Prisojnik Nordwand
Grenzüberschreitende Rettung
In der Prisojnik Nordwand in Slowenien ist es zu einem grenzüberschreitenden Rettungseinsatz gekommen. Eine Eiskletterin ist nach einem rund 15 Meter Absturz schwer verletzt worden, ihr Seilpartner hat im vereisten Gelände nicht mehr absteigen können. Beide sind per Winde geborgen worden, die Verletzte ist danach direkt ins LKH Villach geflogen worden.
© ARA Flugrettung - Station Fresach RK-1
Alarm in der Nordwand
Gegen 14:30 Uhr ist die Crew zu einem länderübergreifenden Einsatz in die steile Eisrinne der Prisojnik Nordwand alarmiert worden. Gemeldet worden sind zwei Eiskletterer in Not, eine Person ist nach einem rund 15 Meter Absturz schwer verletzt gewesen. Nach der ersten Kontaktaufnahme ist festgestanden, dass die Rettung durch die Crew möglich gewesen ist.
Rettung nur aus der Luft
Schon beim Erkundungsflug ist klar gewesen, dass das Gelände kaum Spielraum gelassen hat. Die Eisrinne war etwa 45 Grad steil und schneebedeckt, eine Landung ist nicht möglich gewesen und auch ein schneller bodengestützter Zugang ist nicht in Frage gekommen. Deshalb ist die Entscheidung gefallen, die Patientin per Crash-Bergung zu erreichen.
Winde, Erstversorgung, zweiter Abtransport
Ein Flugretter ist allein zur schwer verletzten Patientin abgewincht worden, hat die Erstversorgung durchgeführt und die Windenbergung vorbereitet. Danach ist ein zweiter Rettungsvorgang notwendig gewesen, weil der Seilpartner im vereisten Gelände nicht mehr selbstständig absteigen hat können und ebenfalls per Rettungswinde aus der Wand geholt worden ist. Laut Bericht sind beide Kletterer innerhalb von rund 20 Minuten geborgen und versorgt worden.
Zusammenarbeit über Grenzen hinweg
Besonders betont hat die Bergrettung die Zusammenarbeit über Staatsgrenzen hinweg. Die Koordination und Kommunikation zwischen den Beteiligten hat reibungslos funktioniert, wodurch Hilfe ohne Verzögerung in die Wand gebracht worden ist. Gerade in steilem alpinem Gelände ist diese Abstimmung entscheidend gewesen, weil jede Minute zählt. Die Schwerverletzte ist im Anschluss ohne Zwischenlandung direkt zur weiteren Versorgung ins LKH Villach geflogen worden.

