Robert Mitterer
Schaurige Zeiten für die Maskenschnitzer
Zu den großen Verlierern des aktuellen Lockdowns zählen Perchtengruppen und Maskenschnitzer. Einer davon ist Robert Mitterer aus Wiedweg bei Patergassen. Im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ erzählt er, dass er um seine Existenz bangt.
Seit Jahrzehnten zählt Robert Mitterer zu den bekanntesten Maskenschnitzern in der Perchten- und Krampus-Szene Österreichs. Weithin bekannt sind seine „Devilmasks“. Die Geschäfte des professionellen Maskenschnitzers liefen in den vergangenen Jahren ausgezeichnet, ehe die Corona-Pandemie hereinbrach. „Mit den Lockdowns ist die Perchten- und Masken-Szene zusammengebrochen. Die Aufträge sind auf null heruntergefahren“, schildert Mitterer im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
Die Lehrjahre
Bereits im Alter von 14 Jahren stellte der Wiedweger die ersten Masken aus Pappmaché her. „Mit 16 Jahren habe ich dann eine Ausbildung in der Schnitz- und Bildhauerschule in Elbigenalp in Tirol absolviert. Da habe ich den richtigen Umgang mit Materialien wie Holz und Stein erlernt“, erzählt Mitterer. Der junge Schnitzer verliebte sich in das Herstellen von Masken. „In den 90er Jahren hat es in der Perchten-Szene einen Umbruch von klobigen Perchtenmasken zu den kleinen, aggressiveren Krampus-Teufelsmasken gegeben. Im Jahr 2000 habe ich schließlich den Grundstein für meine Devilmasks gelegt. Bis vor Beginn der Pandemie waren meine Auftragsbücher voll. Jetzt ist die Szene zusammengebrochen und du merkst, dass du nichts mehr hast“, hadert Mitterer mit der aktuellen Lage.
Kein Plan B
Als professioneller Maskenschnitzer steht er derzeit ohne Einkommen da. „Ich kann nur von einem Tag auf den anderen leben. Bis Jänner, Februar werde ich noch über die Runden kommen. Was danach kommt, keine Ahnung? Es gibt keinen Plan B, denn in anderen Schnitzsegmenten sind schon andere Leute drinnen, da wartet niemand auf dich. Auf die Hilfe der öffentlichen Hand kann ich auch lange warten. Seit ich selbstständig bin, habe ich noch nie einen öffentlichen Auftrag bekommen“, erzählt Mitterer. Denn er schnitzt nicht nur Masken, sondern auch Büsten oder Bildstöcke. „Einfach alles, was mit dem Schnitzen und der Bildhauerei zu tun hat“, betont er.
