Kommentar

Kla­gen­furt: Ein Hal­len­bad macht noch kei­nen Som­mer

Endlich hat das Land in Punkto Hallenbad eingegriffen. Nach endlosem Hin und Her fixierte Landeshauptmann Peter Kaiser die Millionenförderung und brachte nach Jahren des Stillstands Bewegung in die Sache. Ein Lichtblick in einer Stadt, die ansonsten schwer ins Schlingern geraten ist – und ein Schlag ins Kontor für Bürgermeister Christian Scheider, der bei Großprojekten zuletzt meist nur zuschauen konnte.

Kla­gen­furt: Ein Hal­len­bad macht noch kei­nen Som­mer Die Landeshauptstadt Klagenfurt steckt zwischen Baustellen, Budgetproblemen und Vertrauensverlust der Politik.

© Red/KK

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Ein posi­ti­ves Signal

Das „Alpen-Adria Fami­li­en- und Sport­bad“ mit 50-Meter-Becken wird nicht nur dem Brei­ten- und Leis­tungs­sport die­nen, son­dern auch künf­ti­gen Gene­ra­tio­nen Schwimm­kur­se ermög­li­chen. Kai­ser setz­te sei­ne Unter­schrift als Ers­ter, Stadt­wer­ke-Vor­stand Erwin Smo­le ver­sprach eine Umset­zung im Zeit- und Kos­ten­rah­men. Auch der Bund betei­ligt sich mit sie­ben Mil­lio­nen Euro – immer­hin.

Doch drum­her­um herrscht Cha­os

Wäh­rend das Hal­len­bad als Vor­zei­ge­pro­jekt gefei­ert wird, ver­liert Kla­gen­furt an allen ande­ren Fron­ten an Boden. Gebüh­ren rauf, Bür­ger zah­len drauf. Mit Sep­tem­ber ver­dop­peln sich die Park­ge­büh­ren auf 1,80 Euro pro Stun­de – Motor­rä­der par­ken wei­ter gra­tis. Gerecht? Ganz sicher nicht.

Bau­stel­len, Bau­stel­len, Bau­stel­len

Ger­ber­weg, Völ­ker­mark­ter Stra­ße, Gre­te Bitt­ner Stra­ße – die Stadt ist ein ein­zi­ges Nadel­öhr. Koor­di­na­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on? Fehl­an­zei­ge. Wer täg­lich im Stau steht, glaubt der Poli­tik kein Wort mehr.

Lee­re Kas­sen, lee­re Ver­spre­chen

Das Hal­len­bad soll 2027/28 fer­tig sein, doch schon 2025 klafft ein Bud­get­loch von 47 Mil­lio­nen Euro. Der Kon­so­li­die­rungs­bei­rat warnt vor Zah­lungs­un­fä­hig­keit ab 2026. Trotz­dem hält man an Pres­ti­ge­pro­jek­ten fest, als sei alles im Lot.

Innen­stadt ver­liert See­le

Der Flug­ha­fen wächst, doch die Stadt denkt über einen Aus­stieg nach. In der Innen­stadt schlie­ßen Geschäf­te wie „Elben­wald“ oder das Tra­di­ti­ons­haus „Habe­nicht“. Was bleibt, ist ein trost­lo­ses Bild.

Poli­tik ver­liert Rück­halt

Eine neue Umfra­ge zeigt: Die FPÖ kratzt an der 36-Pro­zent-Mar­ke, die SPÖ folgt dahin­ter. Bür­ger­meis­ter Schei­der? Nur mehr 14 Pro­zent wür­den ihn direkt wäh­len. Mehr als die Hälf­te der Klagenfurter*innen sieht über­haupt kei­ne akzep­ta­ble Opti­on mehr.

Advent ohne Glanz Jetzt steht auch noch die Weih­nachts­be­leuch­tung zur Dis­kus­si­on. 220.000 Euro sol­len gespart wer­den – doch ohne Licht ver­liert die Stadt das letz­te Stück Flair.

Fazit:

Ein Hal­len­bad ist schön und gut. Aber es ist nur ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein. Kla­gen­furt stol­pert von Bau­stel­le zu Bau­stel­le, von Schul­den­loch zu Ver­trau­ens­kri­se. Dass

aus­ge­rech­net das Land das Hal­len­bad ret­ten muss­te, zeigt vor allem eines: Bür­ger­meis­ter Schei­der hat die Zügel längst aus der Hand gege­ben.

19.09.2025 08:00
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Kla­gen­furt: Ein Hal­len­bad macht noch kei­nen Som­mer Die Landeshauptstadt Klagenfurt steckt zwischen Baustellen, Budgetproblemen und Vertrauensverlust der Politik.

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