Stadtpolitik
Antoniusheim führt zu heftigem Schlagabtausch
Wie geht es mit dem Antoniusheim und dem darin beheimateten Kindergarten in Feldkirchen weiter? Fakt ist: Die Kreuzschwestern verkaufen das Gebäude. Die SPÖ fordert den dringenden Kauf durch die Stadt und kritisiert das Verhalten von ÖVP und FPÖ in der gestrigen Stadtratssitzung.
Zur Vorgeschichte: Das Antoniusheim ist als Kinderbetreuungseinrichtung aus Feldkirchen nicht wegzudenken. Der Betreiber des Kindergartens ist die Caritas Kärnten, das Gebäude steht im Eigentum der Kreuzschwestern. Die Ordensgemeinschaft der Kreuzschwestern zieht sich jedoch aus Feldkirchen zurück und kündigt den Mietvertrag der Caritas mit 31. August 2023. Das bedeutet konkret: Das Gebäude wird verkauft.
Kaufangebot läuft aus
Die Stadtgemeinde ist nun gefordert, mit dem Kauf des Gebäudes auch nach dem 31. August 2023 die Kinderbetreuung zu gewährleisten. Es liegt ein Kaufangebot der Kreuzschwestern an die Stadtgemeinde vor, das aber mit Ende September 2022 ausläuft. SPÖ und Grüne drücken nun aufs Gaspedal. „Die Verunsicherung der Eltern, der Kinder und des Personals ist völlig verständlich. Jetzt wurde auch noch unser Antrag abgelehnt und das Thema von der Tagesordnung gestrichen“, kritisiert Vizebürgermeister Herwig Röttl (SPÖ) das Vorgehen von ÖVP und FPÖ. Diese Kritik bezieht sich auf die gestrige Stadtratssitzung, die offensichtlich zu einem heftigen Schlagabtausch führte.
Zeit läuft davon
Auch Stadtrat Herwig Engl (SPÖ) spricht Klartext: „Wie es jetzt weitergehen soll, ist völlig unklar. Uns läuft die Zeit davon, während Bürgermeister Martin Treffner hier eine Warteschleife nach der anderen zieht. Das einzige Ergebnis der gestrigen Sitzung bestand darin, unseren Antrag niederzustimmen und das Thema von der Tagesordnung zu nehmen. Gleichzeitig geben Treffner und Stadtrat Helmut Krassnig medial bekannt, man würde das Antoniusheim ja ohnehin kaufen wollen und selbst einen Antrag einbringen, den es dann gar nicht gibt. Das ist der blanke Hohn. Mit Nebelgranaten und parteipolitischem Taktieren kommen wir hier nicht weiter. Den Schaden haben auf alle Fälle Feldkirchen und seine Bewohner.“
Entscheidender Termin nächste Woche
Bürgermeister Martin Treffner (ÖVP) kann die Aufregung nicht nachvollziehen. „Es sind noch nicht alle Einzelheiten mit dem Vertragspartner geklärt. Deshalb kann es noch keinen Beschluss geben“, begründet er die Absetzung des Punkts von der Tagesordnung. Treffner bekennt sich dazu, dass die Stadtgemeinde Feldkirchen das Antoniusheim unverändert erwerben soll. „Wir haben die mündliche Zusage der Kreuzschwestern, es fehlt aber noch die schriftliche“, berichtet Treffner. Nächste Woche bricht er zu einem entscheidenden Gesprächstermin zur Ordensgemeinschaft nach Graz auf.
Wochen der Entscheidung
Der SPÖ geht alles viel zu langsam. „Jeder Tag des Zuwartens verschlechtert die Chancen des Antoniuskindergartens“, sind sich Röttl und Engl einig. Engl ruft in Erinnerung: „Wie wir seit fast eineinhalb Jahren wissen, läuft das Kaufangebot für das Antoniusheim-Areal Ende September aus. Trotzdem wäre ohne unseren Antrag der Kauf des Areals nicht mal Thema gewesen!“ Geht es nach Bürgermeister Treffner werden die Ergebnisse seines Gesprächstermins in Graz in der nächsten Stadtratssitzung behandelt, ehe der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung den Kauf beschließen soll. Natürlich sind davor noch Fragen wie jene der Finanzierung zu klären.
