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Gasser-Empfang hat ein Nachspiel!
Weil die Corona-Regeln angeblich nicht eingehalten wurden, erstattete ein politischer Mandatar Anzeige. Landessportdirektor Arno Arthofer reagiert schockiert und stellt sich schützend vor Kärntens Top-Sportler.
Der Empfang für Snowboard-Olympiasiegerin Anna Gasser („Big Air“) in ihrer Heimatgemeinde Millstatt von vergangenem Sonntag („KLiCK Kärnten“ berichtete) hat ein Nachspiel. Landessportdirektor Arno Arthofer gab vor wenigen Minuten auf der Facebook-Seite des Vereins „Kärnten Sport“, dessen Obmann er ist, bekannt, dass ein politischer Mandatar eine Anzeige einbrachte, weil bei diesem Empfang die geltenden Corona-Regeln angeblich nicht eingehalten worden sein sollen.
„Tiefer geht es wohl überhaupt nicht“
Arthofer reagiert auf diesen Vorwurf in einer Video-Stellungnahme erschüttert und fassungslos: „Tiefer geht es wohl überhaupt nicht, dass ein politischer Mandatar unsere Olympiasieger, unsere Top-Sportler, die für das Land so viel geleistet haben, anzeigt.“ Er richtet auch eine unmissverständliche Botschaft an den Politiker: „Wenn es einen Reibebaum aus dem Sport braucht, bitte wenden Sie sich an den Landessportdirektor. Ich stelle mich sehr gerne und überzeugt schützend vor unsere Athleten. Dann können wir das ausdiskutieren, aber bitte nicht auf den Rücken unserer Olympiasieger und unserer Top-Sportler!“

Stellungnahme aus dem Landeshauptmann-Büro
Die Anzeige löste auch eine politische Diskussion aus. Aus dem Büro von Landeshauptmann Peter Kaiser heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme: „Es darf zur offensichtlich parteipolitisch motivierten Kritik des FPÖ-Gemeinderats festgehalten werden, dass Landeshauptmann Peter Kaiser beim Empfang von Olympiasiegerin Anna Gasser die aktuell gültigen Corona-Schutzmaßnahmen sehr wohl eingehalten hat. Im Freien besteht Maskenpflicht dort, wo der Zwei-Meter-Abstand für mehr als 15 Minuten nicht eingehalten werden kann. Der Landeshauptmann hat sehr wohl FFP2-Maske getragen, wie Fotos belegen. Er hat die Maske lediglich kurz für Fotos und Reden abgenommen.“
Stellungnahme FPÖ Kärnten
„Die Freiheitliche Partei hat keine Anzeige gegen die erfolgreichen Kärntner Olympiasieger eingebracht”, teilt Isabella Theuermann, Landesparteisekretärin der FPÖ Kärnten, in einer Aussendung mit. Sie betont, dass die FPÖ sicherlich keine Anzeige in solch einer Angelegenheit einbringen würde: „Als einzige Partei gehen wir einen konsequenten Weg an der Seite der Bürger, die durch die unsinnigen Corona-Maßnahmen der Regierungen unterdrückt und bestraft werden.”
Stellungnahme ÖVP Kärnten
Landesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP), der wie Landeshauptmann Peter Kaiser am Empfang teilgenommen hatte, reagiert ebenso mit einer schriftlichen Stellungnahme – und deutlichen Worten: „Es ist eine Schande, dass die FPÖ jetzt sogar unsere Olympia-Helden und viele Sportfans aus rein parteipolitischen Gründen regelrecht kriminalisiert. Im Gegensatz zur FPÖ achteten die Teilnehmer und die Gemeinde hier natürlich auf die Schutzmaßnahmen. Es ist dieselbe FPÖ, die in der gesamten Pandemie gegen den Schutz der Menschen und die Impfung wetterte, immer wieder auch in der Hochphase ohne Maske an Demonstrationen teilnahm und sich im Ernstfall sogar hinter parlamentarischer Immunität verschanzen musste. Diese politische Doppelmoral auf dem Rücken unserer erfolgreichen Sportler und Fans ist eine Farce.“
