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Der Humbert-Fink-Preis 2022 geht an Axel Karner
Axel Karner wird mit dem diesjährigen Humbert-Fink-Preis der Landeshauptstadt Klagenfurt ausgezeichnet. Der Preis ist mit 12.000 Euro dotiert.
© Walter Pobaschnig
„Als Vertreter der Stadt Klagenfurt freue ich mich besonders, mit Axel Karner einen Kärntner Schriftsteller auszuzeichnen, dessen Werk von hoher sprachkünstlerischer Qualität geprägt ist und der über Jahrzehnte großes literarisches Engagement und Können bewiesen hat. Karner ist ein Poet, der mit kleinen Formen große Wirkung erzielt und die Leser mit seinen eigenwilligen, pointierten Texten zum Nachdenken anregt“, erklärt Stadt und Kulturreferent Franz Petritz.
Der fünfte Preisträger
Nach Antonio Fian, Engelbert Obernosterer, Gustav Januš und Anna Baar ist Axel Karner der fünfte Preisträger des alle zwei Jahre alternierend mit dem Gert-Jonke-Preis vergebenen Literaturpreises der Landeshauptstadt Klagenfurt, der sich an Autoren, die in deutscher und/oder slowenischer Sprache publizieren, richtet.
Anerkennung für literarische Arbeit
Karner freut sich über die Anerkennung seiner literarischen Arbeit mit dem Humbert-Fink-Preis: „Damit wird mein poetisches Schaffen in der sprachlichen und kulturellen Vielfalt Kärntens besonders hervorgehoben und würdigt den Umgang mit Sprache als feines Erhören, Erlesen und Aussinnen in ihrer Musikalität und Farbigkeit, in ihren Rhythmen und Harmonien, aber auch in ihrer Zerbrechlichkeit“. Die Verleihung ermuntert ihn, „weiterhin der Sprachverhinderung, der Geschichtsverharmlosung und der Geschichtsverdrehung entgegenzutreten und im Erinnern die überkommenen Heldenmythen zu entlarven“.
Begründung der Jury
Die Jury, bestehend aus Antonio Fian und Josef Winkler, wählte Karner wegen „seiner konsequenten literarischen Arbeit, seiner Meisterschaft in der sprachlichen Reduktion und seines eigensinnigen Beharrens darauf, dass Literatur mehr zu sein habe als bloße Unterhaltung“, aus. Die Jury weist darauf hin, dass sein Werk wegen der Konzentration des Literaturbetriebs auf Romane bisher zu wenig Präsenz erfährt: „Karners oft makabere, den Blick in die Abgründe der menschlichen Natur niemals scheuenden Texte sind nicht leicht konsumierbar. Sie fordern Aufmerksamkeit, Mitarbeit von den Lesenden, wollen entschlüsselt sein. Der Tod ist allgegenwärtig in ihnen, die beherrschende Farbe, in der seine Sprachbilder gemalt sind, ist Schwarz. Viele von ihnen sind im Kärntner Dialekt verfasst, aber wir haben es dabei nicht mit Mundartdichtung in bloß regionalem Sinn zu tun, sondern mit hochartifiziellen Sprachgebilden, die ihre Vorbilder in den dialektalen Arbeiten der Wiener Gruppe um Artmann und Achleitner haben und über diese Vorbilder längst hinausgehen.“
Dialekt als authentische Sprache
Karner selbst verwehrt sich dagegen, ins „Kastl“ Mundart hineingestellt zu werden. „Was ich mache ist Dialekt. Eine Sprache, die authentisch ist und die soziale Dimension zur Sprache bringt. Es ist die Zuwendung zu den Kleinen, Niedergedrückten, Ausgebeuteten und das glaube ich, über den Dialekt transportieren zu können.“ Karner ergänzt: „Es gibt keine Hochsprache und Niedersprache, es gibt nicht die gute und schlechte Sprache, es gibt Inhalte, die zu transportieren sind, und andere, wo man sagen muss, es wäre besser, man hätte darüber geschwiegen.“
Die Preisverleihung
Die Preisverleihung findet am 12. Juni 2022 um 11 Uhr im Musil-Haus in der Landeshauptstadt Klagenfurt statt. Der Preis ist nach dem bekannten Schriftsteller und Publizisten Humbert Fink benannt und mit 12.000 Euro dotiert.
Zur Person
Axel Karner wurde 1955 in Zlan geboren und studierte evangelische Theologie, Theaterwissenschaft, Psychologie und Religionspädagogik. Als Redakteur war er von 1994 bis 2001 für „Das Wort“, eine österreichische Zeitschrift für evangelischen Religionsunterricht, tätig. Der seit 1974 in Wien lebende Autor und Lehrer für Evangelische Religion, Soziales Lernen und Darstellendes Spiel ist Mitglied des Internationalen Dialektinstituts, der Österreichischen Dialektautoren und ‑archive, der Grazer Autorenversammlung, des Literaturkreises „Podium“ und des Österreichischen Schriftstellerverbands. Karner kann auf zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literatur-Zeitschriften verweisen.


