Frau in der Wirtschaft
Koralmbahn gibt Wirtschaftsraum Süd Impulse
Neue Chancen für Kärnten durch die Koralmbahn nutzen: „Frau in der Wirtschaft“ machte sich mit Unternehmerinnen an Ort und Stelle selbst ein Bild.
© FiW
In Kärnten geht die Koralmbahn im Dezember 2023 in Betrieb, in der Steiermark ist es 2025 der Fall. Im Vollbetrieb brauchen Zugreisende dann nur noch 45 Minuten von Klagenfurt nach Graz. Die Baumeister-Arbeiten sind auf der Kärntner Seite bereits abgeschlossen, nun folgt die Ausrüstungsphase. Das Netzwerk „Frau in der Wirtschaft“ machte sich gemeinsam mit Unternehmerinnen aus ganz Kärnten ein Bild vor Ort in Kühnsdorf und erhielt Informationen aus erster Hand.
Die Vorteile Kärntens
„Die Koralmbahn als eines der bedeutendsten europäischen Verkehrsinfrastruktur-Projekte ist für den Wirtschaftsraum Süd extrem wichtig. Jetzt müssen wir daran gehen, die Vorteile Kärntens zu bewerben. Wir dürfen nämlich nicht vergessen, dass der Tunnel zwei Ausgänge hat. Unser Know-how in Sachen Technologie und künstliche Intelligenz sowie unsere erstklassigen Ausbildungen an den Hochschulen sind auch für die Steirer attraktiv“, sagt Astrid Legner, Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin und Landesvorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“.
Stärkung des Lebens- und Wirtschaftsraums
Reinhold Janesch, Leiter der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle in Völkermarkt, möchte um jeden Zug kämpfen, der in Kühnsdorf stehen bleibt. „Es ist wichtig, dass wir uns regional größer aufstellen und über die Bezirksgrenzen hinausdenken. So sehen wir uns mit der Verladestelle als regionale Anschlussstelle zu Fürnitz und nicht als Konkurrenz. Unternehmen aus dem Bezirk stehen aktiv hinter dem Projekt“, berichtet Janesch. Auch für den Tourismus ist die Verbindung von großer Bedeutung. „Politik, Gemeinden und Unternehmen müssen sich gut vorbereiten und offen über die verschiedenen Auswirkungen reden“, fügt Diane Tiefenbacher, Leiterin der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle in Wolfsberg, hinzu. Legner ergänzt: „Als Interessenvertreter können wir auf Themen aufmerksam machen, vernetzen und im Hintergrund die Weichen stellen, damit unser Lebens- und Wirtschaftsraum gestärkt wird.“
Modernste Sicherheitstechnik
ÖBB-Bauingenieurin Christiane Schiavinato arbeitet im Baubüro der Koralmbahn und führte durch die detaillierte und multimediale Ausstellung in der Info-Box. Direkt im 495 Meter langen Tunnel in Kühnsdorf erklärte sie den Besuchern Bauweise und Technik. Allein in dem Abschnitt zwischen Mittlern und Grafenstein gibt es rund zehn Tunnel mit modernster Sicherheitstechnik. Der künftige Bahnhof Kühnsdorf-Klopeiner See spannt sich wie eine Brücke über die Gleise und bietet Platz für ein Tourismus- und Mobilitätsbüro sowie ausreichend „Park & Ride“-Flächen. Auch ein Gewerbepark ist in Entwicklung. Was in Kühnsdorf, einem der ersten fertig gestellten Bauabschnitte, bereits gut zu sehen ist: Die Narben der Baustelle scheinen verheilt zu sein.
Ersatzlebensräume für Tiere
Die Flächen rund um die Strecke wurden nach ökologischen Gesichtspunkten begrünt, Brücke und Kreisverkehr künstlerisch mit den „Gräsern im Wind“ gestaltet. Als Ausgleich zu der verbauten Fläche wurden entlang der gesamten Strecke Ersatzlebensräume für die Tiere geschaffen. Allein in der Brenndorfer Bucht bei der neuen Draubrücke gibt es mit rund18 Hektar eine rund drei Mal so große Ersatzfläche. Für die ökologischen Maßnahmen entlang der Strecke erhielt die ÖBB als Auszeichnung die „Goldene Unke“. Die zahlreichen archäologischen Funde werden an das Land Kärnten übergeben.
Neues vom Erschenhof
Magdalena und Robert Erschen vom Erschenhof in Globasnitz präsentierten anschließend ihren Betrieb, den es bereits seit Generationen gibt. Vor kurzem wurde in eine moderne Ölpresse investiert. Kürbiskern‑, Sonnenblumen‑, Walnuss- und Leindotteröl, aber auch Liköre und Kürbiskernsalz werden am Hof hergestellt. „Ein Betrieb braucht mehrere Standbeine, dann kann er auch in Krisen überleben. Wir leben das Miteinander als Philosophie. Nur wenn wir zusammenarbeiten, sind wir erfolgreich“, sagt Magdalena Erschen. Das gilt für die Familie genauso wie für den Betrieb und die Region.
- Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiterin Diane Tiefenbacher (Wolfsberg), ÖBB-Projektkoordinatorin Christiane Schiavinato, Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin und „Frau in der Wirtschaft“-Landesvorsitzende Astrid Legner sowie Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Reinhold Janesch (Völkermarkt, von links)
- Schmackhafte Produkte und innovatives Unternehmenskonzept aus dem Jauntal: Robert Erschen vom Erschenhof, Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin und „Frau in der Wirtschaft“-Landesvorsitzende Astrid Legner, ÖBB-Projektkoordinatorin Christiane Schiavinato, „Frau in der Wirtschaft“-Landesgeschäftsführerin Tanja Telesklav sowie Magdalena Erschen vom Erschenhof in Globasnitz (von links)
- Unternehmerinnen aus ganz Kärnten besichtigten die Info-Box der ÖBB zur Koralmbahn und den Tunnel in Kühnsdorf.

