Berufsorientierung
Knapp 400 Schülerinnen bei Girls‘ Day 2021
Der Kärntner „Girls‘ Day“ wird ganzjährig mit einem Mix aus On- und Offline-Aktionen durchgeführt. Fast 400 Volksschülerinnen nahmen daran teil.
© Büro LR Schaar
An einem „Girls’ Day“ können Volksschülerinnen der dritten und vierten Klassen in technische und handwerkliche Berufe schnuppern. Die Initiative des Frauenreferats des Landes Kärnten wurde in Kooperation mit dem Mädchenzentrum „EqualiZ“ bereits im Jahr 2014 von einzelnen Tagen zu einem ganzjährigen Angebot ausgebaut. Fast 400 Schülerinnen konnten so im zu Ende gehenden Jahr 2021 erreicht werden. „Wir wissen, dass sich Rollenbilder sehr früh verfestigen. Das bedeutet, dass man auch früh ansetzen muss. Kinder sollen sich ausprobieren können und nicht schon von klein auf bestimmte Wege ablehnen“, sagt Landesrätin und Frauen-Referentin Sara Schaar.
Die Berufsorientierung
Das Ziel des Projekts ist es, Mädchen technisch-handwerkliche Räume zu eröffnen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, spielerisch praktische Erfahrungen zu sammeln. „Sie sollen selbst werkeln, positive Erfahrungen mitnehmen und sehen, wie viele Möglichkeiten sie haben“, sagt Martina Gabriel, Frauenbeauftragte des Landes Kärnten. Christine Erlach, Geschäftsführerin von „EqualiZ“, fügt hinzu: „Ganz unbewusst erlernen Kinder schon früh Fähigkeiten für die spätere Berufswahl. Wir möchten auf diese spielerische Weise Impulse für eine frühzeitige Berufsorientierung setzen.“

Durchmischung fehlt
Bewertung ist hier fehl am Platz. „Es geht nicht darum, dass ein Beruf besser als ein anderer ist. Die Durchmischung fehlt aber und offenbart festgefahrene Rollenbilder“, erklärt Landesrätin Schaar. Handel oder soziale Bereiche werden etwa von Frauen dominiert, technische von Männern. „Das ist auch am Verdienst spürbar. Erwerbsarbeit von Frauen wird strukturell schlechter bewertet und schlechter bezahlt“, kritisiert Schaar.
Bessere Bezahlung
Während Friseurinnen und Friseure im ersten Lehrjahr 580 Euro brutto erhalten, verdienen Metalltechnikerinnen und Metalltechniker abhängig vom Modul 726 oder 800 Euro brutto. Dieser Unterschied wächst sich im vierten Lehrjahr auf ganze 623 oder 770 Euro brutto aus. Wo man im Bereich Metalltechnik nämlich 1.603 bzw. 1.750 Euro verdient, bekommen Friseurinnen und Friseure 980 Euro brutto.
Auch Unternehmen profitieren
„Der Girls‘ Day ist eine Win-Win-Situation für alle. Im Hinblick auf den Fachkräftemangel sichern sich Unternehmen so auch Personalressourcen von morgen“, betont Schaar. Wegen der Pandemie gab es beim diesjährigen „Girls’ Day“ eine Mischung aus digitalen Angeboten und Präsenz-Veranstaltungen. Auch die mobile „Girls‘ Day“-Werkstatt war wieder an einigen Schulen unterwegs.
Online-Tipp
Die Online-Programme stehen Interessierten weiterhin zur Verfügung.
- Auch bei der Treibacher Industrie AG konnten die Mädchen hineinschnuppern.
- Die Schülerinnen konnten sich zum Beispiel im Fräsen ausprobieren.
- In der Kfz-Werkstatt Erlach wurde der Reifendruck gemessen.
- Die Station „Gravieren“ bei Mahle
- Landesrätin Sara Schaar (Mitte) freut sich, dass mit dem diesjährigen „Girls‘ Day“ fast 400 Schülerinnen erreicht wurden.