Rück- und Ausblick

Kärnt­ner Poli­zei zieht Bilanz

In Kärnten wurden im Vorjahr im Vergleich zu 2021 um 3.542 Delikte mehr zur Anzeige gebracht. Damit liegt die Kriminalitätsstatistik knapp über dem Niveau von 2019, also vor der Zeit der Corona-Pandemie. Im Zehn-Jahres-Rückblick bleibt die Gesamtkriminalität jedoch weiterhin rückläufig.

Polizei Die Polizei Kärnten zieht Bilanz. Im Zehn-Jahres-Rückblick bleibt die Gesamtkriminalität rückläufig, Internet-, Wirtschafts-, Gewaltdelikte haben allerdings zugenommen.

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Die Auf­klä­rungs­quo­te hat sich ins­ge­samt auf 59 Pro­zent ein­ge­pen­delt. Die Delikts­be­rei­che Sucht­mit­tel­kri­mi­na­li­tät und Cyber­crime blei­ben wei­ter­hin die Her­aus­for­de­run­gen.

Gesamt­kri­mi­na­li­tät leicht gestie­gen

Die Zahl der Anzei­gen ist 2022 im Ver­gleich zum Vor­jahr um 16,9 Pro­zent auf 24.546 Anzei­gen ange­stie­gen (2021: 21.004). Damit liegt die Gesamt­kri­mi­na­li­tät knapp über dem Niveau von 2019, also der Zeit vor der Coro­na-Pan­de­mie (2019: 24.286). Im Zehn­jah­res­ver­gleich ist jedoch trotz­dem ein Rück­gang zu erken­nen, 2013 wur­den 27.888 Delik­te zur Anzei­ge gebracht.

Auf­klä­rungs­quo­te gesun­ken

Die Auf­klä­rungs­quo­te ist 2022 um 4,3 Pro­zent­punk­te auf 59 Pro­zent gesun­ken (2021: 63,3) und liegt damit in etwa auf dem Wert von 2019. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den 17.045 tat­ver­däch­ti­ge Per­so­nen aus­ge­forscht und ange­zeigt, das sind um 9,2 Pro­zent mehr als im Jahr zuvor. 2013 wur­den 15.548 Tat­ver­däch­ti­ge aus­ge­forscht. Der Anteil der frem­den Tat­ver­däch­ti­gen (4.725) ist gegen­über dem Vor­jahr um 22,4 Pro­zent gestie­gen (3.860). 2013 wur­den 3.227 frem­de Tat­ver­däch­ti­ge ver­zeich­net.

Mehr Gewalt­de­lik­te

Gewalt­de­lik­te sind gegen­über dem Vor­jahr ange­stie­gen. Bei knapp zwei Drit­tel der began­ge­nen Taten gab es zumin­dest ein Bekannt­schafts­ver­hält­nis zwi­schen Täter und Opfer. EineStei­ge­rung konn­te auch im Bereich der Raub­kri­mi­na­li­tät doku­men­tiert wer­den, wobei dazu anzu­mer­ken ist, dass es sich dabei größ­ten­teils um Raub­über­fäl­le im öffent­li­chen Raum wie
Stra­ße oder Park­platz han­del­te.

Eigen­tums­kri­mi­na­li­tät hat zuge­nom­men

Die Eigen­tums­kri­mi­na­li­tät ist in Kärn­ten 2022 ins­ge­samt gestie­gen, wobei die Anzei­gen noch deut­lich unter den Zah­len von 2019, also vor der Coro­na-Pan­de­mie lie­gen.

Poli­zei kämpft gegen Sucht­mit­tel­kri­mi­na­li­tät

Das stra­te­gi­sche Ziel der Poli­zei Kärn­ten war in die­sem Bereich, wie schon in den Jah­ren zuvor, auch für 2022 die Sucht­mit­tel­kri­mi­na­li­tät wei­ter­hin ver­stärkt und kon­se­quent zu bekämp­fen. 2022 wur­den annä­hernd gleich vie­le Delik­te nach dem Sucht­mit­tel­ge­setz zur Anzei­ge gebracht, wie im Jahr zuvor. Das zeigt, dass das vor­ge­ge­be­ne Ziel der Lan­des­po­li­zei­di­rek­ti­on Kärn­ten bei die­sem Kon­troll­de­likt auch tat­säch­lich erfolg­reich umge­setzt wur­de.

Online­kri­mi­na­li­tät steigt wei­ter

Die Inter­net­kri­mi­na­li­tät ist wie in den Jah­ren zuvor, auch 2022 gestie­gen. Fast die Hälf­te aller Delik­te aus die­sem Bereich ent­fie­len auf Inter­net­be­trug.

Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät nimmt zu

Die Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät ist 2022 ange­stie­gen und weist zugleich den höchs­ten Wert der letz­ten zehn Jah­re auf. Der Groß­teil der Fäl­le ent­fiel auf Betrugs­de­lik­te.

Poli­zei wird zukunfts­fit mit Kri­mi­nal­dienst­re­form

Auf­grund der aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen im Bereich der Inter­net­kri­mi­na­li­tät und der kri­mi­nel­len, inter­na­tio­nal agie­ren­den Orga­ni­sa­tio­nen hat das BMI bereits reagiert, indem die Poli­zei durch eine gera­de in Arbeit befind­li­che Kri­mi­nal­dienst­re­form zukunfts­fit gemacht wer­den soll.

Drei Säu­len sind The­ma

Mit der Kri­mi­nal­dienst­re­form sol­len drei wesent­li­che Säu­len eta­bliert und gestärkt wer­den. Die ers­te Säu­le stärkt die Kri­mi­nal­po­li­zei in den Regio­nen in den Berei­chen Tat­ort­ar­beit, Cyber­kri­mi­na­li­tät bzw. ‑ermitt­lung und Prä­ven­ti­on. Die zwei­te Säu­le ist die Wei­ter­ent­wick­lung der Bekämp­fung der orga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät, die jüngst vor allem im Bereich der Schlep­pe­rei erstarkt und welt­weit gewach­sen ist.

Aus­bil­dung als Schwer­punkt

Die drit­te Säu­le der Kri­mi­nal­dienst­re­form ist die Aus­bil­dung, die einen essen­zi­el­len Part in jeder Orga­ni­sa­ti­on ein­neh­men muss. Ein wesent­li­cher Bereich ist daher die Inten­si­vie­rung der Aus­bil­dung im Bereich des Kri­mi­nal­diens­tes sowohl in der Grund­aus­bil­dung als auch in der
Wei­ter­bil­dung für die Poli­zis­tin­nen und Poli­zis­ten. Ein Eck­pfei­ler wird das Cyber-Trai­nings­cen­ter bil­den, wo Spe­zia­lis­tin­nen und Spe­zia­lis­ten für alle kri­mi­nal­po­li­zei­li­chen Ebe­nen – Regio­nen, LKA und BK – trai­niert wer­den.

21 Tote im Stra­ßen­ver­kehr

21 Men­schen ver­lo­ren im Jahr 2022 ihr Leben im Stra­ßen­ver­kehr. Im Jahr 2021 waren es noch 38 Tote nach Ver­kehrs­un­fäl­len. Somit sind gegen­über dem Vor­jahr 17 Ver­kehrs­to­te weni­ger zu bekla­gen. Die Beson­der­heit am Kalen­der­jahr 2022 war sicher­lich, dass es kei­nen ein­zi­gen töd­li­chen Motor­rad­un­fall in unse­rem Bun­des­land gege­ben hat.

Dro­gen im Stra­ßen­ver­kehr

Im Jahr 2022 hat sich die Lan­des­ver­kehrs­ab­tei­lung mit den Städ­ten und Bezir­ken, ergän­zend zu ihren Kern­auf­ga­ben, ver­stärkt dem The­men­schwer­punkt „Dro­gen im Stra­ßen­ver­kehr“ zuge­wandt. Dies­be­züg­lich muss­ten 199 Fahr­zeug­len­ker zur Anzei­ge gebracht wer­den, um 85 mehr als im Jahr zuvor (2021: 114). Die neu­er­li­che Erhö­hung des Kon­troll­drucks, vor allem durch den noch­mals ver­stärk­ten Ein­satz von Zivil‑, Motor­rad- sowie Radar­strei­fen auf Kärn­tens Stra­ßen, führ­te auch zu einer Anzei­gen­stei­ge­rung bei den Delik­ten in Zusam­men­hang mit Alko­hol, Geschwin­dig­keit, Tele­fo­nie­ren und Gur­ten­pflicht.

  • 3.312 Anzei­gen wegen Alko­ho­li­sie­rung im Stra­ßen­ver­kehr bedeu­tet eine Stei­ge­rung von 477 Füh­rer­schein­de­lik­ten mit Alko­ho­li­sie­rung im Ver­gleich zu 2021 (2.835).
  • 8.219 Über­tre­tun­gen wegen Tele­fo­nie­rens am Steu­er, das sind um 299 Delik­te mehr als 2021 (7.923).
  • 574.202 Geschwin­dig­keits­über­tre­tun­gen, eine Zunah­me von 117.293 gegen­über 2021 (456.909).
  • 4.995 Über­tre­tun­gen der Gur­ten­pflicht gegen­über 2021 (4.619), ergibt eine Stei­ge­rung um 376.

Mehr Poli­zis­ten in Kärn­ten

Mit ers­tem Febru­ar 2023 hat die Lan­des­po­li­zei­di­rek­ti­on Kärn­ten einen Gesamt­per­so­nal­stand von 2.411 Bediens­te­ten (629 Frau­en). Davon ste­hen 2.155 (475 Frau­en Bediens­te­te im Exe­ku­tiv­dienst, wovon aktu­ell 196 (63 Frau­en) noch die Grund­aus­bil­dung absol­vie­ren. Mit ers­tem Febru­ar des Vor­jah­res betrug der Gesamt­per­so­nal­stand 2.399 Bediens­te­te (601 Frau­en) 2.145 (450 Frau­en) von ihnen stan­den im Exe­ku­tiv­dienst. Ins­ge­samt 66 ehe­ma­li­ge Post- und Tele­kom­be­diens­te­te ver­rich­ten aktu­ell fach­spe­zi­fi­sche Arbei­ten in ver­schie­de­nen Orga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten.

Poli­zei-Anwär­ter in Aus­bil­dung

Der­zeit wer­den in den Bil­dungs­zen­tren Kärn­ten und Wels in sie­ben Grund­aus­bil­dungs­lehr­gän­gen 196 Poli­zei­schü­ler aus­ge­bil­det. Für das heu­ri­ge Jahr sind bis dato jeden­falls zwei wei­te­re Grund­aus­bil­dungs­kur­se mit 56 Schü­ler geneh­migt.

06.03.2023 19:00
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Polizei Die Polizei Kärnten zieht Bilanz. Im Zehn-Jahres-Rückblick bleibt die Gesamtkriminalität rückläufig, Internet-, Wirtschafts-, Gewaltdelikte haben allerdings zugenommen.

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