Transport

Lkw brin­gen die Wirt­schaft “on the road”

Kärntens Transportunternehmen sind ein zuverlässiger Partner der Wirtschaft und eine wesentliche Stütze in der Versorgungssicherheit. Als Kooperationspartner der Lavanttal-Rallye machten sie heute in einer Pressekonferenz auf die Branche und den Berufsstand aufmerksam.

Lkw brin­gen die Wirt­schaft “on the road” Lkw-Fahrerin Sabrina Petritsch, Rallye-Staatsmeister Achim Mörtl, Christian Spendel, Präsident der Arbeitsgemeinschaft „LKW Friends on the road" und Bruno Urschitz, Obmann der Wirtschaftskammer-Fachgruppe Güterbeförderung machten in einer Pressekonferenz auf die Branche der Kärntner Transportunternehmen und den Berufsstand aufmerksam.

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Ohne die vie­len Lkw, die land­auf und land­ab unter­wegs sind, wür­de die Wirt­schaft nicht brum­men: Rund 80 Pro­zent des Stra­ßen­gü­ter­ver­kehrs in Öster­reich wer­den im Umkreis von 80 Kilo­me­tern abge­wi­ckelt. „Der größ­te Vor­teil auf der Stra­ße sind die hohe Fle­xi­bi­li­tät und Mobi­li­tät. Über gut aus­ge­bau­te Trans­port­we­ge sind fast alle Zie­le unkom­pli­ziert zu errei­chen, der direk­te Haus-zu-Haus-Trans­port ist ein­fach“, erklär­te Bru­no Urs­chitz, Obmann der Wirt­schafts­kam­mer-Fach­grup­pe Güter­be­för­de­rung, anläss­lich einer Pres­se­kon­fe­renz, die ges­tern, Mitt­woch, am ÖAMTC-Fahr­tech­nik­zen­trum in St.Veit an der Glan statt­fand. Urs­chitz warf auch gleich einen Blick zurück – näm­lich auf den 16. März 2020, der unser aller Leben ver­än­der­te. „An die­sem Tag wur­de bun­des­weit mit dem ers­ten Lock­down das Leben im gan­zen Land her­un­ter­ge­fah­ren. Ohne Lkw hät­te die Gesell­schaft nicht funk­tio­niert, wir haben für eine flä­chen­de­cken­de Ver­sor­gung mit Gütern gesorgt.“

Unge­wöhn­li­che Koope­ra­ti­on

Da die „Brum­mis“ nicht nur die täg­li­chen Bedarfs­gü­ter, son­dern auch Emo­tio­nen trans­por­tie­ren, ent­schloss sich die Fach­grup­pe der Trans­por­teu­re zu einer auf den ers­ten Blick eher unge­wöhn­li­chen Maß­nah­me. Näm­lich jener, die Lavant­tal-Ral­lye am 14. und 15. April in Wolfs­berg zu unter­stüt­zen. Als Haupt­spon­sor für die­ses Motor­sport-Gro­ße­vent konn­te „LKW Fri­ends on the road“, als Tes­ti­mo­ni­al der drei­fa­che Ral­lye-Staats­meis­ter Achim Mörtl gewon­nen wer­den. „Wir sehen vie­le Par­al­le­len zwi­schen dem Ral­lye­sport und der Güter­be­för­de­rung auf der Stra­ße. Ral­lye- und Lkw-Fah­rer bewe­gen hoch­tech­no­lo­gisch aus­ge­reif­te Fahr­zeu­ge. Der Lkw-Fah­rer arbei­tet für einen höchst­mög­lich öko­lo­gisch und wirt­schaft­li­chen Betrieb sei­nes Fahr­zeu­ges und der Ral­lye-Fah­rer arbei­tet mit eben­so gro­ßer Per­fek­ti­on an der schnellst­mög­li­chen Son­der­prü­fungs­zeit.

Ral­lye- und Lkw-Fah­rer

Bei­de wer­den von The­men wie Gewichts­op­ti­mie­rung, Treib­stoff­ver­brauch und Rou­ten­pla­nung bewegt“, sagt Chris­ti­an Spen­del, Prä­si­dent der Arbeits­ge­mein­schaft „LKW Fri­ends on the road“. Urs­chitz über die Vor­tei­le die­ser Zusam­men­ar­beit: „Für uns als Fach­grup­pe hin­ter­lässt die­se PS-star­ke Ver­an­stal­tung nicht nur wirt­schaft­lich eine wich­ti­ge Erfolgs­spur, son­dern ist auch eine per­fek­te Mög­lich­keit, um auf die Leis­tun­gen der Bran­che und des Beru­fes des Lkw-Fah­rers auf­merk­sam zu machen.“  Auch Mörtl, der gera­de selbst den Lkw-Füh­rer­schein macht, ist begeis­tert: „Egal ob Ral­lye-Fah­rer oder Lkw-Len­ker, in bei­den Cock­pits sprüht es nur so von Emo­ti­on und Lei­den­schaft. Lei­der ver­ges­sen vie­le von uns, wie wich­tig der Beruf des Lkw-Fah­rers ist. Ich zie­he den Hut vor die­ser Berufs­grup­pe, die tag­täg­lich auf über­las­te­ten Stra­ßen und unter hohem Zeit­druck Her­vor­ra­gen­des leis­tet.“

Sicher­heit ist das Gebot der Stun­de

Dank des tech­ni­schen Fort­schritts in den ver­gan­ge­nen Jah­ren sind Lkw sehr siche­re Fahr­zeu­ge und nur sel­ten Aus­lö­ser für schwe­re Unfäl­le.  Nicht nur bei Moto­ren und Getrie­ben, auch in den Fah­rer­ka­bi­nen haben zeit­ge­mä­ße Tech­nik und Digi­ta­li­sie­rung längst Ein­zug gehal­ten. „Wei­ter­bil­dun­gen und Zusatz­qua­li­fi­ka­tio­nen gehö­ren bei uns zum Pflicht­pro­gramm. Vor allem das The­ma Elek­tro­nik hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stark ver­än­dert. Das erleich­tert natür­lich den Berufs­all­tag jedes ein­zel­nen Fah­rers, setzt aber ande­rer­seits stets neue Kennt­nis­se vor­aus“, unter­strich Urs­chitz. Wie in jeder ande­ren Bran­che auch ist das The­ma Mit­ar­bei­ter­man­gel all­ge­gen­wär­tig. „Der Beruf des Lkw-Fah­rers ist attrak­tiv, die Ver­dienst­mög­lich­kei­ten sind sehr gut“, sagt der Fach­grup­pen­ob­mann.

Kli­ma­fit ja, aber…

Natür­lich ist die Bran­che bestrebt, die CO2-Bilanz ste­tig zu ver­bes­sern. „Mit dem Inkraft­tre­ten von Euro VII, vor­aus­sicht­lich im Jahr 2026, wer­den die Schad­stoff­emis­sio­nen der neu­en Lkw-Gene­ra­ti­on kei­nen nen­nens­wer­ten Ein­fluss mehr auf das Kli­ma haben“, unter­strich Urs­chitz. Bereits jetzt stel­len die Lkw, was die Koh­len­di­oxid-Emis­si­on betriff, die Pkw in den Schat­ten: Sank die Umwelt­be­las­tung bei Pkw in den ver­gan­ge­nen Jah­ren um fünf Pro­zent, waren es bei Lkw mehr als 30 Pro­zent. „Vie­le haben ihre Fuhr­parks gegen moder­ne Tech­no­lo­gien aus­ge­tauscht und das zeigt auch Wir­kung. Wir set­zen frei­wil­lig auf schad­stoff­ar­me Tech­nik, ohne gesetz­li­chen Zwang. Wir sehen uns als ech­te Fri­ends on the road und lie­fern so unse­ren Bei­trag zum Kli­ma­schutz“, mein­te Spen­del. Was sich bei den spe­zi­fi­schen Emis­sio­nen des Stra­ßen­ver­kehrs zwi­schen 1995 und 2022 getan hat, skiz­zier­te Spen­del so: „Die­se sind durch bes­se­re Moto­ren, Abgas­tech­nik und eine bes­se­re Kraft­stoff­qua­li­tät bei Pkw um knapp 5 Pro­zent  und bei Lkw um mehr als 32 Pro­zent gesun­ken.“ Dank tech­ni­scher Wei­ter­ent­wick­lung ist der Last­kraft­wa­gen sau­be­rer gewor­den. So ver­braucht ein moder­ner Lkw mit 40 Ton­nen Gesamt­ge­wicht an die 27 Liter auf 100 Kilo­me­ter, das sind rund 0,7 Liter pro Ton­ne auf 100 Kilo­me­ter. Ein Pkw mit einem Eigen­ge­wicht von 1.700 Kilo­gramm braucht an die sie­ben Liter auf 100 Kilo­me­ter. Das sind über vier Liter pro Ton­ne, und gleich sechs­mal mehr als bei einem Lkw.“

Umstel­lung auf Elek­tro­an­trieb ver­zö­gert sich

Bis zur Umstel­lung auf Elek­tro­an­trie­be wer­den aller­dings noch vie­le Kilo­me­ter mit Die­sel gefah­ren. „Jeder Unter­neh­mer, der sei­ne Flot­te auf elek­tro­be­trie­be­ne Fahr­zeu­ge umstellt, inves­tiert in die emis­si­ons­freie Zukunft. Das ist nicht nur sehr kos­ten­in­ten­siv, son­dern der­zeit nur bedingt umsetz­bar. Es gibt gro­ße Beden­ken, was Lade­mög­lich­kei­ten und Reich­wei­ten betrifft. Pas­sen die­se bei­den Para­me­ter nicht zusam­men, kön­nen bei­spiels­wei­se Lie­fer­ter­mi­ne nicht ein­ge­hal­ten wer­den und so bre­chen unge­wollt Lie­fer­ket­ten zusam­men. Hin­zu­kommt, dass man nicht mehr kon­kur­renz­fä­hig ist“, klär­te Urs­chitz auf. Von der Poli­tik wün­sche er sich mehr Unter­stüt­zung und for­dert eine finan­zi­el­le Unter­stüt­zung bei Neu­an­schaf­fun­gen. Nach spä­tes­tens fünf Jah­ren oder umge­rech­net nach 800.000 gefah­re­nen Kilo­me­tern wird ein Lkw in den Ruhe­stand geschickt.

Ein­mal Truck, immer Truck

Der Fah­rer­sitz eines Lkw ist ein moder­ner und siche­rer Arbeits­platz mit guten Ver­dienst­mög­lich­kei­ten und fle­xi­blen Arbeits­zei­ten. Des­halb begeis­tern sich auch immer mehr Frau­en für den Beruf. So auch Sabri­na Petrit­sch, die seit drei Jah­ren bei der Fir­ma Urs­chitz arbei­tet. Sie ist mit Leib und See­le Berufs­kraft­fah­re­rin und liebt die täg­li­che Her­aus­for­de­rung, ihren 32 Ton­nen schwe­ren Vier­ach­ser in neue Städ­te und Län­der zu steu­ern. Davor war die 37-Jäh­ri­ge mehr als 17 Jah­re als Zahn­arzt­as­sis­ten­tin tätig. „Ich woll­te mich beruf­lich kom­plett neu ori­en­tie­ren“, erzähl­te die Quer­ein­stei­ge­rin, die nach einer Bil­dungs­be­ra­tung den Ent­schluss fass­te, den Lkw-Füh­rer­schein zu machen. „Das war die bes­te Ent­schei­dung mei­nes Lebens, ich könn­te mir kei­ne bes­se­re Arbeit vor­stel­len.“ Mon­tag bis Frei­tag ist „Sab­si“ mit ihrem 510 PS-star­ken Truck auf Bau­stel­len unter­wegs, um Schutt oder Aus­hub­ma­te­ri­al wie Erde oder Kies zu trans­por­tie­ren. Der Lkw ist wie ihr zwei­tes Wohn­zim­mer, und da sie mehr Zeit in ihrem Kip­per ver­bringt als zuhau­se, wird die­ser von ihr gehegt und gepflegt. „Ich bin auf den Fahr­ten mein eige­ner Chef. Die Arbeit ist sehr inter­es­sant, sehr abwechs­lungs­reich und auch ver­ant­wor­tungs­voll“, sagt Petrit­sch. Was sie beson­ders freut, ist, dass die Frau­en­quo­te in die­sem Beruf steigt.

16.03.2023 17:00
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Lkw brin­gen die Wirt­schaft “on the road” Lkw-Fahrerin Sabrina Petritsch, Rallye-Staatsmeister Achim Mörtl, Christian Spendel, Präsident der Arbeitsgemeinschaft „LKW Friends on the road" und Bruno Urschitz, Obmann der Wirtschaftskammer-Fachgruppe Güterbeförderung machten in einer Pressekonferenz auf die Branche der Kärntner Transportunternehmen und den Berufsstand aufmerksam.

© WKK/kk