Elisabethinen-Krankenhaus
Orthopädie wird 30 Jahre alt
In 30 Jahren hat sich vor allem bei den OP-Verfahren sehr viel getan. Heute ist das Elisabethinen-Krankenhaus für seine Spezialisierung auf den Bewegungsapparat bekannt – auch im Ausland.
© Studio Horst/EKH
Sr. Consolata Hassler war es, die vor 30 Jahren die Notwendigkeit erkannt hat: 1991 wurde das “Department für Orthopädie und orthopädische Chirurgie” als Teil der Allgemeinchirurgie am Elisabethinen-Krankenhaus gegründet – damals mit Johannes Schindler als Leiter. Eine eigene Abteilung ist die Orthopädie erst seit 2011.
700 Totalendoprothesen im Jahr
Die Spezialisierung auf den Bewegungsapparat zeigt sich heute anhand der Zahlen: Pro Jahr werden rund 700 Totalendoprothesen bei Hüfte, Knie oder Schulter implantiert – plus viele weitere Operationen am Bewegungsapparat. Die Orthopädie bietet 35 Betten und eine Tagesklinik. Mit dem “Bruderhaus” in St. Veit betreibt man die Ambulanz für Orthopädie und Traumatologie. Seit 1994 leitet Manfred Kuschnig die Orthopädie, seit 2001 ist er Medizinischer Direktor des Krankenhauses.
Minimalinvasive OP-Verfahren
Kuschnig zur größten von vielen Entwicklungen in diesem Bereich: “Den besonderen Anteil an diesen Entwicklungen des Faches sind minimalinvasive OP-Verfahren, bei denen die Patienten unabhängig von der Länge der ‚Hautschnitte’ innerhalb kürzester Zeit zur täglichen Routine im Leben zurückkehren können.” Diese OP-Verfahren hätten nicht nur die Liegedauer im Spital reduziert, sondern auch die Rehabilitation erheblich beschleunigt.
Die “AMIS-Methode”
Das Elisabethinen-Krankenhaus wird seit 2008 auch regelmäßig von Ärzten aus dem In- und Ausland frequentiert, erlernen sie doch dort die “AMIS-Methode”. Seit 2008 ist das Spital ein internationales Lehr-Zentrum für diese Operation von abgenützten, schmerzhaften Hüftgelenken ohne Schädigung von funktionellem Gewebe.
Im Bereich der Facharzt-Ausbildung arbeitet das Elisabethinen-Krankenhaus mit anderen Häusern zusammen, etwa mit dem Unfallkrankenhaus Klagenfurt.
Das Orthopädie-Team besteht heute aus acht Fachärzten, drei Assistenz- und Turnusärzten, Mitarbeitern in medizinisch-technischen Berufen, in der Krankenpflege und in der Verwaltung.
Und die Zukunft?
Blickt Kuschnig nach vorne, so kann er prognostizieren, dass die Nachfrage nach orthopädischen Leistungen weiter steigen wird: “Es werden einzelne Regionen des Bewegungsapparats noch gezielter behandelt werden, ohne den Menschen in seiner Gesamtheit aus dem Blickfeld zu verlieren.”
Was ihm Sorgen bereitet, sind der Nachwuchs bzw. die aufgabengerechte Weiterbildung: “Damit diese funktioniert, muss in die Ausbildung der Experten von morgen investiert werden. Neben der Ärzteschaft selbst sind hier vor allem die Politik und die Standespolitik gefragt.”