Karin Ch. Taferner

Kärnt­ner Schrei­ber­lin­ge fei­ern ihr 10-jäh­ri­ges Jubi­lä­um

Heuer feiern die Kärntner Schreiberlinge ihren zehnten Geburtstag. Anlässlich des Jubiläums sprach „KLiCK Kärnten“ mit Präsidentin Karin Ch. Taferner über das gemeinsame Schaffen.

Kärnt­ner Schrei­ber­lin­ge fei­ern ihr 10-jäh­ri­ges Jubi­lä­um Am 26. April 2013 gründeten sich die Kärntner Schreiberlinge.

© Kärntner Schreiberlinge

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

In Kärn­ten, wo die Schrei­ber­lin­ge her­stam­men, tref­fen sie sich alle 14 Tage frei­tags um 16 Uhr und wid­men sich dem krea­ti­ven Her­vor­brin­gen von Sät­zen in ver­schie­de­nen lite­ra­ri­schen For­men. Unter­ein­an­der ver­bin­det sie „die glei­che Lei­den­schaft für Lite­ra­tur und Spra­che, „das gegen­sei­ti­ge Ver­trau­en zuein­an­der“ und „das ähn­li­che Schwin­gen.“ Die Geschich­te der Kärnt­ner Schrei­ber­lin­ge begann bei einer Schreib­werk­statt des Kärnt­ner Bil­dungs­werks. Dort haben sie sich zusam­men­ge­fun­den und blie­ben seit­dem eng ver­bun­den: „Der Kurs war aus und wir woll­ten gemein­sam wei­ter­schrei­ben, die Schreib­ener­gie der Grup­pe fas­zi­nier­te mich.“ So grün­de­te sich die pri­va­te Lite­ra­tur­for­ma­ti­on im April 2013 unter Karin Ch. Tafer­ner. Mitt­ler­wei­le bli­cken die aktu­ell neun Kärnt­ner Schrei­ber­lin­ge – sie­ben Frau­en und zwei Män­ner, die aus unter­schied­li­chen Berufs­kon­tex­ten kom­men und zwi­schen Vil­lach und Lavant­tal leben – auf mehr als 230 gemein­sa­me Schreib­treffs zurück. 2021 ver­öf­fent­lich­ten sie ihr ers­tes gemein­sa­me Buch mit dem Titel „Frei­tags um vier“, das von den ver­schie­de­nen Zugän­gen der Schreib­lin­ge zeugt und in sich Pro­sa, Lyrik und Mund­art ver­eint.

Lite­ra­tur ist Frei­heit und Krea­ti­vi­tät

Für die gebür­ti­ge Lavant­ta­le­rin und Prä­si­den­tin Karin Ch. Tafer­ner unter­schei­det sich das krea­ti­ve Schrei­ben vom jour­na­lis­ti­schen fun­da­men­tal. „Es ist für mich ein Aus­gleich zum ziel­ge­rich­te­ten Schrei­ben, das Krea­ti­ve ist Frei­heit.“ Selbst hat die aus­ge­bil­de­te Diplom­in­ge­nieu­rin für Agrar­wis­sen­schaf­ten und Jour­na­lis­tin in der Puber­tät erst­mals zu Stift und Papier gegrif­fen und mit dem Tage­buch-Schrei­ben begon­nen. Dadurch hat sie „schrei­be­risch nach­ge­dacht“ und gehofft, „Klar­hei­ten zu fin­den, da sehr viel pas­siert ist.“ Lite­ra­tur gebe Tafer­ner eine Spiel­wie­se an Krea­ti­vi­tät. „Ich schrei­be viel lie­ber als zu lesen, dadurch bewah­re ich mei­ne Authen­ti­zi­tät.“ Bei den ers­ten Ent­wür­fen schreibt sie nach Gefühl, wie es eben kommt und dann fol­gen wei­te­re Schrit­te in der Über­ar­bei­tungs­pha­se. Die Nähe zu den Men­schen drückt sich durch die Ver­wen­dung der Kärn­te­ner Mund­art für sie aus: „Mund­art geht ans Herz“. Doch grei­fen die Schrei­ber­lin­ge auch auf das Hoch­deut­sche in ihren Tex­ten zurück.

Eine Atmo­sphä­re zum Schrei­ben

„Um hin­ein zu schwin­gen“, begin­nen die lite­ra­ri­schen Zusam­men­künf­te, und damit das schöp­fe­ri­sche Mit­ein­an­der, mit einem „Los­re­den“ vom All­tag und Abstrei­fen von All­täg­li­chem: Dann sind sie kon­zen­triert unter sich und schrei­ben. Das „Von-der-See­le-reden“ schafft Raum zum Her­vor­brin­gen ers­ter Zei­len und Ent­wür­fe, die mit Impul­sen in Form von span­nen­den Sät­zen, Ideen, Wör­ter und sogar ein­zel­nen Buch­sta­ben ein­her­ge­hen. „Die Krea­ti­vi­tät geht uns nie aus.“ Und da ist auch immer eine frei­wil­li­ge Vor­le­se­run­de und dann wird es erst klar, „was jeder aus den glei­chen Schreib­im­puls so macht und ver­schie­de­nes her­aus­be­kommt.“ Am Ende wer­den durch das gemein­sa­me Schrei­ben und das gegen­sei­ti­ge Ver­trau­en, das auf zehn­jäh­ri­ges Tun auf­baut, Weit­sich­ten, ver­schie­de­ne Posi­tio­nen und per­sön­li­che Zugän­ge geöff­net.

Kärn­ten ist Inspi­ra­ti­ons­ort

Den Schrei­ber­lin­gen ist es eben­so wich­tig, dass die Schreib­or­te ihres Tuns stets wech­seln und so schrei­ben sie dort, wo es eben gelingt und sie ihre geball­te Krea­ti­vi­tät hin­führt. Auch drau­ßen in der Natur, „dort gibt es ganz ande­re Schreib­ener­gien und Inspi­ra­tio­nen.“ Geschrie­ben haben sie unter ande­rem schon in der Kla­gen­fur­ter Stern­war­te oder am St. Andrä­er See. So wir­ken sich die ein­zel­nen Umge­bun­gen auf das Schrei­ben aus, doch das gilt für Kärn­ten im ganz Beson­de­ren. Kärn­ten bedeu­tet für die neun Autoren selbst­ver­ständ­lich eine Inspi­ra­ti­ons­quel­le, wo Umge­bun­gen und ihre Gescheh­nis­se mit allen Sin­nen wahr­ge­nom­men wer­den und in wei­te­rer Fol­ge lite­ra­risch ver­ar­bei­tet wer­den.

Wort zum Bild – Lesung mit Bil­der­aus­stel­lung

  • Ter­min: Sams­tag, 25. März 2023
  • Beginn: 18 Uhr
  • Ort: Kul­tur­saal Eben­thal

26.02.2023 15:30
Anzeige
Kärnt­ner Schrei­ber­lin­ge fei­ern ihr 10-jäh­ri­ges Jubi­lä­um Am 26. April 2013 gründeten sich die Kärntner Schreiberlinge.

© Kärntner Schreiberlinge