LOVE-SCAM
Angeblicher Chirurg schickt Boten – Polizei wartet schon
Eine Frau aus dem Bezirk Völkermarkt sollte mehrere Tausend Euro für einen angeblichen Chirurgen aus dem Jemen übergeben. Statt blind der großen Liebe zu vertrauen, schaltete sie rechtzeitig die Polizei ein – und die wartete beim vereinbarten Treffen gleich mit.
© Pixabay
VÖLKERMARKT. Seit rund drei Monaten stand die Frau über soziale Medien und eine Messenger-App mit einem Mann in Kontakt. Dieser gab sich als Chirurg aus und behauptete, im Jemen zu arbeiten. Um endlich nach Österreich kommen zu können, müsse er sich dort allerdings „freikaufen“.
Druck wurde größer
Mit der Zeit wurde aus der vermeintlichen Fernbeziehung vor allem eines: teuer. Der angebliche Arzt erhöhte den Druck und schließlich wurde die Übergabe von mehreren Tausend Euro an einen Boten vereinbart. Ganz geheuer war der Frau die Sache dann doch nicht. Am 10. September wandte sie sich an die Polizei und bat sogar um Unterstützung bei der geplanten Geldübergabe.
Polizei statt Geld
Am vereinbarten Treffpunkt, einem Bahnhof im Bezirk Völkermarkt, erschien am Nachmittag tatsächlich ein 31-jähriger Mann aus Wien. Geld gab es für ihn allerdings keines – dafür Handschellen. Der Mann zeigte sich laut Polizei sofort geständig. Er gab an, bereits seit zumindest zwei Jahren als Bote für eine Tätergruppe bei mehreren derartigen Fällen tätig gewesen zu sein.
Der 31-Jährige wurde in die Justizanstalt Klagenfurt eingeliefert. Die Ermittlungen laufen weiter. Vom angeblichen Chirurgen fehlt vorerst jede Spur – seine Reise nach Österreich dürfte sich jedenfalls weiter verzögern.