Koralmbahn

“Jahr­hun­dert­pro­jekt” bie­tet Chan­cen und birgt Risi­ken

Die Koralmbahn wird die Reisezeit zwischen Klagenfurt und Graz auf 45 Minuten reduzieren und ein neues Einzugsgebiet mit 1,1 Millionen Einwohnern schaffen. Um diese Gelegenheit bestmöglich zu nutzen, und um sicherzustellen, dass Arbeitskräfte nicht nach Graz abwandern, muss die Politik Infrastruktur- und Raumplanungsaufgaben in Angriff nehmen.

“Jahr­hun­dert­pro­jekt” bie­tet Chan­cen und birgt Risi­ken Von li nach re: Herwig Draxler, Leiter der Wirtschaftspolitik in der WK Kärnten, Reinhard Wallner, Bereichsleiter ÖBB Personenverkehr Kärnten, Stadtrat Max Habenicht, Bürgermeister Christian Scheider, Franz Ahm, Bezirksobmann WK-Klagenfurt, StR Sandra Wassermann, Vize-Bgm. Alois Dolinar, Eric Kirschner, Joanneum Research Forschungsgesellschaft, StR Corinna Smrecnik, NAbg. Peter Weidinger, Ewald Verhounig, Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung, Markus Polka, WK-Bezirksstelle Klagenfurt und Vize-Bgm. Phillip Liesnig.

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In 45 Minu­ten von Kla­gen­furt nach Graz? In weni­ger als drei Jah­ren ist die­se Fahr­zeit dank der Inbe­trieb­nah­me der Kor­alm­bahn end­lich auf Schie­ne. Statt wie bis­her um die Ber­ge her­um, fährt die Bahn mit­ten durch das Berg­mas­siv der Kor­al­pe.

Ein neu­es Ein­zugs­ge­biet ent­steht

Damit Kla­gen­furt zeit­ge­recht auf die­sen Zug auf­sprin­gen kann, müs­sen die rich­ti­gen Wei­chen dafür gestellt wer­den. 130 Kilo­me­ter Schie­ne, 47 davon in Tun­nel, wer­den die bei­den Lan­des­haupt­städ­te mit­ein­an­der ver­bin­den. Und auch für einen enor­men wirt­schaft­li­chen Auf­schwung sor­gen: Durch die Hoch­leis­tungs­bahn ent­steht ein neu­es Ein­zugs­ge­biet mit rund 1,1 Mil­lio­nen Ein­woh­nern, 700.000 Beschäf­tig­ten und 50.000 Arbeit­ge­ber­be­trie­ben.

Somit wird Graz-Kla­gen­furt nach Wien zum zweit­größ­ten Bal­lungs­zen­trum in Öster­reich. Kärn­tens Lan­des­haupt­stadt wird durch das „Jahr­hun­dert­pro­jekt“ als Wirt­schafts­stand­ort natio­nal wie auch inter­na­tio­nal um ein Viel­fa­ches attrak­ti­ver. Und die­se Chan­ce gilt es nun best­mög­lich zu nut­zen.

Arbeits­kräf­te sol­len nicht abwan­dern

„Mit der Fer­tig­stel­lung des Kor­alm­bahn-Tun­nels ent­steht ein neu­er Wirt­schafts­raum Süd­ös­ter­reich, der auch für die Stadt Kla­gen­furt von gro­ßer Bedeu­tung sein wird. Es war­ten vie­le Chan­cen, aber auch gro­ße Her­aus­for­de­run­gen auf uns. Also kom­men wir ins Tun und gestal­ten wir gemein­sam den zukünf­ti­gen Zen­tral­raum“, erklär­te Franz Ahm, Obmann der Bezirks­stel­le Kla­gen­furt der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten, zur Eröff­nung der Lan­des­haupt­stadt-Kon­fe­renz am 24. März, die ganz im Zei­chen der Kor­alm­bahn stand.

Ahm: „Alle Stake­hol­der müs­sen gemein­sam an einem Strang zie­hen. Wir müs­sen die Stadt attrak­tiv als Arbeits­ort posi­tio­nie­ren und den Tun­nel im Gleich­ge­wicht hal­ten— nicht, dass unse­re Arbeits­kräf­te nach Graz abwan­dern.“

Stadt­po­li­tik muss sich vor­be­rei­ten

Ver­tre­ter der Kla­gen­fur­ter Stadt­po­li­tik erhiel­ten einen Über­blick über die bevor­ste­hen­den Ent­wick­lun­gen und die dar­aus abge­lei­te­ten Hand­lungs­emp­feh­lun­gen. Für Wirt­schafts­stadt­rat Max Habe­nicht ist die Kor­alm­bahn eine ein­ma­li­ge Chan­ce. „Es ist ein Pro­jekt, das sich auf vie­le Berei­che posi­tiv aus­wir­ken wird. Kla­gen­furt wird in viel­fa­cher Hin­sicht attrak­ti­ver wer­den, für Betriebs­an­sied­lun­gen und für den Arbeits­markt genau­so wie für den Tou­ris­mus. Was die Lebens­qua­li­tät betrifft, hier hat die Lan­des­haupt­stadt klar die Nase vor­ne. Wir müs­sen jetzt mit ver­ein­ten Kräf­ten gemein­sam auf den Zug auf­sprin­gen und die Rah­men­be­din­gun­gen schaf­fen.“

Neue Metro­po­le im Süden

Eric Kirsch­ner, Autor der Stu­die „Jahr­hun­dert­pro­jekt Kor­alm­bahn“ von der Joan­ne­um Rese­arch For­schungs­ge­sell­schaft, hielt in sei­ner Key­note fest: „Die Kor­alm­bahn ist das größ­te sozio­öko­no­mi­sche Pro­jekt in Öster­reich seit dem Bau der Sem­me­ring­bahn. Die Aus­wir­kun­gen, die sich aus den ver­än­der­ten Erreich­bar­kei­ten erge­ben wer­den, sind erheb­lich und kaum zu unter­schät­zen. Es wird eine neue Metro­pol­re­gi­on mit inter­na­tio­na­ler Sicht­bar­keit und Strahl­kraft ent­ste­hen.“ Kirsch­ner emp­fahl den anwe­sen­den Stadt­se­nats­mit­glie­dern die Chan­ce, die das Jahr­hun­dert­pro­jekt mit sich bringt, auch rich­tig zu nut­zen, sei es in Form von Wohn­raum­schaf­fung oder etwa in der Flä­chen­si­che­rung von Betriebs­grund­stü­cken.

Grö­ße­rer Radi­us für Job­su­chen­de

Er unter­strich auch, dass sich für Beschäf­tig­te durch die neue Süd­bahn der Such­ra­di­us aus­deh­nen wird. „Es wird mög­lich sein, neue Arbeits­plät­ze in der­zeit nicht in Tages­pend­ler­di­stanz lie­gen­den Regio­nen anzu­neh­men. Die Mög­lich­kei­ten, eine adäqua­te Beschäf­ti­gung anzu­neh­men, stei­gen signi­fi­kant und dies in bei­den Bun­des­län­dern.“ Ewald Ver­hounig vom Insti­tut für Wirt­schafts- und Stand­ort­ent­wick­lung ergänz­te: „Um die enor­men regio­nal­öko­no­mi­schen Chan­cen, die die Kor­alm­bahn mit sich bringt, nach­hal­tig zu nut­zen, bedarf es einer abge­stimm­ten, inter­re­gio­na­len stra­te­gi­schen Bewirt­schaf­tung der gesam­ten Ach­se.“

„Haus­auf­ga­ben“ in den Berei­chen Infra­struk­tur und Raum­pla­nung

„Durch die Hoch­leis­tungs­bahn­stre­cke ent­wi­ckeln sich Kärn­ten und die Stei­er­mark zu einem neu­en Wirt­schafts­raum Süd mit inter­na­tio­na­ler Strahl­kraft. Regio­nen außer­halb des Kern­ge­bie­tes müs­sen durch Attrak­ti­vie­rung der letz­ten Mei­le ein­ge­bun­den wer­den“, beton­te Her­wig Drax­ler, Lei­ter der Wirt­schafts­po­li­tik in der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten. In Ver­bin­dung mit dem erst kürz­lich mit Ita­li­en ver­ein­bar­ten Zoll­kor­ri­dor Tri­est-Für­nitz sieht Drax­ler ein zusätz­li­ches gro­ßes Poten­zi­al für zukünf­ti­ge Ent­wick­lun­gen in der Regi­on. Es sei aber rasches Han­deln not­wen­dig, um ver­lo­re­ne Zeit auf­ho­len zu kön­nen. „Eine inten­si­ve und star­ke Koope­ra­ti­on von Ver­wal­tung und Wirt­schaft ist das Gebot der Stun­de“, so Drax­ler.

Regio­na­le Zubrin­ger­al­ter­na­ti­ven

Rein­hard Wall­ner, Bereichs­lei­ter ÖBB Per­so­nen­ver­kehr Kärn­ten, infor­mier­te über die geplan­ten regio­na­len Zubrin­ger­al­ter­na­ti­ven und die Ände­run­gen in der Tak­tung der Züge. Regio­nen, die noch abseits der Ach­se lie­gen, wer­den an den öffent­li­chen Ver­kehr ange­bun­den. Wall­ner: „Dafür inves­tiert die ÖBB in Sum­me 19 Mil­li­ar­den Euro.“ Für Tages­pend­ler wird die Stre­cke nach Graz kein Pro­blem mehr dar­stel­len. „Man kann in Kärn­ten woh­nen und zur Arbeit nach Graz pen­deln und natür­lich auch umge­kehrt“, so Wall­ner. Poli­tik sieht gro­ßes Poten­ti­al für Kla­gen­furt Für Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Schei­der wird Kla­gen­furt künf­tig eine wich­ti­ge Rol­le spie­len. „Graz, Kla­gen­furt und Tri­est wer­den mit dem Zug in kur­zer Zeit erreich­bar sein. Das för­dert die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit und wirkt sich somit posi­tiv auf Wirt­schaft und Umwelt aus. Es ist ein Jahr­hun­dert­pro­jekt, das in Zukunft für Kla­gen­furt und ganz Kärn­ten vie­le Türen und Tore öff­net. Unse­re Stadt kann davon nur pro­fi­tie­ren – sowohl im Wirt­schafts- und Indus­trie­be­reich als auch am Arbeits­markt“, sag­te Schei­der. Neben Schei­der waren auch die bei­den Vize-Bür­ger­meis­ter Phil­ipp Lies­nig und Alo­is Doli­nar sowie die bei­den Stadt­rä­tin­nen Corin­na Smrec­nik und San­dra Was­ser­mann unter den zahl­rei­chen Gäs­ten.

24.03.2023 12:00 - Update am: 24.03.2023 12:03
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“Jahr­hun­dert­pro­jekt” bie­tet Chan­cen und birgt Risi­ken Von li nach re: Herwig Draxler, Leiter der Wirtschaftspolitik in der WK Kärnten, Reinhard Wallner, Bereichsleiter ÖBB Personenverkehr Kärnten, Stadtrat Max Habenicht, Bürgermeister Christian Scheider, Franz Ahm, Bezirksobmann WK-Klagenfurt, StR Sandra Wassermann, Vize-Bgm. Alois Dolinar, Eric Kirschner, Joanneum Research Forschungsgesellschaft, StR Corinna Smrecnik, NAbg. Peter Weidinger, Ewald Verhounig, Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung, Markus Polka, WK-Bezirksstelle Klagenfurt und Vize-Bgm. Phillip Liesnig.

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