Kultur-Förderung
Paris-Stipendien für zwei junge Künstler
Die beiden Paris-Stipendien, dotiert mit jeweils 9.000 Euro, gehen an die beiden in Kärnten geborenen Kulturschaffenden Anna Kohlweis und Kevin A. Rausch. Mit dem Stipendium ist auch ein Aufenthalt in Paris verbunden.
© Martin Rauchenwald
„Wir freuen uns, zwei zukunftsweisenden, in Kärnten geborenen Künstlern die Chance eines sechsmonatigen Aufenthalts in Paris geben zu können. Der Austausch mit anderen internationalen Kulturschaffenden und das Flair der Kunstmetropole waren schon immer inspirierende Anreize für unsere heimischen Künstler, die sich in Paris ohne existenziellen Druck ganz ihrer Arbeit widmen können“, betont Jürgen Pfeiler, Vizebürgermeister und Kulturreferent der Landeshauptstadt Klagenfurt. Anna Kohlweis und Kevin A. Rausch bekommen das Paris-Stipendium 2022, das mit jeweils 9.000 Euro dotiert und mit einem sechsmonatigen Aufenthalt im Künstleratelier „Cité Internationale des Arts“ in Paris verbunden ist.

Anna Kohlweis
Die Kulturschaffende Anna Kohlweis wurde 1984 in Klagenfurt geboren und studierte bis 2014 an der Akademie der Bildenden Künste bei Ashley Hans Scheirl in Wien. Kohlweis gewann bereits mehrere Preise und Arbeitsstipendien und stellte schon in mehreren Gruppen- und Einzelausstellungen ihre vielseitigen Werke in den Bereichen der Bildenden Kunst, Musik, Video und Performance vor. In der Hauptstadt von Frankreich wird Kohlweis ihre ständig wachsende Serie „House Apparitions“ ausweiten. Außerdem wird sie sich der Thematik des mentalen Zustands in Zeiten der Krise mit den künstlerischen Ausdrucksformen Malerei, Animationsfilm, Sound und Textilkunst annähern.
Mentaler Zustand von Relevanz
„Das eingereichte Projekt scheint mir sehr interessant, weil es sich thematisch in der Untersuchung des mentalen Zustands einerseits auf eine subjektive Problematik bezieht, die jedoch andererseits in Hinblick auf die Pandemiesituation von allgemeingültiger Relevanz ist“, erklärt Jury-Mitglied Christine Wetzlinger-Grundnig vom „Museum Moderner Kunst Kärnten“. Der Kulturjournalist Bertram Karl Steiner bezeichnet das Werk Kohlweis’ als „kluges Spiel mit Kultobjekten.“ „Die Verflechtung verschiedenster Techniken und die unterschiedlichste Herangehensweise an ein Thema klingen sehr spannend. Interessant könnte auch werden, ob und wie sehr sich das künstlerische Arbeiten in ihrer ‚kreativen Bubble‘ hin zum Werken in einem geöffneten Raum verändern wird“, sagt Beatrix Obernosterer, Leiterin der Stadtgalerie Klagenfurt.
Kevin A. Rausch
Kevin A. Rausch wurde 1980 in Wolfsberg geboren und besuchte die Kunstschule in Wien, an der er das Diplom im Jahr 2007 erlangte. Der in Wien lebende Kulturschaffende beteiligte sich bei zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland. Er produziert auch künstlerische Kurzfilme im Acht-Millimeter-Format. Im Zuge des Paris-Aufenthalts möchte sich Rausch dem aktuellen Zeitgeschehen widmen. Zusätzlich will er den Blick vermehrt auf dem derzeitigen Paradigmenwechsel im Bereich der Technik und Kommunikation richten. Auf dem Plan steht ebenso ein Kurzfilm-Projekt zu Fragen von Identität und Authentizität in Zeiten des Umbruchs der Gesellschaft und der Veränderungen der Lebensbedingungen des Menschen. Im Kunstbetrieb mit seinen malerischen und musikalischen Arbeiten konnte er sich bereits etablieren und seine Qualitäten unter Beweis stellen.
Einer der besten Kärntner Maler
Jurorin und Kulturjournalistin Irina Lino sieht im Preisträger einen vielversprechend genreübergreifenden Ansatz, der die Qualität in allem hält, was er macht und die Frage nach dem Gleichgewicht in dieser aus dem Lot geratenen Zeit spannt. Jury-Mitglied Michaela Monschein vom ORF bezeichnet Rausch sogar als „einen der besten, aus Kärnten stammenden Maler seiner Generation mit einer ganz eigenen Bildsprache voller Überraschungen“.
Das Paris-Stipendium
Das alle zwei Jahre mit dem Land Kärnten von der Stadt Klagenfurt vergebende Paris-Stipendium ist mit 9.000 Euro dotiert. Mit dem Stipendium ust ein sechsmonatiger Aufenthalt im Künstleratelier „Cité Internationale des Arts“ in Paris verbunden. Ausschreibungen erfolgen am Klagenfurter Kulturserver und am Kultur-Channel des Landes Kärnten.
