Demenzkompetenz
Polizei wird im Umgang mit Demenz geschult
Eine neue Schulung soll Kärntens Polizistinnen und Polizisten für Einsätze mit Menschen mit Demenz sensibilisieren. Nach einer erfolgreichen Pilotphase wird das Programm nun auf weitere Dienststellen im ganzen Land ausgeweitet.
© Foto: Büro Prettner
Rund 10.000 Menschen in Kärnten sind von einer demenziellen Entwicklung betroffen. Verlieren Betroffene die Orientierung, werden vermisst oder reagieren in Ausnahmesituationen ungewöhnlich, kommt häufig auch die Polizei zum Einsatz.
Drei Bausteine
Das Land Kärnten und die Landespolizeidirektion haben deshalb eine neue Demenzkompetenz-Schulung entwickelt. Sie besteht aus einem E‑Learning des Innenministeriums, einer Präsenzschulung in der jeweiligen Polizeidienststelle sowie einer Praxiseinheit in einem Pflegeheim.
„Ein Mensch, der verwirrt ist oder sich gegen eine Maßnahme wehrt, handelt nicht unbedingt aus Widerstand oder böser Absicht“, erklärt Pflege-Landesrätin Beate Prettner. Entscheidend sei, mögliche Symptome zu erkennen und mit Ruhe und Verständnis zu reagieren.
Die ersten Schulungen fanden bereits in Villach und Velden statt. Rund 40 Polizeibedienstete nahmen an der Pilotphase teil.
Kärntenweiter Ausbau
In diesem und im kommenden Jahr sollen neun weitere Dienststellen mit insgesamt rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmern folgen – jeweils eine pro Bezirk.
Neben der Polizei setzt Kärnten auch bei Gemeinden und öffentlichen Einrichtungen auf mehr Demenzkompetenz. Zwölf Gemeinden sind bereits als „Demenz.Aktivgemeinden“ zertifiziert.
Rund um den Welt-Alzheimertag am 21. September finden zudem zahlreiche Informationsveranstaltungen statt. Öffentliche Gebäude werden als sichtbares Zeichen in der Symbolfarbe Lila beleuchtet.