Imker

Der Tag der Bie­ne

Der heutige 20. Mai ist der Weltbienentag. „KLiCK Kärnten“ sprach dazu mit Bio-Imker Franz Kohlhuber aus Villach.

Der Tag der Bie­ne Der leidenschaftliche Imker Franz Kohlhuber aus Villach

© Pixelmischer/Stefan Wirth

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Der Vil­la­cher Franz Kohl­hu­ber (46) ist einer der weni­gen Bio-Imker in Kärn­ten. Der­zeit ver­fügt er über rund 40 Bie­nen­völ­ker. Sei­ne Imke­rei „Koh­li­Bee“ ist natür­lich Bio-zer­ti­fi­ziert. „Der Unter­schied vom kon­ven­tio­nel­len Imker zum Bio-Imker ist, wir Bio-Imker ver­wen­den Holz­beu­ten, die nicht mit che­mi­schen Anstri­chen behan­delt sind. Für den Lai­en: Beu­ten sind die Behau­sun­gen der Bie­nen. Und wir haben kein pes­ti­zid­ver­seuch­tes Wachs in den Stö­cken, son­dern aus­schließ­lich Bio-Wachs. Das ist reins­tes Natur­wachs, das von den Bie­nen pro­du­ziert wird“, erklärt der Imker. In einem Bie­nen­stock leben im Som­mer zwi­schen 40.000 und 80.000 Bie­nen.

Die Anfän­ge

„Ich bin ein natur­ver­bun­de­ner Mensch. Vor sechs Jah­ren hat­te ich den Gedan­ken, etwas für die Natur zu machen. Ich habe dann mit drei Völ­kern mit der Imke­rei begon­nen. Behilf­lich waren mir mein Vater und ein Onkel, denen ich schon als klei­ner Jun­ge in der Imke­rei zuschau­en durf­te. Im Jahr 2016 habe ich dann Kur­se besucht und die Aus­bil­dung zum Fach­ar­bei­ter gemacht“, schil­dert Kohl­hu­ber. Online absol­vier­te er zudem einen Kurs in Deutsch­land. Hin­zu kam auch die Aus­bil­dung zum Bie­nen­wirt­schafts­meis­ter. „Schon damals war mir bewusst, dass wir nicht die Ret­ter der Bie­nen sind, in der Imke­rei geht es meist um etwas ande­res“, sagt der kri­ti­sche Bio-Imker.

Die Wild­bie­nen

Die Honig­bie­ne genießt ein hohes Anse­hen. „Obwohl nur die Hälf­te der Bestäu­bung durch die Honig­bie­nen geschieht. Der Rest erfolgt durch Wild­bie­nen. Den­noch nimmt sie nie­mand so rich­tig wahr. Mei­ne per­sön­li­che Mei­nung ist, dass auch die Bio-Imker immer noch Wirt­schaft­ler sind. Wir neh­men den Bie­nen den Honig. Wenn jemand glaubt, dass wir jetzt die gro­ßen Natur­schüt­zer sind, dann ist es lei­der Got­tes nicht so“, erklärt Kohl­hu­ber.

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Imker Franz Kohl­hu­ber
© Pixelmischer/Stefan Wirth

Das Bie­nen­volk

Es steckt sehr viel Wis­sen hin­ter der Imke­rei. „Es geht um den Bien, nicht um die Bie­ne oder die Köni­gin allein, son­dern es funk­tio­niert der gan­ze Staat. Wenn man das ver­steht, ist man im Prin­zip ein Land­wirt – wie bei Kühen und Schwei­nen. Die Bie­ne ist von der Bestäu­bungs­leis­tung her immer­hin das dritt­größ­te Nutz­tier“, ver­rät Kohl­hu­ber. Zur Erklä­rung: Der Bien ist ein his­to­risch gewach­se­ner Begriff für den Super­or­ga­nis­mus des Bie­nen­volks, in dem Honig­bie­nen in Gemein­schaft leben. Die­se Gemein­schaft ent­wi­ckel­te Fähig­kei­ten, wel­che die ein­zel­ne Bie­ne allein nicht beherrscht.

Ein gro­ßes Wis­sen

Kohl­hu­ber möch­te sich nicht in der Mas­se der Imker sehen. „Ich bin zwar erst sechs Jah­re Imker, den­noch habe ich mir sehr viel Wis­sen über die Imke­rei ange­eig­net. Dadurch, dass ich Natur­schutz­re­fe­rent im Alpen­ver­ein bin, sehe ich alles aus einem ande­ren Blick­win­kel. Lei­der geht es beim Imkern viel­fach auch nur um das lie­be Geld“, bedau­ert Kohl­hu­ber. Der Bio-Imker steht des­halb mehr auf der Sei­te der Bie­ne als auf der Sei­te der Honig­pro­duk­ti­on und der Bie­nen­zucht.

Die Redu­zie­rung

Ab dem nächs­ten Jahr will Kohl­hu­ber sei­ne Völ­ker redu­zie­ren: „Dann betrei­be ich die Imke­rei nur noch als Freu­de am Hob­by, denn die Imke­rei wird immer schwie­ri­ger. Wenn man zu vie­le Bie­nen­stö­cke besitzt, hat das nichts mehr mit der Sym­bio­se Bien und Imker zu tun. Es geht dann nur noch um die Mas­se. Das ist nicht mein Weg, obwohl die Imke­rei immer mein Hob­by blei­ben wird.“

Der Unter­schied

Die Bie­ne bringt den Nek­tar von den Blü­ten in die Bie­nen­stö­cke, der dort zum Blü­ten­ho­nig wird. „Der Wald­ho­nig ent­steht durch Läu­se, die den Siebröh­ren­saft am Baum anzap­fen. Der über­schüs­si­ge Honig­tau, den die Laus aus­schei­det, wird unter ande­rem von Amei­sen und Bie­nen auf­ge­saugt. Dar­aus ent­steht im Bien der Wald­ho­nig“, erläu­tert Kohl­hu­ber.

Online-Tipp: www.kohlibee.at

20.05.2022 06:59
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Der Tag der Bie­ne Der leidenschaftliche Imker Franz Kohlhuber aus Villach

© Pixelmischer/Stefan Wirth