Klagenfurt

Kor­alm­bahn star­tet – Kla­gen­furt stol­pert hin­ter­her

„Während die Koralmbahn neue Chancen eröffnet, kritisieren WKK-Bezirksobmann Franz Ahm und die Wirtschaftskammer Klagenfurt die fehlenden Vorbereitungen der Stadt und fordern endlich klare Strategien.“

Kor­alm­bahn star­tet – Kla­gen­furt stol­pert hin­ter­herDer Klagenfurter Hauptbahnhof im Schatten der Koralmbahn: Während die neue Verbindung den Süden Österreichs in eine wirtschaftliche Zukunft katapultiert, bleibt die Landeshauptstadt sichtbar hinter ihren eigenen Möglichkeiten zurück.

© WKK

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Mit der Inbe­trieb­nah­me der Kor­alm­bahn beginnt für den Süden Öster­reichs eine neue wirt­schaft­li­che Epo­che. Doch aus­ge­rech­net Kla­gen­furt, die Lan­des­haupt­stadt, wirkt auf die­sen Moment schlecht vor­be­rei­tet. Wäh­rend Regio­nen und Gemein­den ent­lang der neu­en Ach­se früh­zei­tig auf Infra­struk­tur, Mobi­li­tät und Stand­ort­ent­wick­lung gesetzt haben, herrscht in Kla­gen­furt vor allem eines: Rat­lo­sig­keit – beglei­tet von einer zuneh­mend lau­ter wer­den­den Suche nach Ver­ant­wort­li­chen.

Ver­säum­te Jah­re – und ein offe­ner Befund 

Unter­neh­mer und WK-Bezirks­ob­mann Franz Ahm brach­te das The­ma jüngst in einem Inter­view auf den Punkt: Ein städ­te­bau­lich defi­nier­tes Bahn­hofs­quar­tier feh­le eben­so wie funk­tio­nie­ren­de Mobi­li­täts­ver­bin­dun­gen zwi­schen Bahn­hof, Zen­trum, Uni­ver­si­tät, Fach­hoch­schu­le und Wör­ther­see. Die Bahn­hof­stra­ße prä­sen­tie­re sich wei­ter­hin als städ­te­bau­li­che Pro­blem­zo­ne, obwohl die Bedeu­tung des Bahn­hofs mit der Kor­alm­bahn mas­siv gestie­gen sei.

Vie­le die­ser Pro­ble­me sind nicht neu. Sie wur­den in Kon­zep­ten beschrie­ben, in Gre­mi­en dis­ku­tiert und in Fach­ana­ly­sen doku­men­tiert. Den­noch blieb die Umset­zung über Jah­re begrenzt. Mit dem Start der Bahn sind die­se Ver­säum­nis­se nun unüber­seh­bar.

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Franz Ahm, Vize­prä­si­dent WKK
© WKK/Helge Bau­er

Poli­ti­sche Reak­tio­nen: Fin­ger­zei­ge statt Ant­wor­ten

Statt einer gemein­sa­men Ana­ly­se, wie es zu die­ser unzu­rei­chen­den Vor­be­rei­tung kom­men konn­te, prägt der­zeit eine ande­re Dyna­mik die Debat­te: die Suche nach Schul­di­gen. Jüngs­tes Bei­spiel ist Vize­bür­ger­meis­ter Patrick Jon­ke, der in einer Pres­se­aus­sendung beton­te, die ange­kün­dig­ten 60 Park&Ride-Parkplätze beim Bahn­hof lägen aus­schließ­lich im Ver­ant­wor­tungs­be­reich von Stadt­rä­tin San­dra Was­ser­mann. Ein fer­ti­ger Ver­trags­ent­wurf lie­ge vor – man war­te ledig­lich auf ihre Zustim­mung.

Die Fra­ge, war­um ein zen­tra­ler Bau­stein der Mobi­li­täts­pla­nung der Stadt in die­ser Pha­se über­haupt noch unge­klärt ist, bleibt hin­ge­gen unbe­ant­wor­tet. Noch unbe­ant­wor­te­ter bleibt, war­um eine gesam­te Stadt­re­gie­rung über Jah­re hin­weg kei­ne klar prio­ri­sier­te Stra­te­gie ent­wi­ckelt hat, obwohl die Bedeu­tung der Kor­alm­bahn seit lan­gem fest­stand.

Der Sta­tus quo: ein ernüch­tern­der ers­ter Ein­druck 

Wäh­rend der neue Bahn­ver­kehr bereits rollt, prä­sen­tiert sich der Kla­gen­fur­ter Bahn­hofs­vor­platz wei­ter­hin wie ein Über­gangs­raum ohne kla­re Iden­ti­tät. Die Erreich­bar­keit der Innen­stadt ist weder struk­tu­rell noch visu­ell über­zeu­gend gelöst. Von einer inte­grier­ten Mobi­li­täts­dreh­schei­be, die einer Lan­des­haupt­stadt gerecht wird, ist die Rea­li­tät weit ent­fernt.

Die Regi­on hin­ge­gen arbei­tet mit der AREA SÜD an einem neu­en wirt­schaft­li­chen Schwer­punkt. Das wirt­schaft­li­che Umfeld bewegt sich – nur die Lan­des­haupt­stadt wirkt, als ver­su­che sie, den eige­nen Rück­stand nun kom­mu­ni­ka­tiv statt struk­tu­rell auf­zu­ho­len.

Fazit: Der Hand­lungs­be­darf ist grö­ßer als der Streit

Ob der aktu­el­le „Denk­zet­tel“ tat­säch­lich zum Umden­ken führt, ist offen. Fest steht: Die poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung dar­über, wer für wel­che Ein­zel­ent­schei­dung ver­ant­wort­lich ist, wird die grund­le­gen­den Ver­säum­nis­se nicht lösen. Die Erwar­tun­gen an eine Lan­des­haupt­stadt gehen über 60 Park­plät­ze hin­aus.

Kla­gen­furt muss jetzt bewei­sen, dass es ver­stan­den hat, wor­um es wirk­lich geht: nicht um die Ver­wal­tung einer Ver­gan­gen­heit, son­dern um die Gestal­tung einer Zukunft, die längst begon­nen hat.

11.12.2025 12:00
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Kor­alm­bahn star­tet – Kla­gen­furt stol­pert hin­ter­herDer Klagenfurter Hauptbahnhof im Schatten der Koralmbahn: Während die neue Verbindung den Süden Österreichs in eine wirtschaftliche Zukunft katapultiert, bleibt die Landeshauptstadt sichtbar hinter ihren eigenen Möglichkeiten zurück.

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