Nachtragsvoranschlag
Kritik an Umgang mit Budget in Feldkirchen
ÖVP und FPÖ beschlossen in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag den Nachtragsvoranschlag für das laufende Jahr. SPÖ und Grüne verweigerten ihre Zustimmung. Weshalb, erklärt Vizebürgermeister Alexander Kröll (SPÖ).
© Gernot Gleiss
Die finanzielle Situation der Stadtgemeinde Feldkirchen sieht alles andere als rosig aus. Der Ergebnishaushalt der Stadt weist ein Minus von drei Millionen Euro auf. Auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag stand der bereits zweite Nachtragsvoranschlag für das laufende Jahr 2021. Bürgermeister Martin Treffner (ÖVP) versicherte, lediglich notwendige Maßnahmen im Budget zu berücksichtigen.
„Eine verpasste Chance“
Anders sieht das die SPÖ. Sie verweigerte der Nachbesserung des Budgets ebenso die Zustimmung wie die Grünen. „Der aktuelle Nachtragsvoranschlag ist leider erneut eine verpasste Chance, die Feldkirchner tatkräftig zu unterstützen. Es ist befremdlich, dass der Bürgermeister zwar mehr als 300.000 Euro für den Kauf eines Hauses zwischen Rathaus und Amthof lockermacht, das übrigens bis heute leer steht, aber nicht gewillt ist, Unterstützungsprojekte für die Feldkirchner Bevölkerung auf Schiene zu bringen“, begründet Vizebürgermeister Alexander Kröll (SPÖ).
„Völlig falsche Prioritäten“
In diesem Zusammenhang bringt er nochmals höhere Kosten für Kinder in den Feldkirchner Ganztagsschulen ins Spiel. „Dass nicht nur die Unterstützung ausbleibt, sondern zusätzlich die Elternbeiträge für die Ganztagsschule in der Gemeinde um bis zu zwanzig Prozent erhöht wurden, zeigt ganz klar, dass die ÖVP-FPÖ-Koalition in Feldkirchen die völlig falschen Prioritäten setzt. In dieser Phase Familien zusätzlich zu be- statt zu entlasten, ist für mich der völlig verkehrte Weg“, argumentiert Kröll.
Er verweist auf zahlreiche Anträge der SPÖ-Fraktion: Unterstützung für Gastronomie-Betriebe, Jungfamilien, Vereine, Wirtschaftsbetriebe oder den Standort Feldkirchen insgesamt. „Bis dato glänzen ÖVP und FPÖ vor allem mit Ablehnung der Vorschläge anderer Parteien, bleiben aber eigene Vorschläge selbst völlig schuldig“, kritisiert Kröll.
Gegenstimmen und Stimmenthaltungen
Der Nachtragsvoranschlag wurde schließlich mit 17 Stimmen der ÖVP und FPÖ beschlossen, elf Gegenstimmen gab es von der SPÖ und den Grünen. Jeweils ein Gemeinderat der SPÖ und der ÖVP enthielten sich ihrer Stimmen, ebenso der Gemeinderat der Fraktion „Fe Plus“.
