Mit Herbst 2023

Pfle­ge­aus­bil­dung: „Kärn­ten star­tet völ­lig neue Schul­form“

Erstmals in der Geschichte wird im öffentlichen höheren Schulwesen Matura mit Abschluss der Pflegefachassistenz angeboten. Gestartet wird ab September 2023 an zwei Standorten. Aktuell befinden sich 1.744 Kärntner in einer Pflege- oder Betreuungsausbildung.

Pfle­ge­aus­bil­dung: „Kärn­ten star­tet völ­lig neue Schul­form“Gerhard Veidl (Wolfsberg), Alfred Lackner (Spittal), Bildungsdirektorin IIsabella Penz, BP, Susanne Lissy (Diakonie), Wilfried Hude (Caritas), Klaus-Peter Haberl (Bildungsdirektion pädagogischer Leiter) (von links)

© Büro LHStv.in Prettner

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Von einem „his­to­ri­schen Moment“ spra­chen Lan­des­haupt­mann-Stell­ver­tre­te­rin Bea­te Prett­ner und Bil­dungs­di­rek­to­rin Isa­bel­la Penz, als sie heu­te im Rah­men einer Pres­se­kon­fe­renz die Stand­or­te einer „völ­lig neu­en Schul­form“ bekannt­ga­ben: Erst­mals kann an berufs­bil­den­den höhe­ren Schu­len nicht nur mit der Matu­ra, son­dern auch mit der Pfle­ge­fach­as­sis­tenz abge­schlos­sen wer­den. „Wir bie­ten die­se neue Schul­form an der HLSP Spit­tal und der HLSP Wolfs­berg ab Beginn des nächs­ten Schul­jah­res, also mit Sep­tem­ber 2023, an“, erklär­te Prett­ner und Penz.

Pilot­pro­jekt seit zwei Jah­ren erfolg­reich

An pri­va­ten Schu­len ist die­se Aus­bil­dungs­form im Rah­men eines Pilot­pro­jek­tes seit 2020 mög­lich: In Koope­ra­ti­on mit der Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ge­schu­le des Lan­des Kärn­ten (GuK) ist die­ses Pro­jekt in der Cari­tas­schu­le in Kla­gen­furt und an der Dia­ko­nie­schu­le in Wai­ern seit zwei Jah­ren erfolg­reich. „Mit den bei­den öffent­li­chen Schul­stand­or­ten in Spit­tal und Wolfs­berg wer­den wir ab Sep­tem­ber qua­si flä­chen­de­ckend auf­ge­stellt sein“, kün­dig­te Prett­ner an.

Mehr Pfle­ge­kräf­te in Kärn­ten

„Unser Ziel war und ist es, pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen eine gute und herz­li­che Betreu­ung zu sichern. Die­se steht und fällt mit einem Pfle­ge­per­so­nal, das in aus­rei­chen­der Zahl vor­han­den und nicht über­las­tet ist. Daher lau­tet mein Bestre­ben seit Jah­ren: die Zahl der Pfle­ge­kräf­te zu erhö­hen. Dafür müs­sen wir ver­schie­dens­te Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten anbie­ten. Und genau das tun wir“, beton­te die Gesund­heits­re­fe­ren­tin.

Drei gro­ße Her­aus­for­de­run­gen

Doch gera­de im Gesund­heits- und Pfle­ge­be­reich sei­en die per­so­nel­len Her­aus­for­de­run­gen enorm. Das habe drei Grün­de: die Demo­gra­fie und damit ver­bun­den eine auf den Kopf gestell­te Bevöl­ke­rungs­py­ra­mi­de (gab es in Kärn­ten im Jahr 1961 noch 10.700 Gebur­ten, sind es aktu­ell nur noch rund 4.700 Gebur­ten pro Jahr; die Zahl der älte­ren und pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen steigt zeit­gleich rapi­de); der Trend hin zur Teil­zeit (von 11.203 in der Pfle­ge täti­gen Mit­ar­bei­tern in Kärn­ten sind nur 4.515 in Voll­zeit beschäf­tigt); die kol­lek­tiv­ver­trag­lich ver­ein­bar­te sin­ken­de Wochen­ar­beits­zeit (37 Stun­den). „Es gilt also, für die Pfle­ge­be­ru­fe und Betreu­ungs­be­ru­fe – Heim­hil­fe, Pfle­ge­as­sis­tenz, Pfle­ge­fach­as­sis­tenz, Diplo­mier­te Pfle­ge­fach­kraft mit Bache­lor – unter­schied­li­che Andock­mög­lich­kei­ten zu schaf­fen“, erklär­te Prett­ner. „Aktu­ell befin­den sich 1.744 Per­so­nen in einer Pfle­ge-Aus­bil­dung. Laut Bedarfs­stu­die der Gesund­heit Öster­reich benö­ti­gen wir pro Jahr rund 400 Aus­bil­dungs­ab­schlüs­se. Das schaf­fen wir“, ver­si­cher­te Prett­ner.

Ab Herbst: Eine Klas­se mit 30 Schü­lern

Wie Bil­dungs­di­rek­to­rin Isa­bel­la Penz infor­mier­te, sei es das Ziel, an den bei­den Schul­stand­or­ten ein bis zwei Klas­sen als „Pfle­ge­klas­sen“ zu eröff­nen: „Rea­lis­tisch gehen wir ab Sep­tem­ber von je einer Klas­se mit jeweils maxi­mal 30 Schü­lern aus.“ Für Penz ist der Start „etwas ganz Beson­de­res: Noch nie konn­ten wir im öffent­li­chen höhe­ren Schul­we­sen eine Fach­aus­bil­dung im Bereich Sozia­les, Gesund­heit und Pfle­ge anbie­ten. Das ist ein Novum. Für die fach­prak­ti­sche Berufs­aus­bil­dung haben wir als Koope­ra­ti­ons­part­ner die GuK-Schu­len gewin­nen kön­nen. Wir freu­en uns auf die­se Zusam­men­ar­beit.“

Anmel­dungs­frist bis Ende Juni 2023

Gemein­sam mit den bei­den Direk­to­ren, Alfred Lack­ner und Ger­hard Veidl, die bei­de ver­si­cher­ten, „mit Stolz und ger­ne die­se neue Her­aus­for­de­rung mit unse­ren Leh­rer­teams anzu­neh­men“, appel­lier­te sie „an alle 14- und 15-Jäh­ri­gen, sich für die­sen neu­en Schul­typ anzu­mel­den. Die erwei­ter­te Anmel­dungs­frist läuft bis Ende Juni.“ Auch die Cari­tas- und Dia­ko­nie­schu­le mach­ten auf die drin­gend not­wen­di­ge Anmel­dung auf­merk­sam. Das Land Kärn­ten über­nimmt bekannt­lich seit Sep­tem­ber 2022 das Schul­geld in den bei­den Pri­vat­schu­len. Eben­falls seit Herbst 2022 wird die Aus­bil­dungs­prä­mie in Höhe von 600 Euro net­to pro Monat aus­ge­zahlt. „588 Schü­le­rin­nen und Schü­ler neh­men davon Gebrauch. Dazu kom­men 60 PFA-Schü­ler, die das Anstel­lungs­mo­dell (mit 1000 Euro net­to pro Monat) gewählt haben. Über das AMS gibt es vor allem für Um- und Quer­ein­stei­ger Fach­sti­pen­di­en oder Bil­dungs­ka­renz­mo­del­le“, infor­mier­te Prett­ner über „finan­zi­el­le Anrei­ze“.

09.02.2023 19:00
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Pfle­ge­aus­bil­dung: „Kärn­ten star­tet völ­lig neue Schul­form“Gerhard Veidl (Wolfsberg), Alfred Lackner (Spittal), Bildungsdirektorin IIsabella Penz, BP, Susanne Lissy (Diakonie), Wilfried Hude (Caritas), Klaus-Peter Haberl (Bildungsdirektion pädagogischer Leiter) (von links)

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