Winterjobbörse
Personalmangel im Kärntner Winter-Tourismus
Die Wintertourismus-Jobbörse von AMS Kärnten und Wirtschaftskammer Kärnten in der Villacher Fachberufsschule für Tourismus stand im Zeichen des Mitarbeitermangels. Die Branche hat Forderungen, um dem entgegenwirken zu können.
© WKK/Peter Just
Bereits seit dem Jahr 2016 veranstalten AMS Kärnten und die Wirtschaftskammer Kärnten regelmäßig Jobbörsen. Nach zwei Jahren Zwangspause trafen sich heute Tourismus-Unternehmen und Arbeitssuchende bei der Winterjobbörse in der Fachberufsschule Villach. Die Idee dahinter: Hier kommen Angebot und Nachfrage zusammen.
Eklatanter Personalmangel
Der Fachkräftemangel in den Branchen Hotellerie und Gastronomie ist enorm zu spüren. Die Erwartungen an die Jobbörse waren heuer daher umso größer. Für Fachgruppenobmann Sigismund E. Moerisch (Hotellerie) steht außer Frage, dass gehandelt werden muss: „Zuerst fünf Monate Lockdown und der damit einhergehende Totalverlust an Gästen in einem schneereichen Winter, anschließend ein vielversprechender Sommer trotz Covid-bedingter Einschränkungen: Aber der eklatante Mangel an Mitarbeitern hat zu Schließtagen, Angebots- und Leistungskürzungen sowie zu einer unglaublichen Belastungssituation für Arbeitnehmer und Unternehmer geführt.“ Viele ursprünglich im Tourismus Beschäftigte sind aufgrund der Situation in andere Branchen gewechselt.
Jobbörse bietet Hilfe gegen Personalmangel
„Es ist uns gemeinsam gelungen, schon während der Pandemie Maßnahmen für die Zeit danach zu entwickeln: Dazu gehören Qualifizierungsmaßnahmen ebenso wie diese Winterjobbörse, um dem erhöhten Bedarf der Branche gerecht zu werden“, erklärt Peter Wedenig, Geschäftsführer des Arbeitsmarktservices Kärnten. Für Stefan Sternad, Fachgruppenobmann der Gastronomie, hat die Winterjobbörse einen sehr hohen Stellenwert und bietet Hilfe gegen den Arbeitskräftemangel: „Die Jobbörse ist keinen Tag zu früh, denn wir brauchen dringend wieder einen funktionierenden Arbeitsmarkt für den heimischen Tourismus, um mit Vollgas und ohne erzwungene Handbremse arbeiten zu können. Davon hängt teilweise auch die Existenz von Gastronomie- und Hotelbetrieben in Kärnten ab.“
Bessere Rahmenbedingungen
Doch die Winterjobbörse allein ist nicht der Ausweg aus der schwierigen Arbeitsmarktlage im Tourismus. Sternad und Moerisch fordern eine umfangreiche Erhöhung des Drittstaatenkontingents, die Adaptierung des Erhebungszeitraums zur Erstellung von Mangelberufslisten und die flexiblere Gestaltung der Rot-Weiß-Rot-Karte. Auch das bestehende Arbeitskräftepotenzial müsse stärker genutzt werden. „Nicht zu arbeiten, muss weniger attraktiver werden“, begründet Moerisch.
Wissenswert
Auf der Seite www.arbeitsmarkt-petition.at fordert die Wirtschaftskammer Kärnten gemeinsam mit ihren Unterstützern die Bundesregierung auf, rasch und mit Weitsicht gegen den Arbeitskräftemangel zu handeln.
