Neues Klimaportal
So stark hat sich Kärnten seit 1961 verändert
Neues Portal von Tauernwetter macht den Klimawandel erstmals für jede Gemeinde in Kärnten und Osttirol sichtbar – mit lokalen Wetterrekorden, Hitzetagen, Schneedeckentagen und Szenarien bis 2100.
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Von Hitzetagen bis Schneedecke: Der Mallnitzer Wetterdienst Tauernwetter macht den Klimawandel für alle 165 Gemeinden Kärntens und Osttirols sichtbar. Die Daten reichen von Allzeitrekorden bis zu Klimaszenarien bis 2100.
Der Klimawandel ist längst kein abstraktes globales Phänomen mehr. Wie sehr sich Temperatur, Schnee und Wetterextreme direkt vor der eigenen Haustür verändert haben, zeigt nun ein neues Klimaportal des Mallnitzer Wetterdienstes Tauernwetter. Unter tauernwetter.at/klimawandel können Interessierte für alle 165 Gemeinden in Kärnten und Osttirol abrufen, wie sich das Klima seit 1961 entwickelt hat – und wie es sich je nach Klimaszenario bis zum Jahr 2100 weiter verändern könnte.
Für jede Gemeinde stehen unter anderem Allzeitrekorde mit Datum zur Verfügung: etwa die höchste und tiefste gemessene Temperatur, die größte Tagesregenmenge oder die längste Trockenperiode. Ebenso abrufbar sind Entwicklungen bei Sommertagen, Hitzetagen, Tropennächten, Frost‑, Eis- und Schneedeckentagen.
Klimadaten auf Gemeindeebene
Die Besonderheit des Portals liegt in der Methodik. Die Auswertung erfolgt nicht über die nächstgelegene Wetterstation, die gerade im Bergland oft weit entfernt oder viele Hundert Höhenmeter höher beziehungsweise tiefer liegt. Stattdessen greift Tauernwetter auf einen 1‑km-Gitterpunkt der jeweiligen Gemeinde zurück. Grundlage sind SPARTACUS- und ÖKS15-Daten der GeoSphere Austria. Die Daten werden täglich aktualisiert.
Damit soll der Klimawandel dort sichtbar werden, wo Menschen ihn tatsächlich erleben: in ihrer Heimatgemeinde. „Wenn Copernicus einen neuen globalen Temperaturrekord meldet, bleibt diese Zahl für die meisten Menschen abstrakt. Uns ist es ein Anliegen, den Klimawandel für jeden Menschen in seiner Heimatgemeinde begreifbar zu machen — jede und jeder soll nachsehen können, was sich vor der eigenen Haustür bereits verändert hat und was noch bevorsteht, vom heißesten Tag der Ortsgeschichte bis zur Zahl der Schneedeckentage, die der Gemeinde bis 2100 bleiben“, sagt Tauernwetter-Gründer und Meteorologe Mag. David Kaufmann.
Deutlich mehr Hitze, weniger Schnee
Ein Blick auf einzelne Gemeinden zeigt, wie deutlich die Veränderungen bereits sind. In Mallnitz auf 1.189 Metern Seehöhe hat sich die Zahl der Sommertage seit 1961 von sieben auf 16 pro Jahr mehr als verdoppelt. In Klagenfurt auf 446 Metern Seehöhe hat sich die Zahl der Hitzetage von durchschnittlich 5,5 in der Normalperiode 1961 bis 1990 auf 16,5 pro Jahr im Zeitraum 1991 bis 2020 verdreifacht. Den bisherigen Allzeitrekord hält dort das Jahr 2024 mit 39 Hitzetagen.
Auch bei der Schneedecke zeigt sich ein klarer Rückgang. In Lienz auf 673 Metern Seehöhe gibt es heute im Schnitt nur noch an 70 Tagen im Jahr eine geschlossene Schneedecke. Das sind 28 Tage weniger als in der Normalperiode 1961 bis 1990. Im Hochpustertal, in Sillian auf 1.081 Metern Seehöhe, gingen die Schneedeckentage von 162 auf 135 zurück. Gleichzeitig hat sich dort die Zahl der Sommertage mehr als verdoppelt.
Auffällig ist auch: In Mallnitz, Klagenfurt, Lienz und Sillian war das wärmste Jahr der gesamten Messreihe dasselbe – nämlich 2024.
Blick bis zum Jahr 2100
Neben der bisherigen Entwicklung zeigt das Portal auch Klimaszenarien bis zum Jahr 2100. Damit lässt sich nachvollziehen, wie sich Hitze, Frost, Schnee und Trockenperioden je nach künftigem Ausstoß von Treibhausgasen weiterentwickeln könnten.
Tauernwetter stellt auf Anfrage auch Auswertungen zu einzelnen Kärntner und Osttiroler Gemeinden, Grafiken sowie Hintergrundinformationen zur Methodik zur Verfügung. Als Beispiel liegt bereits ein vollständiger Klimabericht für die Gemeinde Mallnitz vor.
Für Kärnten und Osttirol liefert das Portal damit einen detaillierten Blick auf eine Entwicklung, die viele bereits spüren: heißere Sommer, weniger Schnee und Wetterextreme, die zunehmend Teil der lokalen Klimageschichte werden.

