Lokalaugenschein
Super-Bauzug im Karawankentunnel im Einsatz
Lokalaugenschein von „KLiCK Kärnten“: Die Arbeiten im Karawankentunnel zwischen Rosenbach und Jesenice laufen auf Hoch-Touren. Dank österreichischem Know-how für Bahnbau wird aus dem historischen Bauwerk ein Tunnel der höchsten technischen Ansprüche.
Die Modernisierung des Karawankentunnels, der Österreich und Slowenien verbindet, schreitet seit September vergangenen Jahres zügig voran. „KLiCK Kärnten“ nahm die Baustelle bei einem Lokalaugenschein unter die Lupe.
Der Schnellumbauzug (SUZ)
Aktuell wurden die Schienen im rund acht Kilometer langen Tunnel neu verlegt. Für die Umsetzung dieser Arbeiten griffen die ÖBB auf ein wahres Wunderwerk der Technik zurück, den sogenannten Schnellumbauzug (SUZ). Der 500 Meter lange Umbauzug war von 29. April bis 5. Mai im Einsatz. Er arbeitete sich von Norden nach Süden Richtung Jesenice vor und verlegte stolze 200 Meter Gleis pro Stunde neu. Täglich waren es 1.620 Meter.
18 ÖBB-Mitarbeiter im Einsatz
Die rund 2.000 Tonnen schwere Maschine bewegt sich dabei im Schritttempo und verlegt das neue Gleis in die endgültige Position. Vereinfacht ausgedrückt, der SUZ arbeitet vor sich her: Schwellen und Schienen werden vom hinteren Ende des Zugs nach vorne befördert. Vorne erfolgt die Montage und somit der fertige Oberbau. 18 Mitarbeiter begleiten die Maschine beim Verlegen der Gleise.
8.000 Meter Gleise
Im Tunnel werden insgesamt rund 8.000 Meter Gleise verlegt, dazu kommen 80 Meter auf der freien Strecke bis zum Nordportal. Dabei werden insgesamt rund 13.500 Gleisschwellen verbaut und etwa 20.000 Tonnen Gleisschotter benötigt. Im Tunnel werden Holzschwellen verlegt, weil sich diese besser an die Umgebung des bestehenden Tunnels anpassen.
Leuchtturmprojekt auf Schiene
Mit diesem für den grenzüberschreitenden Bahnverkehr besonders wichtigen Leuchtturmprojekt werden alle technischen Voraussetzungen geschaffen, um die Kapazität auf der Verkehrsachse München – Salzburg – Ljubljana – Thessaloniki zu erhöhen. Wesentlich ist in diesem Zusammenhang auch die Modernisierung der Telekommunikations- und Sicherheitstechnologie, die auch die Attraktivierung des Personen- und Güterverkehrs fördert. Die kommenden Wochen stehen im Zeichen der Verlegung von zig-Metern Kabel und Leitungen. Somit folgt jetzt noch die Software, bis dann im Sommer die Züge wieder rollen.
408 Millionen Euro in Kärnten
Wie Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB Holding AG, betont, leisten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) einen wichtigen Beitrag für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in den Regionen. In der Finanzierungsperiode von 2021 bis 2026 stehen allein in Kärnten laut Rahmenplan der Bundesregierung rund 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung. In diesem Jahr werden rund 408 Millionen Euro in die Kärntner Bahninfrastruktur investiert.
Um den Karawankentunnel auf einen modernen Stand zu bringen, fließen von den ÖBB insgesamt rund 73 Millionen Euro in die Sanierung. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund 140 Millionen Euro – in Form einer Co-Finanzierung mit Slowenien und der Europäischen Union (EU).
- Die ÖBB-Baustelle beim Karawankentunnel