30-Jahr-Jubiläum
Norische Region möchte neu durchstarten
Der Regionalverein „Norische Region“ ist 30 Jahre alt. Wohin soll sich die inhaltliche Ausrichtung entwickeln? Gründungsmitglied Ilmar Tessmann regt an, die Identität zu fördern, und ruft Bürger dazu auf, ihre Ideen einzubringen.
© LPD Kärnten
Die Ausgangslage vor dreißig Jahren erinnert an die aktuelle Situation. „Wir sind eine Region von Abwanderung, aber wir haben eine Identität. Wenn sich kulturell etwas bewegt, fallen wirtschaftliche Programme auf fruchtbaren Boden“, schildert Ilmar Tessmann im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
Das Gemeinschaftsgefühl
Tessmann ist Unternehmer und Hotelier (Biolandhaus Arche) in Eberstein. Er war Gründungsmitglied des Regionalvereins „Norische Region“, für den Verein fünf Jahre als Regionalbetreuer tätig und leitet aktuell den Arbeitskreis für Tourismus. Das Gemeinschaftsgefühl führte vor dreißig Jahren zur Gründung des Regionalvereins, das schließlich in der Landesausstellung in Hüttenberg im Jahr 1995 gipfelte.

Wirtschaft und Gesellschaft einbinden
Der Regionalverein „Norische Region“ gilt als Vorbild für viele Initiativen in ganz Österreich. Tessmann bezeichnet ihn „wohl als die Mutter aller Regionalvereine“. Der zweite erfolgreiche Baustein neben dem Gemeinschaftsgefühl war die Struktur, etwa die Einbindung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft, regionale Wirtschaftsschauen oder kulinarische regionale Spezialitäten. Es entstand das Qualitätssiegel „Norigusto“ oder der Club der Norischen Wirte. „Es gab auch Norische Tennisvereine, Norische Perchten oder die heute noch bestehende Norische Nudelfabrik“, erinnert sich Tessmann.
Zurück in die Zukunft
Und heute? Der im Jahr 1990 gegründete Regionalverein, dessen Obfrau mit Gabriele Dörflinger die Bürgermeisterin von Klein St. Paul ist, „feierte“ sein 30-Jahr-Jubiläum. Sofern es die Entwicklungen in der Pandemie zulassen, möchte die „Norische Region“ diesen Geburtstag im Herbst mit einem Fest nachholen. Die Verantwortlichen möchten das Fest auch zum Anlass nehmen. „Es braucht einen Neustart mit Ideen, Maßnahmen und Betreuung, um zurück in die Zukunft zu kommen“, schildert Tessmann.
Geburtshelfer der Region Mittelkärnten
Die strukturellen Vorraussetzungen änderten sich im Vergleich zur Gründung im Jahr 1991: Die „Norische Region“ opferte sich, so Tessmann, auf und stellte sicher, dass die ganze Region Mittelkärnten entstehen konnte. Die Regionalentwicklung „Kärnten Mitte“ gliedert sich in die vier Regionalvereine „Norische Region“, „Kärntner Holzstraße – Region Nockberge“, „Hemmaland“ und „Glantal“. Im großen Ganzen fühlt sich der Regionalverein „Norische Region“ wohl, dennoch ist es, so Tessmann, unerlässlich, auch die eigene Entwicklung voranzutreiben.
Bürger-Ideen gefragt!
„Wir müssen in die Zukunft schauen. Gerade Regionen wie unsere haben nach der Pandemie Chancen, die klar und forsch anzugehen sind“, betont Tessmann. Hier möchte der Regionalverein bei der Identifikation ansetzen. „Jeder Bürger, der sich fragt, was kann, was soll die Norische Region, ist eingeladen, sich an diesem Prozess zu beteiligen“, erklärt Tessmann. Konkret: „Jeder, dem die Region ein Anliegen ist, hat die Möglichkeit, seine Ideen und Anregungen dem Bürgermeister seiner Gemeinde zu Ohren zu bringen.“

Der Regionalverein
Die im Jahr 1990 gegründete „Norische Region“ setzt sich aus folgenden Mitgliedsgemeinden zusammen: Brückl, Eberstein, Maria Saal, Hüttenberg, Kappel am Krappfeld, Klein St. Paul, Magdalensberg, Diex und Mühlen (Steiermark).
- Regionalverein „Norische Region“
- Regionalverein „Norische Region“
- Ilmar Tessmann ist Gründungsmitglied des Regionalvereins „Norische Region“ und leitet aktuell den Arbeitskreis für Tourismus.
- Archivfoto: Obfrau Gabriele Dörflinger, der bereits verstorbene Raphael Pliemitscher, Raimund Plautz (Innungsmeister der Kärntner Fleischer), Ilmar Tessmann und sein Niklas Ilmar Franke (von links)