Gesundheitsland Kärnten
“Kärnten braucht mehr Ärztinnen und Ärzte!”
Noch elf Tage bis zur Landtagswahl. Die SPÖ Kärnten präsentierte heute ihre Vorhaben im Rahmen der Gesundheitspolitik. Diese hält die Standortgarantie für Kärntens Krankenhäuser aufrecht. Das Personal in Krankenanstalten und in der Pflege soll weiter aufgestockt werden. Große Pläne hat man für das Klinikum Klagenfurt. Und es erfolgt der dringende Appell an die Bundesregierung, für mehr Ausbildungsplätze im medizinischen Bereich zu sorgen.
© Red/KK
„Kärnten ist ein Gesundheitsland. Wir haben es in den vergangen zehn Jahren konsequent weiterentwickelt und gestärkt. Das werden wir auch künftig tun: Wir halten fest an der Bestandsgarantie für alle Krankenhäuser in Kärnten, um eine flächendeckende Versorgung auf höchstem Niveau auch in Zukunft zu gewährleisten“, sagt Landeshauptmann Peter Kaiser in der heutigen Pressekonferenz.
Mehr Beschäftigte in den Krankenhäusern
Das Personal in den Gesundheitseinrichtungen soll weiter aufgestockt werden. Seit 2013 hat sich die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der KABEG um 600 Vollzeitbeschäftigte auf 10.500 erhöht. „Im Laufe des heurigen Jahres wird der Personalstand um weitere 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöht“, so Kaiser weiter.
Reform für Medizinstudium gefordert
Allerdings mangelt es an qualifiziertem Personal. Deshalb appelliert Landeshauptmannstellvertreterin Beate Prettner heute — erneut — an die Bundesregierung, eine Reform des Aufnahmetests für das Medizinstudium so rasch wie möglich umzusetzen. „Im Juli werden sich wieder rund 16.000 junge Menschen dem Aufnahmetest stellen und die Bundesregierung wird wieder 90 Prozent davon nach Hause schicken. Und das angesichts der Tatsache, dass wir dringend Ärztinnen und Ärzte benötigen“, kritisiert Prettner.
Kärnten ist attraktiver Standort für Akademiker
Große Hoffnung setzt Landeshauptmann Peter Kaiser diesbezüglich auch in die Fertigstellung der Koralmbahn und die dadurch zunehmende Attraktivität Kärntens als Lebens‑, Arbeits- und Ausbildungsstandort. „Seit dem Jahr 2020 weisen wir in Kärnten ein positives Binnenwanderungssaldo auf: es kommen mehr Menschen aus anderen Bundesländern nach Kärnten als Kärntnerinnen und Kärntner auswandern. Und aus Studien wissen wir, dass von jenen Menschen, die Kärnten zu ihrem neuen Lebensmittelpunkt machen, ein großer Teil über einen Hochschulabschluss verfügt.“
Großprojekte in Krankenanstalten
Um medizinisch am neuesten Stand der Technik zu sein, sind laufend Investitionen notwendig. In den vergangenen fünf Jahren wurden 320 Millionen Euro in Krankenanstalten investiert. Für 2023 sind 49 Millionen Euro vorgesehenen. Damit sollen unter anderem vier große Projekte realisiert werden: ein komplett neues „Kopfzentrum“ mit den Schwerpunkten Augen, Hals, Nasen, Ohren, Kiefer im Klinikum Klagenfurt, die Sanierung der Kinder- und Jugendheilkunde (ELKI) im Klinikum Klagenfurt, der Umbau der Pathologie des LKH Villach, die Fertigstellung der Baustufen 3 und 4 im LKH Wolfsberg, sowie die Erneuerung von Intensivstation und Ambulanz in Laas.
Weiters kündigte Prettner einen „Herzschwerpunkt“ an: Um 5,5 Millionen Euro wird eine neue Anlage für Koronarangiographie angeschafft. Die Kärntner Gemeinden sollen weiterhin mit Defibrillatoren ausgestattet werden.

Pflegeberufe attraktiver gestalten
Im Bereich der Pflege soll der Personalschlüssel in den Pflegeheimen angepasst werden, so dass Pflegekräfte entlastet werden. Pflegekräfte in Ausbildung in Kärnten eine monatliche Prämie in Höhe von 600 Euro bzw. in Höhe von 1.000 Euro in einem Anstellungsverhältnis. Gesundheitsreferentin Beate Prettner kündigt an, den Selbstbehalt in der Mobilen Pflege um ein weiteres Drittel senken zu wollen.
Mit der „Pflege-Nahversorgung“ nimmt Kärnten österreichweit eine Vorreiterrolle ein. Dabei dienen Pflegekoordinator:innen in den Gemeinden als Ansprechpartner:innen für die ältere Generation und ihre Angehörigen. 94 Kärntner Gemeinden beteiligen sich an diesem Modell.
Gesunder Lebensstil von klein auf
Massiv forciert wird auch der Bereich der Gesundheitsförderung: „Unser Ziel ist es, in jeder Schule eine tägliche Bewegungseinheit zu installieren, ebenso wie eine gesunde Kantine“, sagen Kaiser und Prettner. Ein weiteres Beispiel ist die „Schwimmoffensive“: In Kärnten soll jedes Kind im Volksschulalter schwimmen können.
Im Sinne der Prävention und Früherkennung will man „Gesunde Gemeinden“ weiterhin stärken, mit der Familienkarte Kärntner Familien zu einem abwechslungsreichen Sportprogramm animieren und einen „Kärntner Vorsorgepass“ etablieren.
Universitätsklinikum für Klagenfurt
Gesundheitsreferentin Beate Prettner und Landeshauptmann Peter Kaiser verhandeln gegenwärtig mit der MedUni Graz, der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt sowie der Fachhochschule und der KABEG über eine Kooperation. „Medizin und Technologie werden in Zukunft noch stärker zusammenwachsen und wir wollen diesen Zweig in Kärnten — als Hochtechnologie-Standort und Gesundheitsland — weiter ausbauen“, sagt Kaiser. Angedacht sind der Ausbau des Gesundheitscampus am Areal des Klinikum Klagenfurt und ein Ausbildungsangebot im Bereich der Humanmedizin.
