov­nik sei in engem Kon­takt mit dem Land. Kai­ser beton­te abschlie­ßend noch­mals, wie bit­ter und bestür­zend der Vor­fall gewe­sen sei: „Din­ge sind pas­siert, von denen ich gehofft habe, dass sie nie pas­sie­ren.“

30.07.2025 16:11 - Update am: 31.07.2025 13:51
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Peter Kai­ser gibt Pres­se­state­ment Der Polizeieinsatz am Peršmanhof im Juli wurde laut Analysekommission in mehreren Punkten als rechtswidrig und unverhältnismäßig eingestuft.

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