Klagenfurt
Klima-Aktivisten streiken gegen “Versiegelungs-Projekte”
Zwei Tage vor den Kärntner Landtagswahlen ruft die Organisation "Fridays for Future" zum Klimastreik auf. Die heutige Demonstration steht im Zeichen des globalen Klimastreiks und richtet sich auch gegen zwei Bauvorhaben in Klagenfurt.
Am heutigen Freitag (3. März 2023) finden weltweit Klimastreiks und Demonstrationen statt. Auch die Organisation “Fridays for Future Kärnten” beteiligt sich am globalen Klimastreik, der diesmal nur zwei Tage vor den Kärntner Landtagswahlen (5. März 2023) stattfindet. Deshalb werden die Aktivistinnen und Aktivisten, die sich um 12 Uhr auf dem Neuen Platz treffen, um von dort aus durch die Innenstadt zu ziehen, auch einen Stopp vor der Landesregierung einlegen. “Wir fordern die Parteien auf, keine klimaschädlichen Projekte mehr zu fördern und sich stattdessen für klimafreundliche Konzepte einzusetzen”, sagen Lara Abyareh und Zoe Ammann von Fridays for Future Kärnten.
Bauvorhaben in der Ostbucht
Die heutige Demonstration richtet sich daher auch gegen zwei geplante Bauvorhaben in Klagenfurt: eine Saunalandschaft in der Ostbucht sowie einen Zubau vor der Universität Klagenfurt. Abyareh und Ammann bezeichnen die beiden Vorhaben als “Versiegelungsprojekte”. “Wir fordern mit unserem Streik, dass die Projekte nicht umgesetzt werden sollen. Stattdessen sollten die Millionen von Euro in klimafreundliche Konzepte investiert werden!”, so die beiden. Als Beispiel führen sie den Ausbau des Öffentlichen Verkehrsnetzes oder der Radwege an. “Dort wäre das Geld besser investiert!” Fridays for Future Kärnten unterstützt daher eine Petition, die sich gegen den Bau der Saunalandschaft ausspricht.
Pläne für Uni-Zubau
Die beiden Studierenden protestieren auch gegen ein Bauprojekt an der Universität Klagenfurt, wo es Pläne für einen Zubau vor dem Haupteingang gibt. “Dadurch würden auf der freistehenden Wiese zahlreiche Bäume entfernt und kostbarer Boden unnötigerweise versiegelt werden. Unnötig deshalb, weil es einen bereits versiegelten Bodenbereich an der Universität gibt, der sich für einen Neubau eigenen würde: der West-Parkplatz wird von extrem wenigen Autos genutzt und könnte somit als Grundlage für die neuen Lehrräume dienen”, so Abyareh. “Im Jahr 2023 muss mitgedacht werden und nach den umweltfreundlichsten Lösungen gesucht werden.”
Gleiches Ziel, unterschiedliche Wege
Die beiden Studierenden achten auch privat auf eine ressourcenschonende Lebensweise. “Aber solange es keine strukturellen Maßnahmen gibt, sind wir machtlos”, sagen sie. Vernetzung sei daher unverzichtbar.
Mit den Aktivistinnen und Aktivisten der letzten Generation hat der heutige Streik aber nichts zu tun. “Wir kämpfen alle für dasselbe Ziel — nämlich Klimagerechtigkeit — aber wir gehen unterschiedliche Wege”, erklärt Ammann. Die Demonstration ist bei der Polizei angemeldet.

