Kinderschutz
Kärntens Skischulen setzen neue Maßstäbe im Kinderschutz
Kärntens Skischulen führen als erste in Österreich ein verbindliches Kinder-Sicherheits- und Schutzkonzept ein. Ein dreijähriges Pilotprojekt soll neue Standards für mehr Sicherheit und Vertrauen im Wintersport schaffen.
© Foto:©Egon Rutter
Der Kärntner Skischulverband setzt gemeinsam mit dem Land Kärnten neue Maßstäbe im Kinder- und Jugendschutz. Mit einem umfassenden Sicherheits- und Schutzkonzept startet nun ein österreichweites Pilotprojekt, das in mehreren Skischulen bereits in der Praxis umgesetzt wird.
Kärntner Skischulen als Vorreiter beim Kinderschutz
Kärnten. Während in vielen Regionen noch über verbindliche Standards diskutiert wird, geht der Kärntner Skischulverband (KSSV) einen entscheidenden Schritt weiter: Mit dem neuen Kinder-Sicherheits- und Schutzkonzept (KSK) werden klare Regeln und Strukturen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Skischulbetrieb eingeführt. Das dreijährige Pilotprojekt wird derzeit in den Skischulen in St. Oswald/Bad Kleinkirchheim, am Katschberg und am Falkert erprobt. Ziel ist es, einheitliche Standards zu entwickeln, zu überprüfen und langfristig auf weitere Skischulen auszuweiten. „Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat im Skischulwesen höchste Priorität“, betont Sportjurist Mag. Josef Gröchenig vom Land Kärnten. Das neue Konzept stärke die Sensibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erhöhe die Sicherheit für Kinder, Eltern und Lehrkräfte.
Klare Regeln für den Alltag
Kern des Programms ist ein verbindlicher Verhaltenskodex für alle Skilehrerinnen und Skilehrer. Er reicht von der Null-Toleranz gegenüber Gewalt und Diskriminierung über den respektvollen Umgang mit Kindern bis hin zu klar geregeltem körperlichem Kontakt. Auch private Kontakte über soziale Medien sind untersagt.
Zusätzlich werden Sicherheitsmaßnahmen im Skibetrieb verstärkt: gesicherte Übungsplätze, angepasster Unterricht, Helmpflicht sowie besondere Aufmerksamkeit bei Liftfahrten und Wartebereichen gehören dazu. „Kindersicherheit ist für uns seit Jahren gelebte Praxis“, sagt Vanessa Szigeti-Krainer von der Ski- & Sportschule Krainer-Wulschnig. Nun werde diese Erfahrung in verbindliche Strukturen überführt.
Ganzheitlicher Zugang
Neben sportlichen Aspekten umfasst das Konzept auch organisatorische Maßnahmen: geregelte Bring- und Abholprozesse, kindgerechte Pausenräume, Notfallpläne und regelmäßige Schulungen zum Thema Kinderschutz und Erste Hilfe. In jeder teilnehmenden Skischule wird zudem eine eigene Kinderschutzbeauftragte oder ein Kinderschutzbeauftragter benannt. Raimund Berger, Skibeauftragter des Landes Kärnten, unterstreicht den ganzheitlichen Ansatz: „Kinderschutz bedeutet, Sicherheit durch Infrastruktur, Ausbildung und Verantwortung zu verbinden.“
Modell für ganz Österreich
Mehr als 90 Prozent der Skischulkundinnen und ‑kunden in Kärnten sind Kinder und Jugendliche. Für KSSV-Obmann Markus Reicher ist das ein klarer Auftrag: „Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung, der wir uns bewusst stellen. “Landessportdirektor Mag. Arno Arthofer sieht im Projekt ein starkes Signal: Das neue Konzept erhöhe nicht nur die Sicherheit, sondern auch das Wohlbefinden junger Sportlerinnen und Sportler. Langfristig soll das Kärntner Modell auch auf andere Regionen und Sportarten übertragen werden. Damit positioniert sich Kärnten einmal mehr als Vorreiter im organisierten Sport – und setzt ein deutliches Zeichen für gelebten Kinderschutz im Wintersport.