In Brüssel

Kam­mer for­dert Abschuss von Wöl­fen

Eine Delegation der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Kärnten übergab in Brüssel die einstimmig verabschiedete Wolfsresolution an Vertreter der EU-Kommission und des EU-Parlaments. Darin wird die Forderung, wolfsfreie Zonen nach schwedischem Vorbild zu schaffen, erneuert.

Kam­mer for­dert Abschuss von Wöl­fen Die Delegation der Landwirtschaftskammer Kärnten um Präsidenten Siegfried Huber (Siebenter von links) machte in Brüssel ihren Standpunkt zum Thema Wölfe deutlich.

© LK Kärnten

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Kärn­ten als wolfs­freie Zone am Bei­spiel Schwe­den aner­ken­nen – so lau­tet die zen­tra­le For­de­rung einer in der jüngs­ten Voll­ver­samm­lung der Land­wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten ein­stim­mig ver­ab­schie­de­ten Reso­lu­ti­on. Die­se wur­de nun von einer Dele­ga­ti­on, bestehend aus 21 Kam­mer­rä­ten aller in der Voll­ver­samm­lung ver­tre­te­nen Frak­tio­nen, in Brüs­sel an EU-Ver­tre­ter über­ge­ben.

Schwe­den als Vor­bild

Unter ande­ren nah­men die Reso­lu­ti­on Hum­ber­to Del­ga­do Rosa (Por­tu­gal), Direk­tor für den Bereich bio­lo­gi­sche Viel­falt in der EU-Kom­mis­si­on, und Her­bert Dorf­mann (Ita­li­en), stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Aus­schus­ses für Land­wirt­schaft und länd­li­che Ent­wick­lung im EU-Par­la­ment, ent­ge­gen. „In Schwe­den wer­den wei­te Tei­le des Lan­des mit­tels Beja­gung von Wöl­fen frei­ge­hal­ten. Die EU-Kom­mis­si­on akzep­tiert den Ansatz die­ser wolfs­frei­en Zonen, weil der Erhalt der tra­di­tio­nel­len Ren­tier-Hal­tung höher­ran­gig ange­se­hen wird als der stren­ge Arten­schutz gemäß der Fau­na-Flo­ra-Habi­tat-Richt­li­nie. Was in Schwe­den mög­lich ist, muss auch in Kärn­ten mög­lich sein“, erneu­er­te Land­wirt­schafts­kam­mer-Prä­si­dent Sieg­fried Huber die gemein­sa­me For­de­rung.

Alm- und Wei­de­wirt­schaft

Die tra­di­tio­nel­le Alm- und Wei­de­wirt­schaft sei dem Wesen nach durch­aus mit der tra­di­tio­nel­len Ren­tier-Hal­tung in Schwe­den ver­gleich­bar. Ent­spre­chend dem in den euro­päi­schen Grund­satz­ver­trä­gen fest­ge­schrie­be­nen Gleich­heits­grund­satz müs­se daher eine Aus­wei­sung von wolfs­frei­en Zonen auch im Alpen­raum mög­lich und so ein umfas­sen­der und unbü­ro­kra­ti­scher Abschuss von Wöl­fen recht­lich erlaubt sein, so der Tenor der Kärnt­ner Inter­es­sen­ver­tre­ter.

Schutz­sta­tus des Wolfs her­ab­set­zen

Gegen­über den Ver­tre­tern der EU wur­de auch mit Nach­druck auf die bestehen­de Alpen­kon­ven­ti­on, die den Alpen­raum und die dar­in prak­ti­zier­te Alm- und Wei­de­wirt­schaft beson­ders schützt, hin­ge­wie­sen. In dem Staats­ver­trag zwi­schen acht Alpen­län­dern und der Euro­päi­schen Uni­on beken­nen sich die Ver­trags­part­ner dazu, die Lebens­grund­la­gen der Bevöl­ke­rung zu schüt­zen und eine Balan­ce zwi­schen öko­no­mi­scher, öko­lo­gi­scher und sozia­ler Ent­wick­lung zu sichern.

Ruf nach Geset­zes­än­de­rung

Die der­zei­tig gül­ti­ge Fau­na-Flo­ra-Habi­tat-Richt­li­nie, die den Wolf als bedroh­te Art sieht, steht nach Mei­nung der Land­wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten im direk­ten Wider­spruch zu den Zie­len der Alpen­kon­ven­ti­on und müs­se des­halb geän­dert wer­den. „Die FFH-Richt­li­nie sieht einen stren­gen Schutz von Wöl­fen vor, obwohl die­se nicht auf der Roten Lis­te der vom Aus­ster­ben bedroh­ten Tier­ar­ten ste­hen und ihre Popu­la­ti­on sogar jähr­lich wächst. Damit steht die Richt­li­nie im direk­ten Wider­spruch zur über­ge­ord­ne­ten Alpen­kon­ven­ti­on. Wenn die EU ihre eige­nen Geset­ze ernst nimmt, dann muss sie die FFH-Richt­li­nie ändern, den Schutz­sta­tus der Wöl­fe her­ab­set­zen und wolfs­freie Zonen im Alpen­raum ermög­li­chen“, dräng­te Land­wirt­schafts­kam­mer-Prä­si­dent Huber bei den zustän­di­gen EU-Stel­len auf eine rasche Anpas­sung an die aktu­el­len rea­len Gege­ben­hei­ten.

10.11.2022 10:18 - Update am: 10.11.2022 14:51
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Kam­mer for­dert Abschuss von Wöl­fen Die Delegation der Landwirtschaftskammer Kärnten um Präsidenten Siegfried Huber (Siebenter von links) machte in Brüssel ihren Standpunkt zum Thema Wölfe deutlich.

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