Wirtschaftskammer Kärnten

Kor­alm­bahn als gro­ße Chan­ce für Kla­gen­furt-Land

Die Regionen wachsen zusammen, die Peripherie wird zum Zentrum, die Gesamtregion erlebt einen Aufschwung und wird Teil der Baltisch-Adriatischen Achse: Gute Aussichten für die Gemeinden im Bezirk Klagenfurt-Land.

Kor­alm­bahn als gro­ße Chan­ce für Kla­gen­furt-Land Reinhard Wallner, Bereichsleiter ÖBB Personenverkehr Kärnten; Ewald Verhounig, Leiter Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung der Wirtschaftskammer Steiermark; Christiane Holzinger, Obfrau der Bezirksstelle Klagenfurt-Land der Wirtschaftskammer Kärnten; Astrid Legner, Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin; Erich Kirschner, Joanneum Research Forschungsgesellschaft; Nationalratsabgeordneter Peter Weidinger und Herwig Draxler, Leiter der Wirtschaftspolitik in der Wirtschaftskammer Kärnten (von links)

© WKK/Peter Just

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

In 45 Minu­ten von Kla­gen­furt nach Wien? In weni­ger als drei Jah­ren ist die­se Fahr­zeit dank der Inbe­trieb­nah­me der Kor­alm­bahn end­lich auf Schie­ne. Damit Kla­gen­furts Umland­ge­mein­den zeit­ge­recht auf die­sen Zug auf­sprin­gen kön­nen, müs­sen die rich­ti­gen Wei­chen dafür gestellt wer­den. „Mit der Fer­tig­stel­lung des Kor­alm­bahn-Tun­nels ent­steht ein neu­er Wirt­schafts­raum Süd­ös­ter­reich, der auch für die Kom­mu­nen im Bezirk Kla­gen­furt-Land von gro­ßer Bedeu­tung sein wird. Es war­ten vie­le Chan­cen, aber auch gro­ße Her­aus­for­de­run­gen auf uns. Also kom­men wir ins Tun und gestal­ten wir gemein­sam den zukünf­ti­gen Zen­tral­raum“, mit die­sen Wor­ten eröff­ne­te Chris­tia­ne Holz­in­ger, Obfrau der Bezirks­stel­le Kla­gen­furt-Land der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten, die heu­ti­ge Bür­ger­meis­ter­kon­fe­renz, die ganz im Zei­chen der Kor­alm­bahn stand.

Stei­er­mark und Kärn­ten rücken zusam­men

Gemein­de­ver­tre­ter erhiel­ten einen Über­blick über die bevor­ste­hen­den Ent­wick­lun­gen und die dar­aus abge­lei­te­ten Hand­lungs­emp­feh­lun­gen. Für Natio­nal­rats­ab­ge­ord­ne­ten Peter Wei­din­ger, der auch an der Kon­fe­renz teil­nahm, sind die Städ­te Kla­gen­furt und Graz die künf­ti­gen Haupt­schlag­adern im Süden Öster­reichs. „Stei­er­mark und Kärn­ten wer­den deut­lich näher zusam­men­rü­cken, was sich auch auf den Arbeits­markt, den Lebens­raum und damit auf das Fach­kräf­t­e­the­ma posi­tiv aus­wir­ken wird. Wich­tig ist es jetzt, die Rah­men­be­din­gun­gen zu schaf­fen und auch das Bewusst­sein in der Bevöl­ke­rung für den öffent­li­chen Ver­kehr zu schär­fen“, so Wei­din­ger.

Neue Metro­po­le im Süden

Eric Kirsch­ner, Autor der Stu­die „Jahr­hun­dert­pro­jekt Kor­alm­bahn“ von der Joan­ne­um Rese­arch For­schungs­ge­sell­schaft, hielt in sei­ner Key­note fest: „Die Kor­alm­bahn ist das größ­te sozio­öko­no­mi­sche Pro­jekt in Öster­reich seit dem Bau der Sem­me­ring­bahn. Die Aus­wir­kun­gen, die sich aus den ver­än­der­ten Erreich­bar­kei­ten erge­ben wer­den, sind erheb­lich und kaum zu unter­schät­zen. Es wird eine neue Metro­pol­re­gi­on mit inter­na­tio­na­ler Sicht­bar­keit und Strahl­kraft ent­ste­hen.“ Kirsch­ner emp­fahl den anwe­sen­den Gemein­de­chefs die Chan­ce, die das Jahr­hun­dert­pro­jekt mit sich bringt, auch rich­tig zu nut­zen, sei es in Form von Wohn­raum­schaf­fung oder etwa in der Flä­chen­si­che­rung von Betriebs­grund­stü­cken. Er unter­strich auch, dass sich für Beschäf­tig­te durch die neue Süd­bahn der Such­ra­di­us aus­deh­nen wird. „Es wird mög­lich sein, neue Arbeits­plät­ze in der­zeit nicht in Tages­pend­ler­di­stanz lie­gen­den Regio­nen anzu­neh­men. Die Mög­lich­kei­ten, eine adäqua­te Beschäf­ti­gung anzu­neh­men, stei­gen signi­fi­kant und dies in bei­den Bun­des­län­dern.“

„Haus­auf­ga­ben“ in den Berei­chen Infra­struk­tur und Raum­pla­nung

Durch die Kor­alm­bahn ent­steht ein neu­er Bal­lungs­raum, in des­sen Ein­zugs­ge­biet rund 1,1 Mil­lio­nen Ein­woh­ner leben. „Durch die Hoch­leis­tungs­bahn­stre­cke ent­wi­ckeln sich Kärn­ten und die Stei­er­mark zu einem neu­en Wirt­schafts­raum Süd mit inter­na­tio­na­ler Strahl­kraft. Regio­nen außer­halb des Kern­ge­bie­tes müs­sen durch Attrak­ti­vie­rung der letz­ten Mei­le ein­ge­bun­den wer­den“, unter­streicht Her­wig Drax­ler, Lei­ter der Wirt­schafts­po­li­tik in der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten. In Ver­bin­dung mit dem erst kürz­lich mit Ita­li­en ver­ein­bar­ten Zoll­kor­ri­dor Tri­est-Für­nitz sieht Drax­ler ein zusätz­li­ches gro­ßes Poten­zi­al für zukünf­ti­ge Ent­wick­lun­gen in der Regi­on. Es sei aber rasches Han­deln not­wen­dig, um ver­lo­re­ne Zeit auf­ho­len zu kön­nen. „Eine inten­si­ve und star­ke Koope­ra­ti­on von Ver­wal­tung und Wirt­schaft ist das Gebot der Stun­de“, erklär­te Drax­ler.

Regio­na­le Zubrin­ger­al­ter­na­ti­ven

Rein­hard Wall­ner, Bereichs­lei­ter ÖBB Per­so­nen­ver­kehr Kärn­ten, infor­mier­te über die geplan­ten regio­na­len Zubrin­ger­al­ter­na­ti­ven und die Ände­run­gen in der Tak­tung der Züge.  Regio­nen, die noch abseits der Ach­se lie­gen, wer­den an den öffent­li­chen Ver­kehr ange­bun­den. Wall­ner: „Dafür inves­tiert die ÖBB in Sum­me 19 Mil­li­ar­den Euro.“ Für Tages­pend­ler wird die Stre­cke nach Graz kein Pro­blem mehr dar­stel­len. „Man kann in Kärn­ten woh­nen und zur Arbeit nach Graz pen­deln und natür­lich auch umge­kehrt“, sag­te Wall­ner.

Gro­ßes Poten­ti­al für Gemein­den

Die Gemein­den im Bezirk Kla­gen­furt-Land haben das gro­ße Poten­ti­al erkannt. Für sie eröff­net sich ein span­nen­des Umfeld, sie wer­den gestärkt und kön­nen sich zu einem noch attrak­ti­ve­ren Lebens- und Wirt­schafts­mit­tel­punkt ent­wi­ckeln. „Die Pro­fi­teu­re wer­den sicher­lich die Wör­ther­see-Gemein­den sein“, so Mar­kus Per­dach­er, Bür­ger­meis­ter von Maria Wörth. Andre­as Scher­witzl, Orts­chef der Gemein­de Mag­da­lens­berg: „Wir wer­den unser Orts­ent­wick­lungs­kon­zept über­ar­bei­ten, in der Ver­gan­gen­heit haben wir vor­wie­gend Gewer­be­flä­chen rund um den nächst­ge­le­ge­nen Auto­bahn­kno­ten ent­wi­ckelt. Künf­tig wer­den wir in direk­te Anbin­dun­gen, wie etwa jene an den Bahn­hof Gra­fen­stein, inves­tie­ren.“ Auch Her­bert Gaggl, Bür­ger­meis­ter von Moos­burg, sieht in der 130 Kilo­me­ter lan­gen Kor­alm­bahn zwi­schen Graz und Kla­gen­furt vie­le Mög­lich­kei­ten für eine posi­ti­ve Wei­ter­ent­wick­lung. „Ein neu­er, inter­na­tio­nal sicht­ba­rer Bal­lungs­raum ent­steht. Es ist wich­tig, dass man die Men­schen zu den wich­tigs­ten öffent­li­chen Ver­kehrs­kno­ten­punk­ten bringt, und natür­lich auch umge­kehrt. Je weni­ger oft umge­stie­gen wer­den muss, umso attrak­ti­ver ist die Benüt­zung“, unter­strich Gaggl.

16.02.2023 18:00
Anzeige
Kor­alm­bahn als gro­ße Chan­ce für Kla­gen­furt-Land Reinhard Wallner, Bereichsleiter ÖBB Personenverkehr Kärnten; Ewald Verhounig, Leiter Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung der Wirtschaftskammer Steiermark; Christiane Holzinger, Obfrau der Bezirksstelle Klagenfurt-Land der Wirtschaftskammer Kärnten; Astrid Legner, Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin; Erich Kirschner, Joanneum Research Forschungsgesellschaft; Nationalratsabgeordneter Peter Weidinger und Herwig Draxler, Leiter der Wirtschaftspolitik in der Wirtschaftskammer Kärnten (von links)

© WKK/Peter Just