ÖBB
Intensive Arbeiten an der Koralmbahn in St. Paul
Am Bahnhof St. Paul im Lavanttal wird intensiv gearbeitet. Auch die Bauarbeiten im Koralm- und Granitztaltunnel schreiten in zügigen Schritten voran.
Im April vergangenen Jahres wurden die ersten Arbeiten am neuen Bahnhof in St. Paul im Lavanttal aufgenommen. Auf der sich zwischen Koralm- und Granitztaltunnel liegenden Baustelle arbeiten rund hundert Personen, um den wichtigen Halt auf der Hochleistungsstrecke zwischen Klagenfurt und Graz zu ermöglichen. Dabei entsteht eine barrierefreie Mobilitätsdrehschreibe mit Park&Ride- und Bike&Ride-Anlagen inklusive Busterminal. Bis Ende 2023 werden noch wichtige Arbeiten am Oberbau und an der technischen Ausstattung durchgeführt. Neben Gleistragplatten, Schienen, Weichen, Masten und Oberleitungen werden auch kilometerlange Verkabelungen für die Kommunikations- und Sicherungssysteme montiert.
Enormer Baufortschritt
„Wir arbeiten derzeit sehr intensiv am Bahnhof St. Paul im Lavanttal. Der Personendurchgang, der künftig das Bahnhofsgebäude mit den Bahnsteigen verbinden wird, ist im Rohbau bereits fertig gestellt. Noch in diesem Jahr sollen das Bahnhofsgebäude, das Betriebsgebäude für das Anlagenservice und der Stützpunkt für den Rettungszug im Rohbau fertig gestellt sein. Der erste der beiden jeweils 420 Meter langen Bahnsteige ist bereits fast fertig, an den Entwässerungen und den Kabelwegen wird ebenso intensiv gearbeitet“, berichtet Gerald Zwittnig, Projektleiter der ÖBB-Infrastruktur AG.
Umweltfreundliche Bauabwicklung
Er fügt hinzu: „Wichtig sind uns kurze Wege für unsere Kunden. Darauf haben wir schon in der Planung geachtet. Wir verwenden im Bau hochwertige Materialien und legen Wert auf eine umweltfreundliche, nachhaltige Bauabwicklung. Das Bahnhofsgebäude wird von einer unabhängigen Stelle öko-zertifiziert.“ Geplant sind zusätzlich Park&Ride- und Bike&Ride-Anlagen. Des Weiteren entstehen 200 Parkplätze für Autos, E‑Ladestellen sowie Fahrrad- und Motorradstellplätze, ein Großteil davon ist sogar überdacht. Die einzurichtenden Busbuchten befinden sich unmittelbar beim Bahnhofsgebäude unter einem großen Flugdach. Nächstes Jahr beginnen in diesem Bereich die geplanten Arbeiten.

Längste Tunnelbauwerke der Koralmbahn
Im sechs Kilometer langen Granitztaltunnel werden ab 2022 Schienen verlegt, während die Inbetriebnahme des Tunnels Ende 2023 erfolgen soll. Andererseits liegt der Fokus im 33 Kilometer langen Koralmtunnel im Jahr 2022 auf der bahntechnischen Ausstattung. Dabei setzt sich die technische Ausstattung aus einer ganzen Reihe weiterer Anlagen – für den Erschütterungsschutz, den Lärmschutz, die Tunnelsicherheit, die Kommunikationseinrichtungen, die Signalisierung, elektronische Stellwerke und Technikgebäude – zusammen. Hinzu kommt ebenfalls noch die Energieversorgung. Im Rahmen dieser Arbeiten werden Leitungen, Beleuchtungen, Kabelkanäle, Schaltkästen und Transformatoren montiert. Parallel dazu wird auch die Belüftungsanlagen aufgebaut. Zum Abschluss wird die Oberleitung mit innovativer Deckenstromschiene angebracht. Sie sorgt dafür, dass Züge ab Ende 2025 umweltfreundlich per Bahnstrom auch im Tunnel mit bis zu 250 km/h unterwegs sein können.
Wissenswert
An über hundert Projekten arbeitet die ÖBB-Infrastruktur AG aktuell mit mehr als 5.000 Menschen entlang der Südstrecke. Dabei werden 200 Kilometer Bahnlinie modernisiert und weitere 170 Kilometer neu gebaut. Dazu kommen 80 Kilometer lange Tunnel und zusätzlich 150 neue Brücken. Nach der Fertigstellung passieren die Züge in 2 Stunden 40 Minuten von Wien nach Klagenfurt (von Graz nach Klagenfurt sind es übrigens 45 Minuten) 470 Kilometer Gleise und dabei neue Bahnhöfe und durchqueren den Semmering und die Koralpe.
Konkret umfasst das Südstrecken-Projekt den Nordbahn-Ausbau, den Ausbau Wien – Bratislava, den neuen Wiener Hauptbahnhof, das Güterzentrum Wien Süd, den Ausbau der Pottendorfer Linie, den Bau des Semmering-Basistunnels, acht modernisierte Bahnhöfe auf dem Weg von Bruck nach Graz, den modernisierten Grazer Hauptbahnhof und die 130 Kilometer neue Koralmbahn.