ÖFB
“Auf den Moment haben wir gewartet”
Für den entscheidenden Schritt hat man es heute im Spiel gegen Zypern selbst in der Hand. Anpfiff ist um 18 Uhr in Limassol.
© ÖFB/Christopher Kelemen
Mit Spannung, Vorfreude und einer großen Portion Selbstvertrauen blickt das österreichische Nationalteam auf das entscheidende Wochenende in der WM-Qualifikation. In Paphos, wo sich das Team von Ralf Rangnick auf die Partie gegen Zypern vorbereitet, herrscht konzentrierte Anspannung – und spürbarer Glaube an den großen Traum. “Wir haben uns lange auf diesen Moment vorbereitet, jetzt kommt er endlich”, sagt Christoph Baumgartner, der in dieser Saison bei RB Leipzig zu den Fixgrößen zählt. Der 26-Jährige sprüht vor Zuversicht: “Man merkt bei jedem im Team, dass eine Extra-Spannung da ist. Das darf auch so sein. Bei wichtigen Spielen bin ich lieber einen Tick drüber als einen Tick drunter.”
Selbstkritik und klare Ziele
Ein Sieg gegen Zypern – und mit etwas Schützenhilfe aus Rumänien – könnte das WM-Ticket für 2026 bereits am Samstag sichern. Baumgartner betont die gute Ausgangsposition, bleibt aber realistisch: “Wir hätten es uns mit dem Last-Minute-Gegentor in Rumänien leichter machen können. Trotzdem: Wir sind bereit und haben ein super Gefühl.” Die bisherige Qualifikation bewertet der Offensivspieler mit einer Mischung aus Selbstvertrauen und Ehrlichkeit: “Einerseits war es souverän, andererseits noch nicht ganz auf dem Niveau, das wir schon gezeigt haben. Aber am Ende zählt nur, dass du dabei bist.” Baumgartner, der in großen Spielen regelmäßig aufzeigt – etwa bei der EM 2021 gegen die Ukraine oder beim 3:1 gegen Polen in Deutschland –, bleibt fokussiert: “Tore sind nicht das Wichtigste. Ich will einfach, dass wir diese zwei Spiele so bestreiten, dass wir bei der WM dabei sind.”
Wimmer: “Das ganze Land will es”
Auch Teamkollege Patrick Wimmer teilt die Aufbruchsstimmung. Der Wolfsburg-Legionär spricht von einer “riesigen Vorfreude” auf die entscheidende Phase der Quali. “Jeder will sich qualifizieren, das ganze Land, alle Fans wollen es”, betont der 24-Jährige. Das Hinspiel gegen Zypern ist ihm noch gut in Erinnerung: “Es war sehr schwer, sehr zweikampfbetont. Wir müssen uns wieder darauf einstellen, dass sie bei jedem Kontakt hinfliegen.” Gleichzeitig ist Wimmer überzeugt, dass das ÖFB-Team das Heft in der Hand hat: “Wenn wir unser Spiel auf den Platz bringen, sind wir die bessere Mannschaft.” Den Vorwurf des rumänischen Teamchefs Mircea Lucescu, Österreich sei “ausrechenbar”, kontert Wimmer selbstbewusst: “Wenn eh jeder weiß, wie wir spielen, warum sind wir dann Tabellenführer?”
Seiwald: “Wir sind richtig heiß auf das Spiel”
Ebenfalls voller Energie zeigt sich Nicolas Seiwald, der beim Nationalteam inzwischen zu den zentralen Figuren zählt. “Es ist eine positive Anspannung da, wir sind richtig heiß auf das Spiel und voller Vorfreude”, so der Salzburger. Gleichzeitig warnt er vor dem Gegner: “Zypern ist eine Mannschaft mit Mentalität. Sie können im Ballbesitz etwas, wenn man ihnen Räume lässt.” Seiwald erwartet ein aggressiveres Pressing der Zyprioten als im Hinspiel – und weiß, wie man darauf reagieren will: “Wir wollen hohe Ballgewinne schaffen und so auftreten, als wären wir die Heimmannschaft.” Trotz des 0:1‑Rückschlags in Rumänien bleibt der 24-Jährige seiner Linie treu: “Es liegt nicht am Spielstil, sondern daran, wie wir ihn ausgeführt haben. Die Idee bleibt die gleiche.” Über die Bedeutung einer möglichen WM-Teilnahme muss Seiwald nicht lange nachdenken: “Eine WM ist noch einmal größer als eine EM. Wir wollen unbedingt hin und eine neue Geschichte schreiben.”
Schmid: “Eine eigene Geschichte schreiben”
Romano Schmid blickt dem WM-Quali-Finale mit klarer Zielsetzung entgegen. Der Steirer, der in Paphos zuletzt wieder voll mittrainierte, sieht in der bevorstehenden Entscheidung “eine große Chance, Geschichte zu schreiben”. Über die früheren WM-Auftritte Österreichs wusste der 25-Jährige lange wenig. “Als Kind habe ich null von früheren Turnieren erzählt bekommen. Jetzt weiß ich, dass 1954 der dritte Platz und 1990 der letzte Sieg waren – aber eine eigene Geschichte zu schreiben, ist schöner. Deswegen ist in meinem Kopf nur, dass wir zur WM fahren”, erklärte Schmid. Dass der Weg dorthin kein Selbstläufer wird, ist ihm bewusst: “Zypern hat viele starke Spieler und war im Hinspiel sehr aggressiv. Wir müssen noch aggressiver sein.” Optimistisch stimmen ihn die Eindrücke der letzten Tage: “Da ist richtig Feuer drin. Ich habe selten so gute Trainings gesehen, wo so viel Druck und Intensität drin war.” Physisch fühlt sich der Werder-Legionär bereit: “Ich bin topfit und freue mich riesig auf Samstag.”
Teamgeist und Zielstrebigkeit als Erfolgsrezept
Ob Baumgartner, Wimmer, Seiwald oder Schmid – das gesamte ÖFB-Team strahlt vor den entscheidenden Qualifikationsspielen Geschlossenheit und Zuversicht aus. Teamchef Ralf Rangnick hat eine Mannschaft geformt, die nicht nur spielerisch, sondern auch mental gereift wirkt. “Wir haben uns als Team weiterentwickelt”, sagt Baumgartner. “Jetzt wollen wir uns das belohnen, wofür wir so lange gearbeitet haben.“ Am Samstag in Limassol soll der nächste Schritt Richtung Weltmeisterschaft 2026 gelingen – mit einem klaren Ziel vor Augen: “Wir wollen Geschichte schreiben.”