Gerhard Huber

Seit 57 Tagen zu Fuß unter­wegs durch Euro­pa

Auf seinem Marsch „Für den Weltfrieden und die Weltliebe zu Fuß durch Europa“ ist der Feldkirchner Gerhard Huber seit 57 Tagen unterwegs. „KLiCK Kärnten“ erreichte ihn gestern Abend telefonisch, als er sich in Bautzen (Deutschland) gerade auf die Nachtruhe vorbereitete.

Seit 57 Tagen zu Fuß unter­wegs durch Euro­pa Dein Freund und Helfer: Auf seinem Fußmarsch quer durch Europa trifft Gerhard Huber (links) auch auf viele hilfsbereite Polizisten.

© privat

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Vor genau 57 Tagen, am Kar­frei­tag, brach der Feld­kirch­ner Ger­hard Huber zu sei­nem Marsch „Für den Welt­frie­den und die Welt­lie­be zu Fuß durch Euro­pa“ auf. Die­ser Marsch führt ihn in sechs Mona­ten durch 14 Staa­ten Euro­pas: 4.000 Kilo­me­ter – alle zu Fuß („KLiCK Kärn­ten“ berich­te­te). Mitt­ler­wei­le durch­quer­te er sechs Län­der: Öster­reich, Slo­we­ni­en, Ungarn, Slo­wa­kei, Tsche­chi­en und Polen. Vor weni­gen Tagen über­schritt er die Gren­ze von Polen nach Deutsch­land.

Begeg­nun­gen der Herz­lich­keit

Als ihn „KLiCK Kärn­ten“ ges­tern Abend um 18.30 Uhr tele­fo­nisch erreich­te, befand er sich gera­de in der deut­schen Stadt Baut­zen (Ost­sach­sen). „Ich habe auf mei­ner Rei­se schon so vie­le schö­ne Erleb­nis­se und Erfah­run­gen gemacht“, schwärmt er. Er spricht von Begeg­nun­gen der Herz­lich­keit und von Men­schen, die hilfs­be­reit, zuvor­kom­mend und inter­es­siert an sei­nem Vor­ha­ben sind.

Mensch­lich­keit, Lie­be und Dank­bar­keit

Er näch­tigt vor­wie­gend unter frei­em Him­mel. Wenn Men­schen auf ihn auf­merk­sam wer­den, lau­ten die ers­ten Fra­gen stets: „Hast du Hun­ger? Hast du Durst? Wo wirst du schla­fen?“ So kam es bereits mehr­mals vor, dass ihm Men­schen ihre eige­nen vier Wän­de als Her­ber­ge für eine Nacht anbo­ten. „Ich bin über­wäl­tigt von so viel Mensch­lich­keit, Lie­be und Dank­bar­keit“, betont Huber.

Zelt brach unter Schnee­last zusam­men

Im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes natur­ge­mäß geriet er in den ver­gan­ge­nen 57 Tagen in Situa­tio­nen, die ihn auf har­te Pro­ben stell­ten. Eine spiel­te sich bereits am 9. April in der Nacht noch im hei­mat­li­chen Öster­reich ab, in der Nähe der Ort­schaft Sobo­th in der West­stei­er­mark. „Ich habe in mei­nem Zelt­la­ger mit­ten im Wald, mit­ten im Berg geschla­fen, als es zu schnei­en begon­nen hat. Mein Zelt ist unter der Schnee­last zusam­men­ge­bro­chen“, erin­nert sich Huber. Es blieb ihm nichts ande­res übrig, als gegen 3 Uhr nachts wie­der los­zu­mar­schie­ren und Unter­schlupf zu suchen. Den Schnee­sturm und die dunk­le Nacht vor Augen, ledig­lich das gerin­ge Licht der Stirn­lam­pe wies den Weg. „In sol­chen Situa­tio­nen merkt man, wie stark man men­tal wirk­lich ist“, gesteht Huber. Erst gegen 8 Uhr mor­gens erreich­te er eine Ort­schaft, in der ihm ein Kauf­mann die Türen sei­nes Geschäfts öff­ne­te und ihm einen war­men Kaf­fee anbot.

Poli­zei als Ret­ter in der Not

Ähn­lich war es, als in der Nacht des 30. Aprils in der Slo­wa­kei Regen ein­setz­te und ein schwe­res Gewit­ter auf­zog. „Ich bin klitsch­nass gewe­sen. Das Was­ser ist oben rein und unter raus geron­nen“, blickt Huber zurück. Also setz­te er sich des Näch­tens in Gang, als zwei Schein­wer­fer auf ihn zuka­men. Es war ein Poli­zei­au­to. Die Poli­zis­ten prüf­ten zunächst Hubers Aus­weis und lie­ßen ihn sein Vor­ha­ben schil­dern. Dass die Poli­zei nicht nur sprich­wört­lich dein Freund und Hel­fer ist, ver­spür­te Huber am eige­nen Leib. „Sie haben mich ins Auto gesetzt und in eine rund zehn Kilo­me­ter ent­fern­te Pen­si­on gebracht“, schil­dert Huber. Als die­se geschlos­sen hat­te, tele­fo­nier­ten die Poli­zis­ten kurz und chauf­fier­ten ihn in ein zwan­zig Kilo­me­ter ent­fern­tes Motel, wo er schließ­lich für die Nacht ein siche­res Dach über dem Kopf hat­te.

Wei­ter Rich­tung Dres­den

Zu erzäh­len wird er viel haben, wenn ihn sei­ne Fami­lie vor­aus­sicht­lich Anfang Okto­ber wie­der in ihre Armen schlie­ßen darf. Mit sei­ner Gat­tin steht Huber täg­lich tele­fo­nisch in Kon­takt. Das ist der ein­zi­ge Grund, wes­halb er ein Mobil­te­le­fon bei sich hat. Ein Solar-Lade­ge­rät sorgt dafür, dass sein Smart­phone stets auf­ge­la­den ist. Am heu­ti­gen Frei­tag geht’s wei­ter – Rich­tung Dres­den. Zu Fuß für den Welt­frie­den und die Welt­lie­be.

 

28.05.2021 07:07 - Update am: 28.05.2021 07:21
Anzeige
Seit 57 Tagen zu Fuß unter­wegs durch Euro­pa Dein Freund und Helfer: Auf seinem Fußmarsch quer durch Europa trifft Gerhard Huber (links) auch auf viele hilfsbereite Polizisten.

© privat