3. Dialogwoche Alkohol

Das eige­ne Trink­ver­hal­ten hin­ter­fra­gen!

Zum dritten Mal findet von 17. bis 23. Mai 2021 die österreichische Dialogwoche Alkohol statt. Man will zum Thema aufklären – ohne erhobenen Zeigefinger. Auf Radio Kärnten wird das Thema als Schwerpunkt behandelt.

Alkohol Die österreichische Dialogwoche Alkohol findet von 17. bis 23. Mai zum dritten Mal und erstmals online statt.

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Erst­mals fin­det die Dia­log­wo­che Alko­hol mit umfas­sen­dem Online-Pro­gramm statt – von 17. bis 23. Mai 2021. Ziel ist, das The­ma Alko­hol-Kon­sum zu ent­ta­bui­sie­ren und auf­zu­klä­ren. “Der Umgang mit Alko­hol ist hier­zu­lan­de mit viel Unwis­sen­heit ver­bun­den und es ist nach wie vor ein gro­ßes Tabu­the­ma”, sagt Gesund­heits­re­fe­ren­tin Bea­te Prett­ner. “Die Dia­log­wo­che Alko­hol will die Bevöl­ke­rung dazu anre­gen, das eige­ne Trink­ver­hal­ten zu hin­ter­fra­gen”, ergänzt Eve­li­ne Kriech­baum-Wla­di­ka von der Sucht­prä­ven­ti­on des Lan­des.

Über 60 Ver­an­stal­tun­gen online

Unter www.dialogwoche-alkohol.at fin­det man nächs­te Woche über 60 Online-Events oder auch einen Selbst­check zum eige­nen Alko­hol-Kon­sum sowie ein digi­ta­les Alko­hol-Reduk­ti­ons­pro­gramm, das Inter­es­sier­te sechs Wochen lang anonym und kos­ten­los beglei­tet.

In der Dia­log­wo­che Alko­hol wird es auch einen The­men­schwer­punkt auf Radio Kärn­ten geben – mit täg­li­chen Tipps von Exper­ten und einem Schwer­punkt-Tag am 21. Mai.

Schub nach der Coro­na-Kri­se?

Doch wie sieht der Sta­tus quo aus? Rund 14 Pro­zent der Öster­rei­cher wei­sen ein pro­ble­ma­ti­sches Trink­ver­hal­ten auf, das wären knapp 90.000 Kärnt­ner. Als alko­hol­ab­hän­gig gel­ten rund fünf Pro­zent, das sind 28.000 Kärnt­ner. Die Coro­na-Pan­de­mie habe das Pro­blem ver­schärft und Prett­ner pro­gnos­ti­ziert: “Wir gehen davon aus, dass die Spit­ze noch nicht erreicht ist: Wie bei einer post­trau­ma­ti­schen Reak­ti­on dürf­te auch beim Alko­hol-Kon­sum der tat­säch­li­che Schub erst nach der Kri­se auf­tre­ten.”

Pan­de­mie ver­stärkt Kon­sum

Bestä­ti­gen kann dies Rena­te Cle­mens-Marin­schek, Lei­te­rin der Kli­nik de La Tour. Abge­sag­te Events und geschlos­se­ne Bars hät­ten dazu geführt, dass der Alko­hol-Kon­sum im ers­ten Lock­down rück­läu­fig war. Aber nur kurz. Je län­ger die Pan­de­mie dau­ert, des­to mehr wird nun wie­der getrun­ken. Und das vor allem allei­ne zu Hau­se. Cle­mens-Marin­schek: “Min­des­tens ein Drit­tel der Men­schen kon­su­mie­ren aktu­ell mehr Alko­hol als vor der Pan­de­mie!” Grün­de wären bei­spiels­wei­se Lan­ge­wei­le, die Zunah­me von Angst­ge­füh­len, Sor­gen um die Exis­tenz oder Stress. Mit der Öff­nung der Loka­le kom­men­de Woche wer­de sich der Alko­hol-Kon­sum wei­ter stei­gern, meint Cle­mens-Marin­schek.

Rück­fäl­le wur­den häu­fi­ger

Auf­fäl­lig sei­en auch mehr Rück­fäl­le bei Per­so­nen, die bereits als abs­ti­nent gal­ten. Denn das Ange­bot der Alko­hol-Grup­pen sei weg­ge­fal­len. Cle­mens-Marin­schek: “Wir hof­fen, die Alko­hol-Grup­pen bald wie­der hoch­fah­ren zu kön­nen. Wir wer­den viel damit zu tun haben, Men­schen, die sich bereits in Alko­hol-Grup­pen befun­den haben und die wäh­rend der Coro­na-Kri­se wie­der zum Trin­ken begon­nen haben, in die Grup­pen zurück­zu­füh­ren. Sie schä­men sich oft, dass sie rück­fäl­lig gewor­den sind.” Man will eine Offen­si­ve star­ten, um die­se Men­schen wie­der zu errei­chen.

Gesun­de Men­ge gibt es nicht

Doch wie viel Alko­hol ist zu viel? “Eine gesun­de Men­ge an Alko­hol gibt es nicht, es gibt nur risi­ko­ar­men Kon­sum”, sagt Kriech­baum-Wla­di­ka. Sie zitiert die Aus­sa­gen der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO: Die­se emp­fiehlt min­des­tens zwei alko­hol­freie Tage in der Woche und mehr­mals im Jahr zwei alko­hol­freie Wochen am Stück. Für Frau­en gel­te: nicht mehr als ein Ach­tel Wein oder ein klei­nes Bier am Tag. Für Män­ner: ein Vier­tel Wein bzw. ein gro­ßes Bier. Kriech­baum-Wla­di­ka hat auch einen Tipp parat: “Trin­ken Sie in einer Situa­ti­on, in der Sie übli­cher­wei­se Alko­hol trin­ken, ein alko­hol­frei­es Getränk!”

Pro­jekt lei­der geschei­tert

Kärn­ten ver­fü­ge über ein dich­tes Netz an The­ra­pie- und Bera­tungs­an­ge­bo­ten – mit ambu­lan­ten The­ra­pie­an­ge­bo­ten in allen Bezir­ken und der Kli­nik de La Tour als sta­tio­nä­re Vari­an­te. Die­se Ange­bo­te sol­len noch erwei­tert wer­den. “Das Pro­jekt ‚Alkohol.leben.können’ wür­de es den Betrof­fe­nen ermög­li­chen, wäh­rend der The­ra­pie-Zeit ihrem Beruf wei­ter nach­ge­hen zu kön­nen. Lei­der wur­de uns die­ses Pro­jekt kurz vor dem Start abge­dreht. Geschei­tert ist es an der Kos­ten­tei­lung zwi­schen Land, Pen­si­ons­ver­si­che­rungs­an­stalt und Sozi­al­ver­si­che­rung”, bedau­ert Prett­ner. Doch sie will nicht auf­ge­ben: “Ich wer­de bei der am 20./21. Mai statt­fin­den­den Gesund­hiets­re­fe­ren­ten-Kon­fe­renz einen ent­spre­chen­den Antrag ein­brin­gen.”

14.05.2021 12:45
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Alkohol Die österreichische Dialogwoche Alkohol findet von 17. bis 23. Mai zum dritten Mal und erstmals online statt.

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